Fed-Entscheidung: Yellen und die Märkte sind noch keine Freunde

Fed-Entscheidung: Yellen und die Märkte sind noch keine Freunde

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Fed-Chefin Janet Yellen bei der Rede nach ihrem ersten Zinsentscheid als Chefin der US-Notenbank.

von Saskia Littmann

Die US-Notenbank fährt ihr Anleihekaufprogramm weiter zurück, auch der Leitzins könnte früher steigen, als die Märkte das erwartet hatten. Den Anlegern gefällt das nicht.

Bisher macht sich Janet Yellen an den Finanzmärkten keine Freunde. Denn die Chefin der US-Notenbank Fed hat auf ihrem ersten Zinsentscheid eine unerwartet zügige Straffung der Geldpolitik angedeutet.

Wie erwartet dampfte die Fed ihr Anleihekaufprogramm weiter ein. Das monatliche Volumen der Ankäufe von Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren wird um zehn auf 55 Milliarden Dollar verringert. Zudem wurde klar, dass die Mehrheit der US-Notenbanker schon 2015 mit ersten Zinserhöhungen rechnet. Diese dürften auch kräftiger ausfallen als bisher gedacht. "Fed-Chefin Janet Yellen hat klar gemacht, dass die Zeiten des billigen Geldes vorbei sind, das müssen die Märkte erst einmal verdauen", sagte ein Börsianer.

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Die Nachricht von Fed-Chefin Janet Yellen bei ihrem ersten Zinsentscheid war klar: Die Zinsen werden schneller steigen als von so manchem Analysten erwartet. Doch eine kleine Panne sorgte noch für Verwirrung.

huGO-BildID: 36004810 A screen displays a news conference by Federal Reserve Chair Janet Yellen as traders work on the floor of the New York Stock Exchange March 19, 2014. REUTERS/Brendan McDermid (UNITED STATES - Tags: BUSINESS) Quelle: REUTERS

Denn die Märkte sind ein großer Freund des billigen Geldes. Trocknet der Kapitalfluss langsam aus, werden Anleger nervös. Der deutsche Leitindex Dax rutschte am Donnerstag unter die 9200-Punkte-Marke. Einer der größten Dax-Verlierer waren Lanxess mit einem Minus von 1,3 Prozent. Der Chemiekonzern erwartet nach tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr ein weiterhin schwieriges Geschäft. Es scheint, als ob die Märkte mittlerweile realisieren, dass die Fed ihren Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik ernster meint, als bisher vielleicht angenommen.

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Auch Janet Yellen scheint sich der Bedeutung ihrer Worte für die Märkte bewusst zu sein. "Ich fühle die Last der Verantwortung in meiner neuen Rolle", sagte die neue Fed-Chefin. Zu groß ist die Gefahr, dass die Märkte zusammenbrechen, wenn Kapital zu schnell abgezogen wird. Nicht nur in Deutschland, auch in Japan waren die Börsen nicht begeistert über die Entwicklung. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index tendierte gegen Mittag in Tokio 0,5 Prozent im Minus bei 14.385 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor ebenfalls 0,5 Prozent auf 1158 Zähler. Die Börsen in New York verloren ebenfalls, der Dow Jones verlor 0,7 Prozent nach der Verkündung der Fed-Entscheidung.

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Etwas aufatmen dürfen dagegen die deutschen Export-Unternehmen. Je straffer die Geldpolitik in den USA wird, desto stärker wertet der Dollar gegenüber dem Euro auf. Die Gemeinschaftswährung fiel nach den Aussagen von Yellen am Mittwochabend auf ein Zwei-Wochentief von 1,3808 Dollar. Auch Gold, von Anlegern vor allem als sicherer Hafen in inflationären Zeiten geschätzt, verlor durch die Fed-Entscheidung an Wert. Der Preis für das Edelmetall fiel auf den tiefsten Stand seit rund drei Wochen. Dabei hatte der Goldpreis zuletzt aufgrund der Sorge um eine Eskalation der Krim-Krise deutlich zugelegt.

Interessant wird, wie die Märkte mit dem Strategiewechsel der Fed umgehen werden. Bisher koppelte die US-Notenbank eine Zinserhöhung immer an die Entwicklung der Arbeitslosenquote. Nun erklärte Yellen, man werde an eine Erhöhung des Leitzinses denken, wenn sich die Inflationsrate auf ihren Zielwert bei knapp unter zwei Prozent zubewege und wenn die Wirtschaft Fortschritte in Richtung Vollbeschäftigung mache. Für dieses Jahr erwartet die Fed einen Anstieg der Inflation auf 1,6 Prozent, für das kommende Jahr rechnet die US-Notenbank mit einem Zuwachs auf knapp zwei Prozent.


Mit Material von Reuters.


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