Euro und Dollar: US-Unternehmer hoffen auf stärkeren Euro

Euro und Dollar: US-Unternehmer hoffen auf stärkeren Euro

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100-Dollar-Scheine.

Die Einigung in der Griechenland-Krise verleiht dem Euro etwas Auftrieb, trotzdem bleibt der Dollar die globale Fluchtwährung. Seine Stärke stellt die USA vor Probleme.

„Der Dollar ist zwar unsere Währung, aber euer Problem“, kommentierte lapidar John Connally, damals US-Finanzminister, globale Währungsturbulenzen – wenige Monate nachdem die USA im August 1971 das Recht beerdigt hatte, Dollar jederzeit in Gold zu tauschen. Präsident Barack Obama dementierte zwar, dass er den anderen Staatschefs beim G7-Gipfel in Elmau hinter verschlossenen Türen Ähnliches gesagt hat. „Schenken Sie Zitaten aus anonymen Quellen nicht so viel Glauben”, sagte er zu einem Bericht, der einen Vertreter Frankreichs zitiert, auf dem G7-Gipfel sei es auch um den starken Dollar gegangen. Doch klar ist, dass der Druck der US-Exportwirtschaft auf Obama gewachsen sein dürfte, seit der Dollar gegenüber dem Euro um ein Drittel aufgewertet hat.

Schwankungen des Dollar sind nichts Ungewöhnliches. Gegenüber einem Korb aus den sechs wichtigsten Währungen hat er zwischen seinem Tief zu Beginn der Amtszeit von Präsident Bill Clinton 1993 bis zu seinem Hoch am Ende von dessen zweiter Amtszeit 2001 um 50 Prozent zugelegt. Aus aller Welt strömte damals Kapital nach Amerika: Die US-Konjunktur profitierte vom ersten High-Tech-Boom, der starke Dollar wurde mit rückläufiger Inflation und sinkender Arbeitslosigkeit assoziiert.

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Das Mantra vom starken Dollar, der eine starke Wirtschaft widerspiegele, wird seit der Jahrtausendwende mit schwindender Überzeugung nachgebetet. Vor allem die Notenbank-Präsidenten Alan Greenspan und Ben Bernanke verhielten sich eher so, als bezweckten sie das Gegenteil. Auch an der Definition eines starken Dollar wurde in den letzten Jahren ein wenig herumgeschraubt. Traditionell würden die meisten Menschen unter einer starken Währung wohl eine Währung mit hohem Außenwert, also global hoher Kaufkraft, verstehen. Unter der Regierung Obama erfuhr der Begriff eine Erweiterung um „universell als Tauschmittel akzeptierte und als Wertanlage geeignete Währung“.

Starker Dollar stößt auf wenig Gegenliebe

Seit Ende 2014 steigt der Dollar nun wieder, nachdem er davor jahrelang gegenüber den meisten Währungen gefallen war. Vor allem in Phasen quantitativer Lockerungen (QE, Anleihekaufprogramme) durch die Notenbank Fed wertete der Dollar ab. Nachdem aber die Bank of Japan und auch die Europäische Zentralbank ebenfalls auf den Weg der quantitativen Lockerung gingen (das heißt, sie drucken Geld), wurden auch Yen und Euro geschwächt.

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Der Anstieg des Dollar seit 2014 scheint zwar vorerst gebremst, doch viele US-Unternehmer sorgen sich, dass vor allem der Euro schwächer gegenüber dem Dollar werden könnte. Vor Kurzem kletterte der Dollar – auch in Reaktion auf die Abschwächung des Yen – wieder gegenüber dem globalen Währungsmix. Noch stärker wertete er gegenüber den meisten Währungen der Schwellenländer auf.

Außer bei den Horden von US-Touristen im Auslandssommerurlaub stößt der starke Dollar auf wenig Gegenliebe. Er drückt auf die Unternehmensgewinne im Auslandsgeschäft, welches fast die Hälfte der Umsätze der im Standard & Poor’s-500-Index gelisteten Unternehmen ausmacht. Der Druck auf die Gewinnmargen durch die Konkurrenz aus dem Ausland trifft sogar ausschließlich auf den US-Markt konzentrierte Unternehmen, weil auch sie immer öfter von ausländischen Konkurrenten unterboten werden. Viele US-Unternehmen nennen den erstarkten Dollar inzwischen als eine Ursache für das Nichterreichen von Umsatz- und Gewinnzielen.

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Die Rally des Dollar spiegelt also mehr die Schwäche der anderen wider als die Stärke der USA, denn die wirtschaftlichen US-Kennzahlen (ausgenommen die Beschäftigung) blieben zuletzt allesamt hinter den Erwartungen zurück. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal fiel, lässt das Prognosemodell der Fed von Atlanta auch für das laufende Jahr nur 1,1 Prozent Wachstum erwarten – nicht gerade ein Zeichen für eine boomende US-Wirtschaft.

Wenn die US-Notenbank die aktuellen Markterwartungen erfüllt, dürfte sie die US-Leitzinsen im September von derzeit nahezu null ein klein wenig anheben. Wie es danach weitergeht, steht in den Sternen. Entscheidend für Unternehmensexporte und auch die Börsen dürfte über den Sommer das Schicksal des Euro sein.

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