Eurogruppenchef: Dijsselbloem schickt die Märkte ins Minus

Eurogruppenchef: Dijsselbloem schickt die Märkte ins Minus

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Jeroen Dijsselbloem trieb mit seiner Bemerkung die Märkte ins Minus.

Die Rettung Zyperns praktisch in allerletzter Minute haben die Finanzmärkte mit Erleichterung aufgenommen. Von Euphorie war jedoch keine Rede. Nach Aussagen von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem rutschten die Börsen sogar wieder ab.

Das deutliche Aufatmen an den Finanzmärkten nach der Einigung über das Zypern-Rettungspaket währte nur kurz. Händler machten Aussagen des neuen Eurogruppenchefs Jeroen Dijsselbloem dafür verantwortlich. Dieser habe den Restrukturierungsplan für die zyprischen Banken, der für Großanleger herbe Verluste erwarten lässt, als Vorlage für das Vorgehen im Fall wackelnder Banken im Rest der Eurozone empfohlen. Der Dax schloss am Montag prompt 0,51 Prozent tiefer bei 7870,90 Punkten - bis in den Nachmittag hinein hatte der Leitindex noch von der Erleichterung über die vorläufige Rettung Zyperns profitiert.

Selbst ein zwischenzeitliches Rekordhoch an der New Yorker Börse half jedoch nicht, die Gewinne zu halten. Der Euro geriet ebenfalls unter Druck und sank zuletzt auf 1,2858 US-Dollar. Nach dem zähem Zypern-Kompromiss war der Euro noch auf über 1,30 US-Dollar gesprungen. Die Börsen verbuchten teils deutliche Gewinne. Euphorie kam jedoch nicht auf. Die schwierigen Verhandlungen um die Rettung eines Eurolandes mit nur wenig Wirtschaftskraft zeige, dass die Eurozone ihre Krise noch längst nicht überwunden habe. Die Verunsicherung an den Märkten wurde durch spätere Interviews Dijsselbloems noch geschürt.

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"Übergroßer Bankensektor muss verkleinert werden"

Der Eurogruppenchef und niederländische Finanzminister erklärte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters und der Wirtschaftszeitung "Financial Times" am Montag, dass der Fall Zypern Modell für den Umgang mit drohenden Bankpleiten in der Zukunft stehe. Zum anderen sei klar, dass auch andere Euro-Länder mit übergroßem Bankensektor diesen verkleinern müssten. "Was wir vergangene Nacht getan haben, bezeichne ich als Risiken zurückdrängen", sagte Dijsselbloem.

Das vor allem von einer Bankenkrise geplagte Zypern hatte nach heftigem Streit mit den internationalen Geldgebern im zweiten Anlauf ein Rettungspaket vereinbart. Die beiden größten Banken des Landes sollen zusammengelegt und der Banksektor eingedampft werden.

Befragt nach möglichen Folgen für Luxemburg oder Malta, deren Bankensektoren ebenfalls extrem groß sind, betonte er: "Das bedeutet: Klärt das, bevor es zu Schwierigkeiten kommt. Stärkt Eure Banken, repariert die Bilanzen und seid Euch im Klaren darüber, wenn Banken in Probleme geraten, kommen wir nicht automatisch, um sie zu lösen." Krisenbanken müssten damit ebenso wie ihre Heimatländer damit rechnen, in Zukunft "zurückgestoßen" zu werden. "Ihr müsst Euch damit beschäftigen", wandte sich Dijsselbloem an Partnerstaaten in der Euro-Zone. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte dagegen stets betont, Zypern sei ein Einzelfall.

"Es bleiben noch eine Reihe von Unsicherheitsfaktoren“

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht Zypern vor harten Zeiten: „Nun beginnt das, was bereits Irland, Portugal und Griechenland schmerzlich haben erfahren müssen: jahrelanges Sparen mit tiefen Einschnitten.“ Die Rezession habe gerade erst begonnen. „Euphorie ist deshalb fehl am Platze.“

Der Dax hatte am Morgen noch um mehr als einen Prozent gewonnen, konnte sich aber im weiteren Tagesverlauf nicht über 8000 Punkte halten. Bankenwerte, die zunächst noch zugelegt hatten, verloren am Schluss kräftig. Die Aktienmärkte Asiens hatten in der Früh positiv reagiert. Der Nikkei-225-Index in Tokio etwa schloss um mehr als eineinhalb Prozent höher.

„Es gibt auch nach der Einigung noch eine Reihe von Unsicherheitsfaktoren“, erklärte Thomas Amend, Devisenexperte vom Bankhaus HSBC Trinkaus, das Schwanken der Märkte. So müssten die Ergebnisse des Gipfels erst noch in Zypern umgesetzt werden.

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