
FrankfurtDer Euro hat sich am Dienstag knapp unter 1,25 Dollar gehalten. Damit tritt die Gemeinschaftswährung seit fünf Handelstagen nahezu auf der Stelle. Ein möglicher Grund dafür ist das Treffen von Notenbank-Chefs in Jackson-Hole im US-Bundesstaat Wyoming am Freitag - Händlern zufolge wagen sich Anleger vor der Rede von Fed-Chef Ben Bernanke nicht aus der Deckung.
Auch das weitere Vorgehen der EZB erwarten Anleger mit Spannung. So hatte sich Bundesbankchef Jens Weidmann am Wochenende offen gegen ein Anleihen-Kaufprogramm ausgesprochen, das von Notenbankchef Mario Draghi in Aussicht gestellt wurde. Das sei "zu nah an einer Staatsfinanzierung durch die Notenpresse", so Weidmann.
Der Konflikt sorgt für Verunsicherung an den Märkten. "Die nun offene Konfrontation birgt für die EZB erhebliche Risiken", schrieb die Commerzbank. "Diese Unsicherheit dürfte den Euro belasten, denn ein Einlenken Weidmanns ist aufgrund der Art seiner Kritik mehr oder weniger ausgeschlossen und der Euro zuletzt durch die Erwartung eines Eingreifens der EZB unterstützt."
EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen versuchte inzwischen, Zweifel an der Unabhängigkeit der Notenbank zu zerstreuen. Die EZB werde nur innerhalb ihres Mandats operieren, versicherte Asmussen am Montagabend in Richtung von Weidmann und anderer Kritiker.
Am Rentenmarkt stieg der Bund-Future um sieben Ticks auf 143,87 Zähler. Spanische zehnjährige Anleihen rentierten kaum verändert um 6,4 Prozent. Madrid will am Vormittag drei und sechs Monate laufende Anleihen aufstocken. Italienische Zehnjährige rentierten mit 5,7 Prozent und damit in etwa auf dem Niveau des späten Vortagesgeschäfts.



















