Fed-Entscheid am Abend: Märkte erwarten Stillhalten der Notenbank

Fed-Entscheid am Abend: Märkte erwarten Stillhalten der Notenbank

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Janet Yellen

Die Juni-Entscheidung der US-Notenbank Fed über ihre künftige Geldpolitik fällt in eine ungünstige Zeit. Marktteilnehmer rechnen deshalb nicht mit einem Zinsschritt.

Die US-Notenbank Federal Reserve wird am Mittwoch (20.00 Uhr MEZ) ihre Entscheidung zur künftigen Geldpolitik bekanntgeben. Im Angesicht eines möglichen Brexit rechnen Marktteilnehmer mehrheitlich nicht mit einer Anhebung des Leitzinses. Diesen hatte die Fed zuletzt im Dezember vergangenen Jahres nach jahrelanger Nullzinspolitik auf ein Niveau zwischen 0,25 und 0,5 Prozent angehoben.

Fed-Chefin Janet Yellen, die sich auf einer Pressekonferenz äußern wird, hatte im Vorfeld weitere graduelle Anhebungen „in den nächsten Monaten“ für geboten gehalten, sollte die wirtschaftliche Entwicklung sich nicht verschlechtern. Allerdings hatte es auch Bedenken wegen der schwächelnden Daten vom US-Arbeitsmarkt gegeben.

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Gewichtigstes Argument gegen einen Zinsschritt im Juni dürfte aber die Unsicherheit bezüglich eines Austrittes Großbritanniens aus der EU sein. Ein Brexit könnte laut Internationalem Währungsfonds massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nach sich ziehen. Die Briten entscheiden am 23. Juni über ihren Verbleib in der EU. An den Börsen herrscht seit Tagen Nervosität, nachdem Umfragen einen EU-Ausstieg der Briten immer realistischer erscheinen lassen.

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Flaggen. Quelle: dpa

Die Äußerungen von Marktteilnehmern und Beobachtern, wann die Federal Reserve nach ihrer Juni-Sitzung eine Zinsanhebung ins Visier nehmen könnte, gehen weit auseinander. Einige halten eine Erhöhung im Juli für möglich, andere sind sich nicht einmal sicher, dass es nach der Sommerpause im September so weit sein könnte.

Erste Investoren bringen sogar die Möglichkeit einer baldigen erneuten Zinssenkung ins Spiel. „Ich bin nicht überzeugt, dass die Fed überhaupt nach oben geht. Der nächste Schritt könnte ein Kürzung sein“, sagte Nicholas Ferres von Eastspring Investments dem US-Sender NBC.

Die Wirtschaftsdaten in den USA sind nach wie vor nicht düster, aber auch nicht mehr so rosig wie noch vor einigen Monaten. Im Mai kamen statt der erwarteten 162 000 nur 38 000 neue Stellen auf dem Arbeitsmarkt hinzu - ein, Indikator, auf den die Fed bei ihrer Bewertung neben der Inflation besonders genau schauen muss. Die Inflation ist seit längerem von der Zielmarke von zwei Prozent entfernt und wird nach Einschätzung der Fed dahin auch nicht umgehend zurückkehren.

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