Fehlende Liquidität: Milliarden-Fonds in schweren Nöten

Fehlende Liquidität: Milliarden-Fonds in schweren Nöten

, aktualisiert 12. Dezember 2011, 13:40 Uhr
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Der Immobilienfonds CS Euroreal der Credit Suisse wird auch in diesem Jahr nicht wiedereröffnet.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Krise der deutschen Immobilienfonds bedroht zwei weitere Schwergewichte. Die Öffnung der milliardenschweren CS Euroreal und SEB ImmoInvest scheitert an einer zu geringen Liquidität. Den Managern läuft die Zeit davon.

FrankfurtFür die beiden größten eingefrorenen Immobilienfonds CS Euroreal und SEB ImmoInvest wird der Überlebenskampf zum Wettlauf gegen die Zeit. Der CS Euroreal musste am Montag einräumen, dass er noch nicht über ausreichend Mittel verfügt, um wie geplant 2011 wieder zu öffnen. Das hatte eigentlich auch der SEB ImmoInvest vor, bei dem drei Wochen vor Jahresende noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist.

Die beiden deutschen Flaggschiffe - jeweils rund sechs Milliarden Euro schwer - müssen bis spätestens Mai 2012 aufmachen oder für immer schließen. Gleiches gilt für den kleineren Kanam Grundinvest. Denn in allen Fällen läuft im Frühjahr die zweijährige Gnadenfrist ab. Sechs Fonds werden in Deutschland bereits abgewickelt.

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Der Rückzieher von Credit Suisse Asset Management ist daher ein neuer Schlag für das Vertrauen der Anleger in die gebeutelte Branche. CS-Euroreal-Fondsmanager Karl-Heinz Heuß, der noch im November von einer Wiedereröffnung 2011 gesprochen hatte, versuchte sich in einer Erklärung: „Für uns geht Sicherheit vor Geschwindigkeit“, betonte er. Ziel sei es, den Fonds dauerhaft zu öffnen. Dazu müsse die für Anteilsscheinrückgaben zur Verfügung stehende Liquidität bei etwa 30 Prozent liegen. Im Moment seien es erst 25 Prozent - der jüngsten Verkaufsoffensive zum Trotz.

Um Geld in die Kasse zu bekommen, sind sowohl der CS Euroreal als auch der SEB ImmoInvest derzeit dabei, Immobilien aus ihren Beständen abzuverkaufen. Doch je weiter die europäische Schuldenkrise um sich greift und Investoren verunsichert, desto schwerer lassen sich Immobilien mit Gewinn veräußern. „Der Markt ist im Moment nicht so, dass einem die Objekte aus den Händen gerissen werden“, beschreibt ein Branchenvertreter die Stimmung. „Verkäufe sind deutlich schwieriger geworden.“ Beim SEB ImmoInvest kommt hinzu, dass Partner für das Filetstück des Fonds, das „Quartier Potsdamer Platz“ in Berlin, schwer zu finden sind. Der ImmoInvest kam zuletzt auf eine Liquiditätsquote von 21 Prozent. Der Grundinvest der Fondsgesellschaft Kanam fängt mit den Verkäufen gerade erst an, er hatte sich allerdings auch nie auf 2011 festgelegt.

Beim CS Euroreal müssen sich die Anleger nun mit einer Ausschüttung von 1,80 Euro pro Anteil für das Geschäftsjahr 2010/11 bescheiden - das ist so wenig wie noch nie. Die Rendite entspricht mit 1,2 Prozent im Einjahresvergleich dem Branchendurchschnitt. Allerdings lockt Fondsmanager Heuß die Anleger mit dem Versprechen, dass es nach einer erfolgreichen Fondsöffnung mittelfristig wieder mehr sein soll.

Ob die Rechnung aufgeht und die Investoren an Bord bleiben, ist ungewiss. Spätestens seit der ersten Finanzkrise 2008 haben Offene Immbilienfonds ihren Status als sichere Anlageklasse verloren. Damals nutzten Profi-Anleger die tägliche Verfügbarkeit der Gelder und zogen binnen kurzer Zeit Milliarden ab. Um nicht völlig in Schieflage zu geraten, nahmen etliche Fonds keine Anteilsscheine mehr zurück. Auf der Strecke blieben die Kleinsparer, die nicht mehr an ihr Geld kamen. Zwar öffneten manche Fonds später wieder. Doch dann sorgte hierzulande die gesetzliche Neuregelung der Anlageklasse für Verunsicherung und neue Schließungen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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