Europas Banken: Wie die Krise in den Schwellenländern Europa entert

Europas Banken: Wie die Krise in den Schwellenländern Europa entert

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Über das Finanzzentrum in Hongkong liefen viele Transaktionen von europäischen Banken in Länder wie China, Indien oder Indonesien.

von Frank Doll

Risikoscheu waren Europas Banken nicht. Sie haben Milliarden in die aufstrebenden Schwellenländer investiert und damit eine gigantische Kreditblase aufgebaut. Platzt die, hätte das fatale Folgen für Europa.

Die Finanzwelt klebt an den Lippen der Spitzen-Notenbanker Mario Draghi, Ben Bernanke oder jetzt Janet Yellen. Auf die Stimme der Zentralbank der Notenbanken aber wird selten gehört. Dabei ist die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die einen Teil der Währungsreserven der wichtigsten Notenbanken verwaltet, mit einer der besten Denkfabriken in Fragen der internationalen Kapitalmärkte ausgestattet. Schon lange vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 hatte die BIZ vor den drohenden Verwerfungen gewarnt. Hätten Anleger auf die Warnungen der Baseler Experten gehört, wären ihnen eine Menge Verluste erspart geblieben.

Auch jetzt schlagen die Baseler wieder Alarm. In den Schwellenländern, so BIZ-Experte Philip Turner in einer aktuellen Studie vom Februar 2014, habe sich eine gigantische Kreditblase aufgebaut. Die ultralockere Geldpolitik der westlichen Notenbanken, die die Zinsen unten hält und die Banken zur Vergabe gigantischer Kredite befähigt, habe es den Schwellenländern ermöglicht, sich zu nie zuvor gesehenen tiefen Zinsen zu verschulden. Die Schulden der Schwellenländer haben sich seit 2008 nahezu verdoppelt, auf einen Bestand von zuletzt 9100 Milliarden Dollar. Platze diese Blase, drohe ein Crash des globalen Finanzsystems, so die BIZ.

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Schwellenländer-Börsen Wann platzt die Blase in den Schwellenländern?

Mit ihrer lockeren Geldpolitik hat die US-Notenbank eine Kreditblase in den Emerging Markets befeuert, die Börsen profitierten. Nun endet der Boom, Immobilien- und Bankenkrisen drohen.

Auch Brasilien hat ein hohes Leistungsbilanzdefizit. Strafft die USA ihre Geldpolitik, könnte das dramatische Folgen für den Real haben. Quelle: dpa

In dem wäre Europa erneut ganz vorne mit dabei. Die Forderungen europäischer Banken gegenüber Schuldnern aus Schwellenländern liegen bei 3400 Milliarden Dollar. Rechnet man dazu noch die offenen Rechnungen an den Kapitaldrehkreuzen Singapur, Hongkong und Panama, dann summiert sich das Forderungsvolumen auf unvorstellbare 4109 Milliarden Dollar. Das ist mehr als das Vierfache der von US-Banken gehaltenen Ansprüche in den Schwellenländern. So steht Europa möglicherweise vor der dritten großen Bankenkrise innerhalb weniger Jahre. Nach der von notleidenden Subprime-Hypotheken in den USA induzierten globalen Finanzkrise und der in Griechenland gestarteten Euro-Schuldenkrise droht nun eine Kreditkrise, deren Auslöser in den Schwellenländern liegt. Allein sechs europäische Banken stehen in den Schwellenländern zusammen mit mehr als 1700 Milliarden Dollar im Feuer, sagen Analysten der Deutschen Bank. Seit die US-Notenbank ein Zurückfahren ihrer ultralockeren Geldpolitik signalisiert hat, ziehen Investoren Gelder aus den Schwellenländern ab.

Doch mit dem so verursachten Währungscrash hat die Krise erst begonnen. Historisch führt eine Währungskrise zu hoher Inflation. Die Inflationsbekämpfung durch höhere Zinsen mündet in einer Kreditkrise, der sich eine Krise der Realwirtschaft anschließt. Investmentlegende Marc Faber warnt deshalb vor einem historischen Globalisierungsschock an den Finanzmärkten. Immerhin wurde das Wachstum der Weltwirtschaft zuletzt zur Hälfte von den Schwellenländern getragen.

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