Finanzmärkte: Rettungsschirm für Spanien beflügelt die Börsen

Finanzmärkte: Rettungsschirm für Spanien beflügelt die Börsen

, aktualisiert 11. Juni 2012, 08:31 Uhr
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Mit Spanien schlüpft bereits das vierte Euro-Land nach Griechenland, Irland und Portugal unter den Euro-Rettungsschirm.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Finanzhilfen für die spanischen Banken sind größer als erwartet ausgefallen. Das stärkt die Aktienmärkte in Amerika und Fernost. Auch der Euro und der Ölpreis legen zu. Der Dax klettert zum Auftakt kräftig.

An den Finanzmärkten herrscht deutliche Erleichterung über die vereinbarten europäischen Finanzhilfen für die spanischen Banken. In Asien legten am Montag die Aktienmärkte und der Euro kräftig zu. Der Deutsche Aktienindex Dax verbucht starke Gewinne. Er liegt nur noch knapp unter 6.300 Punkten. Am Freitag hatte er bei 6.130 Zählern geschlossen.

"Vergangene Woche wartete jeder darauf, dass die politisch Verantwortlichen handeln", sagte Marktanalyst Masayuki Doshida von Rakuten Securities. "Daher sind die Investoren jetzt wieder etwas beruhigt, nachdem die Rettungsaktion für Spanien beschlossen ist."

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Spanien will nach langem Widerstand nun doch Gelder aus den Euro-Rettungsfonds zur Rekapitalisierung seiner maroden Geldhäuser beantragen. Die Euro-Finanzminister erklärten sich bereit, dem Land bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Ich bin zuversichtlich, dass dies ein starkes Signal an die Märkte senden wird, dass die Euro-Zone bereit ist, Spanien in seinen Anstrengungen zu unterstützen, seinen Bankensektor zu restrukturieren und rekapitalisieren."

Der Umfang des Rettungspakets ist größer als von vielen Investoren erwartet. Die Märkte wurden in den vergangenen Wochen von der Angst beherrscht, die Krise in der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone könne sich noch stärker ausweiten und der Weltkonjunktur zusätzlich schaden.

Spanien soll auch Strukturprobleme beheben

Mit Spanien schlüpft bereits das vierte Euro-Land nach Griechenland, Irland und Portugal unter den Euro-Rettungsschirm. Im Gegensatz zu den Vorgängern wird es in Anerkennung für den eingeschlagenen Sparkurs lediglich Auflagen für seinen Finanzsektor erhalten. Die Euro-Partner hatten Spanien zu den Hilfen gedrängt - in der Hoffnung auf eine Eindämmung der bereits die Weltwirtschaft massiv belastenden Krise.

Bundesbankchef Jens Weidmann pocht darauf, dass Spanien im Gegenzug für europäische Hilfsgelder für seine maroden Banken auch Strukturprobleme beherzt angeht. "Die spanische Regierung kann darauf bauen, dass Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden - gegen Auflagen", sagte Weidmann am Sonntagabend in der ARD. Dabei gehe es nicht nur um den Rekapitalisierungsbedarf der Finanzinstitute. "Es geht auf der anderen Seite auch um die Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Wirtschaft und den mangelnden Zugang der spanischen Regierung an Kapitalmarkt", betonte Weidmann.

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Nach den Worten von Börsenexperte Doshida richtet sich nun der Blick der Anleger wieder verstärkt auf die nächsten Weichenstellungen in der europäischen Schuldenkrise. Sein Kollege Takao Hattori von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities warnte: "Die Unsicherheiten bleiben. Offen ist, auf welchem Weg die Gelder an die spanischen Banken gezahlt werden, wie das Ergebnis der Wahlen in Griechenland ist und wie sich die Situation in Peripherieländern wie Italien entwickelt", sagte Hattori.

Am Sonntag wählen die Griechen ein neues Parlament. Das Votum gilt für viele als Entscheidung über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone. Kurz darauf folgt das Gipfeltreffen der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20), von dem sich Investoren Antworten auf die Probleme der Weltwirtschaft erhoffen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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