Euro-Krise: Die EZB sollte endlich mal nichts tun

kolumneEuro-Krise: Die EZB sollte endlich mal nichts tun

Kolumne

Die Ausweitung des Anleihekaufprogramms birgt Hoffnungen, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Euroraum beseitigt werden können. Unser Gastkolumnist Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt bei der DZ Bank, ist da nicht besonders zuversichtlich. Nur durch ein stärkeres Wachstum würden sich jegliche Deflationsdebatten in Luft auflösen.

Die aktuelle Situation könnte nicht bizarrer sein. Das Deutsche Bundesverfassungsgericht hat vor wenigen Tagen öffentlich Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Outright-Monetary-Transactions-Programms (OMT) der Europäischen Zentralbank (EZB) geäußert. Das Programm erlaubt der EZB Staatsanleihen bestimmter Euro-Länder in nahezu unbegrenzter Menge aufzukaufen. Und was passiert? Es wird verstärkt öffentlich überlegt das Programm auszuweiten.

Diejenigen Stimmen werden immer lauter, die einen noch stärkeren Aufkauf von Staatsanleihen als bisher fordern. Der Plan: Künftig sollen nicht mehr nur die Anleihen von Krisenländern aufgekauft werden, sondern im Grunde, die von allen Ländern des Euro-Währungsraumes.

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EZB-Präsident Mario Draghi. Quelle: rtr

Generell könnte man eine solche Maßnahme als ein geldpolitisches Instrument der EZB ansehen. Dies umso mehr, als sich die EZB mit einem solchen Vorgehen nicht mehr dem Vorwurf der Staatsfinanzierung von in Not geratenen Ländern aussetzen würde, da man in einem solchen Programm Staatsanleihen von allen Ländern, also auch Deutschland und Frankreich, kaufen würde.

Aber was ist die Zielrichtung einer solchen neuen Politik der Europäischen Zentralbank. Die EZB würde mit diesem Schritt eine erhebliche Ausweitung der Zentralbankgeldmenge im Euroraum erreichen. In der Folge - so hofft man - werden die Renditen der Anleihen weiter fallen und damit auch die Kreditzinsen für Haushalte und Unternehmen. Auf der anderen Seite soll durch diese Maßnahme die Nachfrage nach Krediten für Investitionen angeregt werden.

Stefan Bielmeier ist seit 2010 der Chefvolkswirt und Leiter Research der DZ Bank, dem Zentralinstitut von mehr als 900 Genossenschaftsbanken. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

Stefan Bielmeier ist seit 2010 der Chefvolkswirt und Leiter Research der DZ Bank, dem Zentralinstitut von mehr als 900 Genossenschaftsbanken. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Bild: Presse

Die Befürworter dieser Strategie hoffen darauf, dass die Banken die neue Liquidität nutzen werden, um eine steigende Kreditnachfrage zu befriedigen. Dies wird vor allem für den südlichen Euroraum angestrebt, da sich hier die Banken bereits seit längerer Zeit merklich bei der Kreditvergabe zurückhalten. Auf der anderen Seite liegen die Kreditzinsen sehr deutlich über dem Niveau in Deutschland oder Frankreich.

Am Ende wäre dann zwar die Geldmenge merklich gestiegen, aber die gesamtwirtschaftliche Nachfrage soll sich dadurch dynamischer entwickeln. Und die zurzeit feststellbaren deflationären Tendenzen im südlichen Euroraum könnten damit ebenfalls angegangen werden. Die Hoffnung ist also, dass mit der Ausweitung des Anleihekaufprogramms die derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Euroraum zum großen Teil beseitigt werden, ohne mit nennenswerten, unwillkommenen Nebeneffekten verbunden zu sein.

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