Finanzaufsicht: Verbitterung und Zuversicht der BaFin-Spitze

KommentarFinanzaufsicht: Verbitterung und Zuversicht der BaFin-Spitze

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Die neue Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Elke König, ihr Vorgänger im Amt, Jochen Sanio (r.), und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beim Stabswechsel am Dienstsitz der BaFin in Frankfurt am Main.

von Hauke Reimer

Wechsel an der Spitze der Finanzaufsicht: Der verabschiedete BaFin-Chef Jochen Sanio poltert, seine Nachfolgerin Elke König schlägt sanfte Töne an.

Er hat das Image des harten Hunds gern gepflegt; Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nannte ihn gar einen „Aufsichts-Dominator“: Jochen Sanio, bis Jahresanfang Chef der Finanzaufsicht BaFin. So schlimm aber kann er dann doch nicht gewesen sein, die deutsche Finanzgemeinde verabschiedete ihn mit Standing Ovations. Eigentlich überraschend, denn Sanio hatte der in der neuen Frankfurter BaFin-Dependance versammelten Finanz- und Polit-Prominenz (neben Schäuble auch Ex-Finanzminister Hans Eichel, Allianz-Vorstand und Deutsche Bank-Aufsichtsratschef in spe Paul Achleitner, Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Clemens Börsig) ordentlich einen mitgegeben, in einer für solche Feierstunden ungewöhnlichen Form.

In der Rolle des Souverän

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„Mehr als ernüchternd“ nannte er selbst seine Schlussbilanz. Die politisch gewollte Deregulierung habe die Finanzmärkte für die Aufseher weltweit „nicht mehr beherrschbar“ gemacht, er warf Banken und Hedgefonds „verheerende Geschäftemacherei“ vor und diagnostizierte eine „abnorme Struktur des Finanzsystems“. Nach der Finanzkrise- und hier bekam die Politik ihr Fett ab – habe der „notwendige Um- und Rückbau des Finanzsystems nicht stattgefunden“, mittlerweile habe sich das Zeitfenster, in dem dieser möglich gewesen sei, schon wieder geschlossen.

Sanio dankt ab

Dass London und New York mit Rücksicht auf ihre Finanzplätze die Bändigung von Derivatehandel und Hedgefonds verweigerten, mache ihn „fassungslos“. Die Politik habe darauf verzichtet, den Finanzmärkten zu zeigen, wer der eigentliche Souverän sei und werde das bereuen, „spätestens in der nächsten Krise“.

Sich ständig international mit den westlichen Politikern auf Regulierungsfragen zu einigen, nannte er eine „Mission impossible“.

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