Ethische Geldanlage: "Lieber Konsumprodukte als Aktien meiden"

Ethische Geldanlage: "Lieber Konsumprodukte als Aktien meiden"

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Uwe Lang ist ehemaliger Pfarrer und jetztiger Börsenexperte

von Ulrich W. Hanke

Der ehemalige Pfarrer Uwe Lang hat sich einen Namen als Börsenexperte gemacht. Warum es seiner Ansicht nach sinnvoller ist, eigene Konsumgewohnheiten zu hinterfragen, als auf ethische Investments zu setzen.

Herr Lang, als Pfarrer werden Sie sicher häufig gefragt, ob Sie ethische Anlagegrundsätze verfolgen.

Lang: Das ist richtig, dabei ist das überhaupt nicht mein Ansatz. Ich suche starke Aktien mit Momentum, die fundamental noch günstig zu haben sind. Aktien sind derzeit alternativlos. Eine zehnjährige Bundesanleihe bringt 1,86 Prozent Rendite, Aktien bei einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,93 im Dax, etwa 6,70 Prozent Rendite oder 2,26 Prozent Dividendenrendite.

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Kommen da etwa auch Aktien von Waffenherstellern und großen Umweltsündern infrage?

Nehmen wir einmal Siemens. Der Konzern stellt ja nicht nur Waffen her... Und soll ich keine Pharmaaktien kaufen, weil die Konzerne Tierversuche machen? Wer ein reines Gewissen haben will, sollte lieber als Konsument Unternehmen boykottieren, indem er deren Produkte nicht kauft. Wen diese Unternehmen als Aktionär haben oder nicht, interessiert sie doch wenig. In einen reinen Waffenhersteller wie beispielsweise Rheinmetall habe ich allerdings noch nie investiert.

Uwe Lang Das Wort zur Börse

Das Sein zählt, nicht der Schein. Kein anderer Finanzexperte verkörpert das so gut wie Uwe Lang – bekannt als der Börsenpfarrer. Er ist bodenständig und erfolgreich (damit). Wie er tickt und wie sein System funktioniert.

Uwe Lang ist pensionierter Pfarrer und hält heute Seminare mit Tipps zur Geldanlage an der Börse Quelle: Pressebild

Gilt das auch für Tabakkonzerne?

Ja, auch Philip Morris stellt noch ganz andere Sachen her. Ich glaube eher, hier hat die Finanzbranche wieder ein Thema gefunden, das sie gut spielen kann. Sinn macht die ethische Geldanlage wenig.

Verhalten Sie sich als Theologe und Pfarrer anders bei der Geldanlage als klassische Vermögensverwalter?

Hmm. (überlegt) Ich finde die Gehälter der Manager viel zu hoch. Das Jahresgehalt eines Vorstandes steht in keinem Verhältnis mehr zum dem, was etwa ein normaler Angestellter oder eine Krankenschwester bekommt.

In der Schweiz gibt es Initiativen, die Aktionäre über die Gehälter abstimmen zu lassen...

Aber wer sind diese Aktionäre? Das sind Fonds und Banken, also wieder Manager mit hohen Gehältern, die kein Interesse haben, eine Änderung herbeizuführen.

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Gegenfrage: Was ist Gier und wo fängt die Gier an? Ich glaube nicht.

Sprechen Sie mit Gott über Geldthemen?

Nein! Wenn es sich anbietet, bringe ich das Thema Geld schon einmal in eine Predigt ein. Ich bin zwar im Ruhestand, aber halte noch ehrenamtlich Gottesdienste.

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