Facebook : Die Aktie rauscht weiter in den Keller

Facebook : Die Aktie rauscht weiter in den Keller

Quelle:dpa

Mehr als sechs Prozent Verlust am Dienstag: Der größte Internet-Börsengang aller Zeiten ist in den Talfahrt-Modus übergegangen und verschreckt damit die Anleger. Immer lauter wird die Kritik an den beteiligten Banken.

Der Facebook-Börsengang wird zum Milliardengrab für Anleger: Auch am dritten Handelstag fiel die Aktie kräftig. Mehr als 6 Prozent verlor das Papier am Dienstagmorgen in New York. Bereits am Vortag war der Kurs um 11 Prozent abgesackt. Ein Ende des Abwärtstrends war zunächst nicht in Sicht. Nicht einmal 32 Dollar kostete die Aktie im frühen Handel an der US-Technologiebörse Nasdaq. Gekauft hatten sie die Anleger für 38 Dollar und teils noch darüber. Doch bereits zum Börsenstart am Freitag deutete sich an, dass das Papier überteuert angeboten worden war. Nur Stützungskäufe der Banken hatten den freien Fall verhindert. Nach dem Börsen-Debakel für Facebook stehen Schuldzuweisungen an der Tagesordnung.

Vor allem die Investmentbank Morgan Stanley, die den Börsengang federführend organisierte, steht unter Beschuss. Die Banken hätten sich bei der Nachfrage verschätzt und zu viele Papiere auf den Markt geworfen, lautet der Vorwurf. Zentraler Anteilseigner und damit einer der größten Leidtragenden des Kursverfalls ist Gründer Mark Zuckerberg. Ein Dollar mehr oder weniger beim Aktienpreis macht gleiche eine halbe Milliarde bei seinem Vermögen aus. Nach dem Kurssturz waren seine Anteile zuletzt noch gut 16 Milliarden Dollar wert - 3 Milliarden Dollar weniger als zum Ausgabepreis. Der Verfall der Facebook-Aktie muss für Zuckerberg umso bitterer sein, als die Börsen insgesamt deutlich nach oben gingen.

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Fakten aus dem Facebook Börsenprospekt

  • Volumen des Börsengangs

    Zunächst 5 Milliarden US-Dollar, könnte aber noch erhöht werden

  • Betreuung

    Begleitet wird der Börsengang unter der Leitung von Morgan Stanley. Mit im Team sind JPMorgan, Goldman Sachs und Bank of America/Merril Lynch.

  • Der „Zuckerberg-Faktor“

    Unter den Risikofaktoren für Investoren nennt Facebook unter anderem den Weggang von Mark Zuckerberg.

  • Kürzel

    Das Börsenkürzel für Facebook soll „FB“ werden. Das wird aber erst feststehen, wenn klar ist wo das Papier gehandelt wird.

  • Umsätze

    3,7 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr

  • Anteilsverhältnisse

    Mark Zuckerberg hält an Facebook 28 Prozent. Das Management insgesamt 70 Prozent. Der Rest ist in den Händen von Finanzinvestoren.

  • Monatlich aktive Nutzer

    845 Millionen beträgt die Zahl vom 31. Dezember 2011. Genau ein Jahr zuvor waren es noch 608 Millionen User.

  • Likes und Kommentare

    Durchschnittlich 2,7 Milliarden pro Tag im letzten Quartal 2011

  • Foto-Uploads pro Tag

    250 Millionen

  • Geschlossene Freundschaften

    100 Milliarden

  • Gebändigter Zuckerberg

    Auf Seite 28 des Prospekts werden die Aktionäre beruhigt, denen das Naturell Zuckerbergs - „Ich bin der Chef, Arschloch“ - aufstoßen könnte: „Als Verwaltungsratsmitglied steht Mr. Zuckerberg in der treuhänderischen Pflicht gegenüber unseren Aktionäre [und wird] nach gutem Gewissen und in einer Art und Weise handeln, (...) wie es im besten Sinne der Aktionäre ist.“

„Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt“, sagte dem „Wall Street Journal“ Analyst Michael Pachter, der schon Zuckerbergs legeres auftreten vor Investoren in Kapuzenpulli und Jeans kritisiert hatte. Man habe nur die Hälfte der Aktien auf den Markt bringen sollen. Nach Recherchen der Zeitung könnte den Ausverkauf zudem beschleunigt haben, dass einige Käufer bei der Platzierung deutlich mehr Aktien bekommen hätten als geordert. Einige Investoren sagten der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, sie fühlten sich von den Banken getäuscht.

Die Neuemission entwickelt sich für manche zum Alptraum

Facebook hatte vor dem Börsengang ziemlich siegessicher agiert: Die Zahl der Aktien wurde um ein Viertel auf 421 Millionen aufgestockt. Zudem wurde die Preisspanne von 28 bis 35 Dollar auf 34 bis 38 Dollar hochgeschraubt - und die Aktie wurde dann zum Maximalpreis verkauft. Zum Börsendebüt am Freitag hatten die Banken um Morgan Stanley den Kurs noch hochgehalten, am Montag begann die Talfahrt. „Bisher entwickelt sich die Facebook-Neuemission äußert enttäuschend und wird für manch einen regelrecht zum Albtraum“, kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital.

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„Insgeheim hatten ja doch viele gehofft, dass sich diese Firma zu einer neuen Apple oder Google entwickeln könnte.“ Mit dem Kursverlust können sich nun all jene bestätigt fühlen, die Facebook für total überbewertet halten. Zwar besitzt das Netzwerk gut 900 Millionen Mitglieder, doch die Geschäftszahlen fallen bislang eher bescheiden aus: Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn. Die Haupt-Einnahmequelle ist Werbung. Bereits im Vorfeld des Börsengangs waren die kritischen Stimmen immer lauter geworden. So wurde bekannt, dass der Autoriese General Motors seine Anzeigenkampagne auf Facebook stoppt, weil die Kunden schlicht nicht erreicht würden. Überdies muss Facebook eine Lösung für das Problem finden, das immer mehr Nutzer per Smartphone mit ihren Facebook-Freunden kommunizieren - ein Handy-Bildschirm bietet aber deutlich weniger Platz für Werbung.

Quelle:  dpa
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