Maximale Chance + kein Risiko = Plutarchie

Der Zustand, in dem (Groß-)Banken allerdings agieren, etabliert aber in bedauerlicher Weise maximale Chance bei quasi keinem Risiko. Dieses Feld in der Chancen-/Risiko Matrix sei als „Plutarchie“ bezeichnet. Einer Wortschöpfung, die die Wendung „Plutokratie“ abschlägig verzerrt und zudem bewusst den griechischen Wortursprung "Archein" gegen "Kratos" auswechselt. Es war vorauszusehen, dass das politisch durchsichtige Diktum von Regierungschefs nur eine Beruhigungspille ohne Wirkung sein würde, als Sie nach den verheerenden Effekten der Lehman-Pleite forderten, dass fortan keine Bank mehr Größe und Macht haben sollte, um Volkswirtschaften mit deren angeblicher „Systemrelevanz“ zu erpressen.
Skandalöses "weiter so"
Die notwendigen Gesetze, die diesem Treiben maßgeblich hätten Einhalt gebieten können, wurde nicht mal ansatzweise umgesetzt. Nicht auf nationaler Ebene - was womöglich auch wenig Sinn gemacht hätte - aber schon gar nicht global, wo regelmäßig egoistische Nationalinteressen verfolgt werden. Etwa wie in Großbritannien, wo die Plutarchie eine eminente Rolle spielt, statt einen supranationalen Konsens zu finden, der nachhaltig wirkt.
Die Finanzkrise war möglich, weil es „Rettungsschirme“ gab, die jene „Systemrelevantia“ als apriori „gegeben“ voraussetzen konnten (gleichwohl dies zur Vereinfachung allein deren wesentlichen Grund kanalisiert). Schlimmer noch: Trotz aller politischer Floskeln kann die „Systemrelevatia“ noch immer auf Rettungsschirme und Verlustsozialisierung vertrauen. Das ist der eigentliche Skandal!
Zurück zur Marktwirtschaft
Mit anderen Worten: Allein die Annahme der Bankster, dass man im Zweifel nicht von Regierungen fallengelassen würde, war ursächlich für die Hybris der Finanzmärkte. Und lässt diese in gewohnter Manier weiter handeln. Lobbyarbeit, PR, Spenden und Freundschaften haben folglich einen hervorragende Dienste geleistet und zahlen sich weiter aus. Würden nicht nur Rettungsschirme prinzipiell ausgeschlossen werden, sondern auch eine effiziente Bestrafung für diesbezüglich grob fahrlässiges Handeln im Raum stehen, es gäbe wohl kaum eine bedrohende Blase, die auch Unbeteiligte - die Masse aller Steuerzahler trifft!
Auch wenn man es nur aus Geschichtsbüchern ableiten kann: Bis vor gut 100 Jahren waren Blasenkrisen eine Seltenheit. Und dies lag auch daran, dass es keine Rettungsschirme gab, die aus vernünftigem Gewinnstreben schließlich paranoide Gier machten. Mangels einer global abgestimmten Verordnung, die unvernünftiges Kasinohandeln verhindert, bleibt folglich nur die Gegendrohung von den Regierungen, dass die Gesetze der Marktwirtschaft wieder unbedingt und unwiderruflich gelten werden.









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Alle Kommentare lesen30.01.2012, 08:51 UhrAnonymer Benutzer: BlauesWunder
Interessanter Artikel, liest sich gut: 5 Punkte.
Schlage die witzige Wortschöpfung "Blasenkrise" als Unwort des Jahres 2012 vor.
27.01.2012, 14:53 UhrAnonymer Benutzer: Volkswirt
ceterum censeo: wesentliche mehr Eigenkapital und nichts "auslagern" löst von selbst die meisten Probleme!
27.01.2012, 12:00 UhrAnonymer Benutzer: mathias
Selten eine dümmere Vermischung zwischen Kommunismus u.Kapitalismus
gelesen.
Wobei beides das gleiche ist.Eine Gruppe wird immer reicher, und die anderen immer ärmer !!!!
Politisch gesehen gibt es ein Unterschied:
Kommunismus= der Staat und seine Heerschar reissen alles an sich
Kapitalismus=das Kapital befindet sich im Privatbesitz einzelner
die wiederum das Staatsorgan für eigene Zwecke finanzieren.
Um nicht zu sagen "Schmieren"
Letztlich ist das Ganze der Wunsch nach schnellem Geld, ohne dafür
zu arbeiten. LUFTGELD
Der euro wurde eigens dafür geschaffen !!!!!