Facebook-Börsengang: Nasdaq kehrt die Scherben zusammen

Facebook-Börsengang: Nasdaq kehrt die Scherben zusammen

, aktualisiert 21. Mai 2012, 06:48 Uhr
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Löste Verwirrung und Ärger aus: Die Nasdaq-Panne beim meistdiskutierten Börsengang des Jahres.

von Michaël Jarjour und Nils RüdelQuelle:Handelsblatt Online

„Das war nicht unsere beste Stunde“: Nach der peinlichen Panne beim Facebook-Börsengang gibt sich die Nasdaq zerknirscht. Das Ausmaß des Debakels wird deutlicher. Nun drohen der Technologiebörse unangenehme Konsequenzen.

Es sollte ein großer Tag werden in Robert Greifelds Karriere. Der Chef der US-Technologiebörse Nasdaq war am Freitag eigens zum Facebook-Hauptquartier nach Kalifornien geflogen, um gemeinsam mit Gründer Mark Zuckerberg den Börsengang des Jahres zu feiern. „Wir sind gut vorbereitet“, hatte Greifeld noch am Morgen zu Reportern gesagt. Stolz darüber, die Konkurrenz von der New York Stock Exchange (Nyse) bei dem Mega-IPO ausgestochen zu haben.

Zweieinhalb Tage später klang Greifeld dann auf einmal ziemlich kleinlaut. „Das war nicht unsere beste Stunde“, sagte er am Sonntag, wieder zurück in New York.

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Was dazwischen lag, war eine Blamage für die Nasdaq. Wegen einer technischen Panne ging die Facebook-Aktie am Freitag erst gegen 11.30 Uhr an den Start, eine halbe Stunde später als geplant. Auch noch weit in den Tag hinein herrschte Verwirrung, viele Händler rätselten, ob ihre Order platziert ist oder nicht und zu welchem Preis.

Nasdaq: "Peinlich berührt"

Einige wissen laut Medienberichten noch immer nicht, ob sie nun Facebook-Papiere besitzen und wenn ja, wie viele. Noch am Freitag beugten sich Ermittler der Börsenaufsicht SEC über den Fall.

Und während die Facebook-Aktie heute in ihre erste reguläre Woche startet, kehrt die Nasdaq Scherben vom Freitag zusammen. Man sei „peinlich berührt“, gab Greifeld am Sonntag in seiner ersten Stellungnahme nach dem Chaos-Tag zu. Dennoch sei der Börsengang, der Facebook rund 16 Milliarden Dollar eingebracht hat, „sehr erfolgreich“ gewesen.

Das sehen nicht alle so. „Wir mussten vollkommen blind fliegen“, sagte ein Händler von Morgan Stanley, der mehr als 30 Kaufanfragen eingereicht hatte. Auch ein Broker von Raymond James Financial wartete vergeblich auf eine Quittung für seine vor Handelsbeginn vorgelegten Bestellungen.

„So etwas haben wir durchaus erlebt, wenn der Markt verrückt spielt, aber noch nicht, wenn es nur um ein einzelnes Papier geht“. William Karsh, ehemaliger Chef des Operativen Geschäfts beim Nasdaq-Konkurrenten Direct Edge, höhnte im Interview mit dem Finanznachrichtendienst Bloomberg: „Dies zeigt, dass Technologie nicht unfehlbar ist“. Die Börse, so Karsh, habe „in unrühmlicher Weise versagt“.

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