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Fehleinschätzungen: Wo Börsengurus und Hedgefonds 2012 irrten

von Andreas Toller

Viele der Top-Investoren verbreiteten 2012 lauthals Weltuntergangsstimmung – und lagen daneben. Von Fehleinschätzungen, Meinungsschwenks und Renditeproblemen der Hedgefondsmanager und Börsengurus.

Warren Buffett, weltbekannter Investor

„Es besteht kein Zweifel, dass sich die Konjunktur in den kommenden Monaten weltweit abkühlen wird. Besonders hart dürfte es Europa treffen.“ (24.11.2012)

Bild: dapd

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Ein börsennotierter Indexfonds auf den Leitindex Dax hätte nahezu jeden Anleger im vergangenen Jahr glücklich machen können – den Profi ebenso wie den Privatanleger. Schließlich bescherte er Anlegern so seit dem Jahresbeginn 2012 ein Plus von rund 30 Prozent. Wer allerdings auf die Kompetenz und Erfahrung gestandener Investmentprofis vertraute, musste sich nicht selten mit deutlich weniger zufrieden geben. Denn selbst die Stars der Branche lagen im abgelaufenen Jahr häufig daneben.

John Paulson weiter glücklos

Der Hedgefondsmanager John Paulson, der in der Finanzkrise noch 16 Milliarden Dollar verdient hatte, hat 2012 deutlich danebengelegen. Sein Fonds Advantage Plus verlor im Jahr 2012 rund 19 Prozent. Der Grund: Er wettete gegen den Euro und setzte viel Geld auf Goldaktien. Das ging schief, denn während sich der Euro wacker schlug, kamen die Papiere der Goldminenbetreiber unter die Räder. Da half es Paulson auch wenig, dass sein Fonds im Dezember dank der Jahresendrally an den Börsen nochmal 4,5 Prozent gewinnen konnte. Für Paulson ist es das zweite Verlustjahr in Folge. 2011 setzte er zu früh auf eine Erholung der US-Konjunktur – und verlor dadurch mehrere Milliarden Dollar.

Diese Aktien hat Paulson im Depot

  • SPDR Gold Trust (ETF)

    Anzahl der Anteile: 21,8 Millionen

    Anteil am gesamten Fonds: 5,1 Prozent

    Anteil in Paulsons Portfolio: 28,3 Prozent

    Alle Daten mit Stand September 2012

  • HCA Holding

    Anzahl der Aktien: 7,95 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 1,8 Prozent

    Anteil in Paulsons Portfolio: 2 Prozent

  • Equinix

    Anzahl der Aktien: 1 Million

    Anteil am gesamten Unternehmen: 2,1 Prozent

    Anteil in Paulsons Portfolio: 1,5 Prozent

  • JP Morgan

    Anzahl der Aktien: 4 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 0,1 Prozent

    Anteil in Paulsons Portfolio: 1,2 Prozent

  • Sara Lee

    Anzahl der Aktien: 2,96 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 2,5 Prozent

    Anteil in Paulsons Portfolio: 0,7 Prozent

  • Quest Software

    Anzahl der Aktien: 4,93 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 5,8 Prozent

    Anteil in Paulsons Portfolio: 1,1 Prozent

  • Copper Industries

    Anzahl der Aktien: 1 Million

    Anteil am gesamten Unternehmen: 0,6 Prozent

    Anteil in Paulsons Portfolio: 0,6 Prozent

  • Resolute Forest Products

    Anzahl der Aktien: 3,3 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 3,3 Prozent

    Anteil in Paulsons Portfolio: 0,3 Prozent

Paulson machte auch im Sommer 2012 von sich reden, als bekannt wurde, dass er Wetten gegen deutsche Staatsanleihen einging. Sein Kalkül: Deutschland wird in den Strudel der Schuldenkrise hineingezogen, die Risiken der Papiere werden zunehmen. Auch diese Einschätzung könnte sich als verfrüht erweisen. Angeblich hat Paulson seine Wetten gegen die Euro-Zone im Dezember 2012 wieder zurückgefahren.

Cohen "Der Index ist noch unterbewertet"

Abby Joseph Cohen, Strategin bei Goldman Sachs, findet die Papiere des S&P 500 unterbewertet, erwartet keine Inflation und glaubt deshalb an Renditechancen von bis zu 15 Prozent mit Aktien.

Cohen: "Der Index ist noch unterbewertet"

Der Advantage-Fonds von Paulson, der eine ähnliche Strategie wie der Advantage Plus verfolgt, büßte im vergangenen Jahr 14 Prozent ein, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Noch schlimmer erwischte es demnach seinen Goldfonds. Der Fonds, der auf Derivate und andere goldbasierte Investments setzen kann, soll 2012 ein Minus von 25 Prozent eingefahren haben. Zu verdanken hat er das der Korrekturphase, die Gold 2012 durchlaufen hat. Offenbar verließen Paulson da die Nerven, denn in den Sommermonaten verkaufte er Anteile an einem börsennotierten Goldfonds im Wert von zwei Milliarden Dollar. Paulsons Hedgefonds verwalten insgesamt 19 Milliarden Dollar.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.01.2013, 11:34 Uhrblockstone

    Sehe ich genauso,denn die Fehler die dazu führten,werden mittlerweile wieder begannen. Es wird nichts daraus gelernt,wenn ich im Hintergrund weiss, wenn ich wieder im Schlamassel sitze wird mir eh wieder geholfen-Solange die Verantwortlichen keine Haftung für ihr handeln übernehmen bleibt alles beim alten.

  • 14.01.2013, 11:25 Uhrwulff

    Kein Irrtum.

    Der Untergang ist nur verschoben und nicht aufgehoben.

    Notfalls druckt eben die Bad Bank EZB nochmals ein paar Billionen ungedeckte Fiat-Euros, genau wie ihre Lehrmeisterin FED.

    Das Ende wird immer schlimmer, je länger es hinausgezögert wird.

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