Expansionspläne: Allianz plant Börsengang in Schanghai

Expansionspläne: Allianz plant Börsengang in Schanghai

, aktualisiert 02. November 2011, 17:09 Uhr
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Vor allem zur Finanzierung des Chinageschäfts erscheint ein Börsengang in Schanghai großen Firmen attraktiv.

von Finn Mayer-KuckukQuelle:Handelsblatt Online

Der Finanzplatz China gewinnt für ausländische Emittenten an Bedeutung - auch für die Allianz, die einen Börsengang in Schanghai plant. Doch noch sind nicht alle Bedingungen dafür erfüllt.

PekingDie Allianz reizt ein Börsengang in China, sobald sich der Handelsplatz Schanghai für ausländische Emittenten öffnet und Kapitalkontrollen entschärft werden. „Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, haben wir großes Interesse an einem Listing“, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann auf einer Konferenz in Schanghai. Ziel ist es, die Einnahmen aus dem Börsengang für die Expansion des Versicherungsgeschäfts in China und anderen Ländern einzusetzen.

Die Allianz folgt damit Unternehmen mit großen Namen wie Coca-Cola, Novartis, Unilever oder HSBC, die ebenfalls Gespräche über einen Börsenstart in Schanghai führen. Bisher ist ausländischen Unternehmen die Ausgabe von Aktien in der Volksrepublik verwehrt - das geht nur über den Umweg Hongkong. Vermutlich schon in wenigen Monaten soll mit dem „International Board“ ein eigenes Segment für multinationale Konzerne öffnen.

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Vor allem zur Finanzierung des Chinageschäfts erscheint ein Börsengang in Schanghai großen Firmen attraktiv - sie erhalten daraus Millionen oder gar Milliarden in der Landeswährung Yuan, die wegen Devisenkontrollen sonst schwerer zu beschaffen ist. Die Topadressen einschließlich des Pharmakonzerns Novartis liebäugeln daher mit der Börsennotiz am geplanten International Board. Für alle diese Unternehmen ist China wegen seiner Größe und des schnellen Wachstums einer der wichtigsten Märkte. Auch für die Allianz ist das Reich der Mitte eine der Schlüsselregionen in den nächsten Jahren.

China ist jetzt schon der sechstgrößte Versicherungsmarkt weltweit und wächst schnell weiter. „Der Anteil der Beitragseinnahmen aus den sogenannten Wachstumsmärkten hat sich in den letzten fünf Jahren von vier auf 12 Prozent erhöht“, sagt eine Unternehmenssprecherin in Singapur. Der deutsche Konzern verkauft in China bereits Lebens-, Sach- und Krankenversicherungen. Er ist außerdem an einem Wertpapierverwalter beteiligt und bietet über Euler Hermes Kreditversicherungen an. Dazu kommen neue Dienstleistungen wie eine Reise- und Autohilfe.


Mittel sollen transferierbar sein

Die Chancen für die Allianz sind gut: Im vergangenen Jahr ist das Prämienaufkommen in China branchenweit um 30 Prozent gewachsen. Die Einnahmen des chinesischen Marktzweiten Ping An sind allein im abgelaufenen dritten Quartal um 33 Prozent gestiegen. Da der wirtschaftliche Aufstieg des Landes weitergeht, erwarten Experten für die nächsten Jahrzehnte erhebliche Zuwächse. Schätzungen zufolge halten ausländische Spieler jedoch bisher nur einen Marktanteil unter sechs Prozent - da gibt es noch viel Spielraum.

Den Allianz-Börsengang in Schanghai knüpft Diekmann an Bedingungen, auch wenn er sich diplomatisch ausdrückt: „Wir freuen uns auf ein neues Börsensegment, das sich auf breiter Basis an internationalen Standards orientiert und örtliche Besonderheiten berücksichtigt.“ Vertreter der Shanghai Stock Exchange (SSE) versichern bereits: Das „International Board“ soll exakt auf die Bedürfnisse der Ausländer zugeschnitten werden. „Wir treiben die Eröffnung des International Board energisch voran“, versprach schon im Frühsommer Shang Fulin, einer der Top-Finanzaufseher des Landes.

Eine weitere Voraussetzung für die Allianz: „Die Mittel, die sich an dem neuen Segment beschaffen lassen, sollten auch transferierbar sein“, fordert Diekmann. Der Allianz-Chef bezieht sich bei dieser Bedingung auf eine Besonderheit Chinas. Überweisungen über die Landesgrenze hinweg sind strengen Kapitalverkehrskontrollen unterworfen. In Yuan eingenommene Emissions-Erlöse lassen sich nur schwer in anderen Erdteilen einsetzen. Die chinesische Regierung plant jedoch eine Sonderregelung, mit der die Konzerne das Geld auch außerhalb des Landes nutzen können - zumindest geht das aus chinesischen Presseberichten hervor.

Die lange erwartete Eröffnung des International Board spiegelt auch die Ambitionen des bereits jetzt sechsgrößten Handelsplatzes der Welt wider. „Die Börse Schanghai hegt schon lange den Traum, zu einem erstklassigen internationalen Handelsplatz voller Topwerte zu werden“, sagte Börsenchef Geng Liang im März. Bisher sind dort jedoch ausschließlich chinesische Unternehmen gelistet. Firmen wie die Allianz sind bei solchen Zielen herzlich willkommen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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