Finanzen persönlich – Gernot Schulz: „Ich bin kein Hellseher“

Finanzen persönlich – Gernot Schulz: „Ich bin kein Hellseher“

, aktualisiert 16. November 2016, 16:38 Uhr
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„Geld ist Lebens-Mittel, schafft Unabhängigkeit und die Möglichkeit, alles haben zu können – bis auf das Wesentliche.“

von Jessica SchwarzerQuelle:Handelsblatt Online

Mit Aktien hat Gernot Schulz gemischte Erfahrungen gemacht. Heute setzt der Dirigent auf dividendenstarke Titel und hört dabei auf Experten im Freundeskreis. Ein klar definierte Strategie hat er aber nicht.

Für Gernot Schulz ist Geld vor allem ein Mittel zum Leben. Der wertvollste Besitz des international gefragten Dirigenten und langjährigen Berliner Philharmonikers ist, wie könnte es anders sein, sein Gehör. Sich selbst attestiert er einen „tugendhaften Umgang“ mit Geld. Trotzdem agiert er an der Börse ohne klar definierte Strategie. Das würde er den Führungskräften, die er seit Jahren coacht, wahrscheinlich nicht empfehlen.

Name: Gernot Schulz

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Geburtstag: 22. Februar 1952

Beruf: Dirigent, Pädagoge und Coach

Was bedeutet Ihnen Geld?
Geld ist Lebens-Mittel, schafft Unabhängigkeit und die Möglichkeit, alles haben zu können – bis auf das Wesentliche.

Wann ist ein Mensch reich?
Ein reicher Mensch ist oft nur ein armer Mensch mit viel Geld, hat Onassis einst gesagt. Für mich heißt reich zu sein, in auskömmlichen Lebensverhältnissen das Glück zu haben, mit Liebe und wahrer Freude beschenkt zu werden.

Was ist Ihr wertvollster Besitz?
Mein Gehör und fünf Meter Partituren, die durch handschriftliche Eintragungen über 40 Jahre hinweg die Essenz meiner Analysen und interpretatorischen Ideen enthalten.

Was war die teuerste Anschaffung in Ihrem Leben, abgesehen von Immobilien?
Die teuerste Anschaffung war mein erstes Auto: ein DKW 1000. Im Verhältnis zu meinen spärlichen Nebeneinkünften als Schüler waren 500 D-Mark ein exorbitant teurer Anschaffungspreis.

Womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Mit dem Austragen von Kirchengemeinde-Blättern – als Elfjähriger. Zehn Pfennig gab es pro Blatt pro Woche.

Wie haben Sie gelernt, mit Geld umzugehen?
Ich bin in einem preußisch-sparsamen Elternhaus groß geworden, das dann ins noch sparsamere Schwäbische ausgewandert ist. Da war ein tugendhafter Umgang mit Geld programmiert.

Was war Ihre erste Geldanlage (nach dem Sparbuch)?
Ein Bausparvertrag.

Wann haben Sie Ihre erste Aktie gekauft und welche?
Erst als ich Geld erwirtschaftet hatte, auf das ich nicht angewiesen war, habe ich in einen US-Nebenwert investiert. Und zwar in Storage Technology, einen Konkurrenten von Texas Instruments. Sehr erfolgreich übrigens.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Aktien gemacht?
Solche und solche.

Wie legen Sie Ihr Geld heute an?
In dividendenstarken Aktien.

Verfolgen Sie eine klar definierte Strategie?
Nein.

Wem vertrauen Sie in der Geldanlage und warum?
Ich vertraue Experten im Freundeskreis, von denen ich weiß, dass sie keine Eigeninteressen haben.

Was war Ihre erfolgreichste Investition?
Alles, was ich in meine Aus- und Fortbildung investiert habe.

Welche „Wette“ ging nicht auf und warum?
Alle im Wert gefallenen Aktien. Warum? Weil ich kein Hellseher bin.

Ihre liebste Börsenweisheit?
Die Börse hat etwas Gutes und etwas Schlechtes. Das Schlechte ist, dass eine Aktie nach einem Verlust von 50 Prozent um 100 Prozent steigen muss, um wieder den alten Stand zu erreichen. Das Gute: Man kann beim Spekulieren 1 000 Prozent gewinnen, aber nie mehr als 100 Prozent verlieren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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