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Formel-1-Börsengang: „Die Märkte sind ein bisschen turbulent“

Quelle: Handelsblatt Online

Eigentlich wollte die Formel 1 noch in diesem Sommer an die Börse gehen. Doch daraus wird nichts. Bernie Ecclestone hat dafür eine einfache Erklärung. Aber stimmt die auch?  

Bernie Ecclestone: Will er an die Börse oder nicht? Quelle: Reuters
Bernie Ecclestone: Will er an die Börse oder nicht? Quelle: Reuters

DüsseldorfBis auf weiteres ist der Börsengang der Formel 1 Anfang  Juni  verschoben worden. Die offizielle Begründung von Bernie Ecclestone, dem Geschäftsführer des Motorspektakels klingt denkbar einfach: Die Märkte seien derzeit ein bisschen turbulent, sagte er. Deswegen wolle man besser abwarten, um zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise einen besseren Preis zu erzielen für die Aktien. Ursprünglich war geplant, die Anteilsscheine in Singapur an die Börse zu bringen.

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Ecclestone ist in guter Gesellschaft: Weltweit haben in den vergangenen Wochen Dutzende von Unternehmen wegen der Marktturbulenzen ihre geplanten Börsengänge abgesagt, darunter auch der deutsche Chemiekonzern Evonik.

Wann es mit dem Formel-1-Börsengang tatsächlich klappt, ist völlig offen. Ecclestone selbst verbreitet jedenfalls weiter Optimismus: „Wir haben gesagt, es findet in diesem Jahr statt, also wird es in diesem Jahr stattfinden.“ Die Formel 1 bereite alles für die Notierung vor und „wann immer wir gehen wollen, können wir gehen“, sagte der 81-Jährige.

In unternehmensnahen Kreisen dagegen wird gemunkelt, dass es Ecclestone eigentlich gar nicht so recht sei, an die Börse zu gehen. Für börsennotierte Unternehmen gelten strenge Transparenzvorschriften. Möglicherweise zu streng für Ecclestone, der über sich selbst sagt, er sei kein Mann des Papiers. Er bevorzuge das klassische Handschlaggeschäft.

So wie im Falle Gerhard Gribkowskys, dem ehemaligen Risikovorstand der Bayerischen Landesbank (BayernLB). Der Vorwurf: Ecclestone soll dem Banker rund 44 Millionen US-Dollar Bestechungsgeld  gegeben haben, damit dieser die Anteile an einen Finanzinvestor verkaufte, der Ecclestone genehm war.

Gribkowsky hat mittlerweile zugegeben, dass er sich hat bestechen lassen. „Der kleine Mann“, wie er Ecclestone nennt, dagegen bestreitet dies nach wie vor.

Gribkowsky geht deshalb auch davon aus, dass der Formel-1-Börsengang noch eine ganze Weile auf sich warten lassen wird. Nicht wegen der Märkte, die ein bisschen turbulent sind. Sondern weil Ecclestone wegen der drohenden Anklage wegen Bestechung genug andere Sorgen habe. . „Den kann er wohl absagen“, meint Gribowsky.

 

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