Facebook, Twitter und Co.: Tech-Aktien haben kaum noch Luft nach oben

Facebook, Twitter und Co.: Tech-Aktien haben kaum noch Luft nach oben

Junge Tech-Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Uber sind enorm hoch bewertet. Einige der Börsenstars lassen Parallelen zur Dotcom-Manie vor 15 Jahren erkennen. Droht eine erneute Blase am US-Aktienmarkt?

Vor 15 Jahren schockierte „Barron’s“ mit einer Titelstory die Anleger. Tenor: Die Geschäftsmodelle der an der US-Technologiebörse Nasdaq gerade hoch gehandelten jungen Internet-Firmen seien in vielen Fällen nicht nachhaltig, einige würden so viel Geld verbrennen, dass ihre Pleite bevorstehe. Im Monat des Erscheinens verlor der Nasdaq-Index 31 Prozent.

Und das war nur der Anfang der zweijährigen Talfahrt, die mit 78 Prozent Wertverlust endete und als das Platzen der „Dotcom-Blase“ in die Geschichte einging. Wiederholt sich die Geschichte? In den vergangenen Monaten erkletterte die US-Börse immer wieder neue Höchstwerte. Auch der Nasdaq-Index näherte sich seinem alten Allzeithoch von 5049 Punkten.

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Börsenstars wie der Kurznachrichtendienst Twitter, Softwarevermieter Workday oder Datenanalyseanbieter Splunk lassen Parallelen zur Dotcom-Manie vor 15 Jahren erkennen. Sie sind hoch bewertet, schreiben aber keine Gewinne und werden das in absehbarer Zeit nicht schaffen. Früher oder später aber muss ein Unternehmen Gewinn machen, wenn es im Geschäft bleiben will. Das klingt trivial, gerät aber ab und zu aus dem Fokus der Anleger.

Und doch ist die Situation anders als im Jahr 2000: Gemessen an den Gewinnen der Unternehmen, ist der Aktienmarkt vernünftiger bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Dow Jones Index liegt bei 15; die Unternehmen kosten also im Schnitt das 15-Fache ihres Jahresgewinns. 1999 lag das KGV bei 18. Das KGV des S&P 500 liegt bei 17, im Jahr 1999 betrug es 30. Noch eklatanter die Differenz beim notorisch teuren Technologieindex Nasdaq. Dessen KGV liegt heute bei 22, im Jahr 2000 lag es bei abenteuerlichen 102.

"Solidere Bilanzen"

„Die heutigen Tech-Unternehmen haben solidere Bilanzen und schreiben kleinere Verluste als die Ex-Stars der Dotcom-Ära“, konstatiert Greg Kyle, Analyst der Bates Research Group in New York. Im Jahr 2000 hatte derselbe Kyle in seiner Studie 51 junge Internet-Unternehmen identifiziert, denen bald das Geld ausgehen würde; dieses Mal prüfte er erneut nach und fand nur fünf: Café Press, Cyan, Silver Spring Networks, E2Open und Audience. In seiner neue Studie analysiert Kyle 80 Internet-Firmen, die in den vergangenen drei Jahren an die Börse gingen. Gemeinsam haben sie einen Börsenwert von 380 Milliarden Dollar. Von diesen Unternehmen schreiben 55, also mehr als zwei Drittel, derzeit Verluste. Im Jahr 2000 waren es 74 Prozent der 280 von Kyle analysierten Unternehmen, die dauerhaft in der Verlustzone arbeiteten.

Im dritten Quartal 2014 lag der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebit) der 80 Börsenneulinge bei insgesamt 1,6 Milliarden Dollar. Allerdings entfällt der Großteil dieser Gewinne allein auf ein Unternehmen; ohne Facebook beläuft sich der Gewinn auf kümmerliche 178 Millionen Dollar für alle 79 Firmen.

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Warnung vor neuer High-Tech-Blase

Auch prominente Risikokapitalinvestoren aus dem Silicon Valley wie Netscape-Gründer Marc Andreessen warnen inzwischen vor einer neuen High-Tech-Blase. Laut Daten von Dow Jones Venture Source liegt der durchschnittliche Wert eines mit Wagniskapital finanzierten Unternehmens in einem späten Entwicklungsstadium, also kurz vor der Börsenreife, derzeit bei 250 Millionen Dollar. Das ist Rekord, weit höher als 1999, als die Börsenkandidaten im Schnitt 89 Millionen Dollar auf die Waage brachten.

Ein Grund dafür: In Zeiten niedriger Zinsen fließt viel Geld in Wagniskapital. Startups können sich viel mehr Zeit nehmen, bis sie an die Börse müssen: Sie bekommen mühelos anderswo neues Geld für ihre Expansionsprojekte. Klassische Risikokapitalgeber – zunehmend aber auch Investmentfonds, Hedgefonds und die Vermögensverwalter reicher Privatleute (Family Offices) – investieren vermehrt via Privatplatzierungen in die jungen Technologieunternehmen.

Uber, die kontrovers diskutierte Mitfahr-App, die das Taxigewerbe umpflügen will, meldete erst Ende November eine neue Geldspritze. Das Unternehmen soll nun mehr als sagenhafte 41 Milliarden Dollar wert sein. Damit wäre Uber aus dem Stand eines der 30 wertvollsten Unternehmen an der Nasdaq.

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