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Experten gespannt: Pimco-ETF wird zum Lackmustest

Quelle: Handelsblatt Online

Experten zufolge könnte der ETF von Bill Gross die Wende in der Branche bringen. Andere Manager könnten nachziehen und ähnliches versuchen. Sollte das Debüt misslingen, könnte das der Akzeptanz schaden.

Der Sitz der Fondsgesellschaft Pimco in Kalifornien. Quelle: Reuters
Der Sitz der Fondsgesellschaft Pimco in Kalifornien. Quelle: Reuters

New York/FrankfurtDas Debüt des prominenten Anleiheexperten Bill Gross als Manager eines börsennotierten Indexfonds (ETFs) wird Experten zufolge zum Lackmustest für aktiv gemanagte ETFs. „Das wird ein großer Test“, sagt ETF-Analyst Scott Burns von Morningstar. „Wenn er erfolgreich verläuft, und davon gehe ich aus, werden andere Manager die Seitenlinie verlassen und mitspielen.“ Ähnlich sieht es Kevin DiSano vom ETF-Anbieter Index IQ. „Wenn es nicht funktioniert, wird das der Branche für aktiv gemanagte ETFs ein großes blaues Auge verpassen.“

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Bill Gross ist einer der international bekanntesten Fondsmanager. Am 1. März will seine Fondsgesellschaft Pimco, die zur Allianz gehört, Gross' ersten ETF auf den US-Markt bringen: Der Total Return ETF soll ein Spiegelbild von Gross' 241 Milliarden Dollar (rund 185 Milliarden Euro) schwerem Total Return Fund werden - mit den typischen Eigenschaften börsennotierter Indexfonds: Die Portfoliobestände werden täglich veröffentlicht, die Anteile können auch von externen Handelspartnern ausgegeben und zurückgenommen werden.

Gross' ETF ist nicht der erste, den Pimco auf den Markt bringt. In den USA bietet die Gesellschaft bereits seit längerem börsennotierte Indexfonds an und gehört zu den mittelgroßen Branchenvertretern. Den europäischen ETF-Markt hat Pimco erst im Januar 2011 betreten - in Kooperation mit dem Londoner Anbieter Source werden fünf Produkte abgeboten.

Insgesamt ist der Marktanteil aktiv gemanagter ETFs noch sehr gering. Von gut einer Billion Dollar, die der Deutschen Bank zufolge in ETFs mit US-Börsenlistings investiert ist, steckt nur knapp ein Prozent in solchen Fonds. Morningstars ETF-Analyst Burns führt das auf die geringe Bekanntheit der bisherigen Manager zurück. „Die aktiv gemanagten ETFs, die es bereits gibt, haben keinen markigen Fonds oder Manager hinter sich“, sagt er.


Es gibt einen möglichen Stolperstein

Wegen Gross' Renommee erwarten Burns und andere Experten, dass das Debüt des Pimco-Aushängeschildes als ETF-Manager die Wende bringen könnte. „Pimco wird diesem Bereich zu deutlich mehr Aufmerksamkeit verhelfen“, sagt Kevin DiSano von Index IQ. „Und wenn es schlecht läuft, wird das der Akzeptanz schaden.“ Der geplante Total Return ETF soll einen ähnlichen Investmentansatz wie der Total Return Fund verfolgen.

Auch mit dem ETF will Gross in Staats- und Unternehmensanleihen sowie Hypothekenpapiere bester Schuldnerqualitäten und mittlerer Laufzeiten aus aller Welt investieren. Mit dem klassischen Total Return Fund, der seit 1987 auf dem Markt ist, hat er in den vergangenen Jahren zumeist sehr gute Wertentwicklungen erzielt.

Doch es gibt einen möglichen Stolperstein: Denn mit dem ETF darf Gross nicht so frei investieren wie mit dem ursprünglichen Fonds. Der Grund dafür ist, dass die US-Finanzaufsicht SEC den Einsatz von Derivaten in börsennotierten Indexfonds strenger handhabt als bei klassischen Investmentfonds. Und ein Großteil des Total Return Fund entfällt momentan auf Derivate: Verbriefte Hypothekenkredite machen etwa die Hälfte des Portfolios aus.

„Wie stark die Wertentwicklung genau abweichen wird, ist ungewiss“, sagt Peter Lewis von der Investmentbank Nomura Securities. „Aber es wird einen gewissen Mehr- oder Minderertrag geben, und das könnte dazu führen, dass das Produkt verkümmert und stirbt oder aufblüht und wächst.“ Üblicherweise bilden ETFs die Wertentwicklungen von Finanzmarktindizes ab, indem sie deren Wertpapiere im Portfolio halten oder Derivategeschäfte eingehen. Aktiv gemanagte ETFs investieren unabhängig von Börsenbarometern in einzelne Wertpapiere oder ETFs. In den USA gibt es bereits mehrere solcher Fonds, in Europa steckt dieser Ansatz noch in den Kinderschuhen.

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