Europäische Aktien: Perlentaucherin an Europas Börsen

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InterviewEuropäische Aktien: Perlentaucherin an Europas Börsen

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Alexandra Hartmann ist eine der erfolgreichsten deutschen Fondsmanagerinnen. Bei Fidelity managt sie den Euro Blue Chip Fund mit einem Anlagevolumen von mehr als 800 Millionen Euro.

von Andreas Toller

Alexandra Hartmann ist seit 18 Jahren als Fondsmanagerin erfolgreich, vor allem mit Aktien der Euro-Zone. Wie für sie ein gutes Unternehmen aussieht und sie trotz Börsenhoch lohnende Papiere aufspürt.

WirtschaftsWoche Online: Frau Hartmann, die Börsen Europas sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Rally geht an manchen Börsenplätzen nun schon ins dritte Jahr. Ihr Euro Blue Chip Fonds hatte ordentlich Rückenwind. Waren das nur Sonderprofite dank der Entspannung in der Schuldenkrise?

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Alexandra Hartmann: Nein, das waren keine Sondereffekte sondern ist das Ergebnis meines aktiven Fondsmanagements. Deswegen ist uns wichtig, dass Anleger den Fonds länger halten. Denn letztlich geht es darum, wie lange ein Fondsmanager gute Ergebnisse liefert. Dass ein Fondsmanager immer den Vergleichsindex schlägt, ist höchst selten. Auch bei mir gibt mehr und weniger starke Jahre, was die Performance angeht. Wenn sie sich meine Performance seit meinem Start als Fondsmanagerin im Jahr 1996 ansehen, hätten sie mit mir beziehungsweise den von mir gemanagten Fonds aus 1.000 Euro bis heute 2.920 Euro gemacht, mit dem Vergleichsindex hätten sie 2.320 Euro und mit dem Durchschnitt der Konkurrenz 2.140 Euro geschafft. Das entspricht für meinen Fonds einer jährlichen Rendite von 6,1 Prozent, beim Index waren es hingegen nur 4,8 Prozent und bei den Wettbewerbern im Durchschnitt sogar nur 4,3 Prozent. Ich kann also mit der Performance ganz zufrieden sein.

Aber kann das noch lange so weitergehen?

Politische Börsen haben eigentlich immer kurze Beine. Langfristig – also über mehr als ein Jahr hinaus - folgen die Aktienmärkte eher den fundamentalen Daten, also den Geschäftszahlen der Unternehmen. Und die Fundamentaldaten sind recht gut. In Europa peilen wir im Durchschnitt ein Gewinnwachstum von 11,5 Prozent pro Jahr für die nächsten zwei Jahre an. Das ist besser als die Erwartung für die USA von zehn Prozent. Gleichzeitig ist der europäische Aktienmarkt auch noch günstiger. Die Aktien sind im Schnitt mit dem 14-fachen ihrer Gewinne bewertet, in den USA ist es fast der 16fache Gewinn. Europa ist tatsächlich - wie auch der Weltdurchschnitt -  günstiger und wachstumsstärker als die Vereinigten Staaten.

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Quelle: Brad Trent

Ist denn die noch immer nicht bewältigte Eurokrise kein großes Risiko für Anleger?

Die Eurokrise als solche ist noch nicht ausgestanden. Wir sind sicher noch auf Jahre mit der Genesung beschäftigt, das kann auch noch ein Jahrzehnt dauern. Ich erwarte keine Krisenbörse. Die könnte es höchstens geben, wenn das europäische Anleihen-Aufkaufprogramm OMT vom Europäischen Gerichtshof einen Riegel vorgeschoben bekommt. Aber das kann ich mir nicht vorstellen und andere ernsthafte Krisengefahren sehe ich nicht. Für Anleger ist viel wichtiger, dass die Börse immer die Veränderung kauft. Von ‚sehr schlecht‘ zu ‚nicht mehr ganz so schlecht‘ ist es schon ein Riesenschritt. Dass die ersten Krisenländer wieder Zugang zum Kapitalmarkt haben, dass es wieder ein wenig Vertrauen an Märkten gibt - das ist es, was für gute Stimmung an der Börse sorgt.

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