Europäische Zentralbank: Bei diesen Unternehmensanleihen hat die EZB zugeschlagen

Europäische Zentralbank: Bei diesen Unternehmensanleihen hat die EZB zugeschlagen

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Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt.

von Saskia Littmann

Die EZB veröffentlicht erstmals Listen der Unternehmensanleihen, die sie kauft. Auch die deutsche Milliardärsfamilie Reimann profitiert demnach von den Anleihekäufen.

Seit einigen Wochen kauft die Europäische Zentralbank (EZB) nun nicht nur Staats-, sondern auch Unternehmensanleihen. Am Montag wurden nun erstmals Listen der gekauften Anleihen veröffentlicht. Gekauft wurden auch viele deutsche Unternehmen, darunter viele große Konzerne. Es standen allerdings auch einige Unbekannte auf der Einkaufsliste der Notenbanker.

Auf ihrer Sitzung im März hatten die EZB-Räte beschlossen, ihr Anleihekaufprogramm nicht nur um 20 Milliarden auf insgesamt 80 Milliarden Euro aufzustocken, sondern neben Staats- nun auch Unternehmensanleihen zu kaufen. Am 8. Juni haben die nationalen Notenbanken mit den Käufen begonnen, neben der Deutschen Bundesbank werden die Anleihen von den Notenbanken in Italien, Frankreich, Spanien, Belgien und Finnland gekauft.

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Die Deutsche Bundesbank listet die gekauften Anleihen nebst ihrer Laufzeiten detailliert auf, andere Notenbanken beschränken sich auf die jeweiligen ISINs der Anleihen, also die Kennziffern der jeweiligen Wertpapiere. Dominiert wird die Bundesbank-Liste von großen deutschen Konzernen. Unter den Beziehern des Notenbankgeldes befinden sich unter anderem Bayer, die Deutsche Bahn, BASF, Linde, SAP, die Deutsche Börse und die großen Autobauer. Gekauft wurden entweder Anleihen des jeweiligen Konzerns oder von deren Finanzierungsgesellschaften.

Auch auf den Listen der anderen Notenbanken stehen einige interessante Namen. So kaufte die belgische Notenbank beispielsweise mehrere Papiere der JAB Holding, der Finanzholding der deutschen Milliardärsfamilie Reimann, der neben dem Kaffeeunternehmen Jacobs Douwe Egberts unter anderem auch die Luxusmarke Jimmy Choo gehört.

Die Reimanns sind nicht die einzige Unternehmerfamilie, die von den Anleihekäufen profitiert. So finden sich Anleihen von Robert Bosch genauso auf der Liste wie Papiere von Würth und Hella.

Zu den unbekannteren Unternehmen auf der Liste der Bundesbank dürfte die Berliner Eurogrid GmbH gehören, die als Mutterkonzern des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz in Energie-Infrastruktur investiert. Das Unternehmen verfügt über ein Investment-Rating der Ratingagentur Moody's und hat nur kurz nach dem EZB-Beschluss im April seine bisher jüngste Anleihe platziert. Ebenfalls weniger bekannt ist die Vier Gas Transport GmbH, Gesellschafterin des Erdgastransporteurs Open Grid Europe.

Zwar sind die Laufzeiten der gekauften Anleihen bei den Unternehmenspapieren nicht so lang wie bei Staatsanleihen, - ein Bond der Bundesrepublik hat eine Laufzeit bis 2046 - dennoch laufen viele Papiere noch sehr lang. So hat die Bundesbank beispielsweise bis 2026 laufende Anleihen von Bertelsmann und der Deutschen Bahn gekauft.

Schon kurz nach dem Start des Kaufprogramms zeigte die Maßnahme erste Wirkungen am Markt für Unternehmensanleihen, immer mehr Firmenbonds rentieren im negativen Bereich.

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