Frankfurter Robo-Advisor: Ginmon sammelt zweistelligen Millionenbetrag ein

Frankfurter Robo-Advisor: Ginmon sammelt zweistelligen Millionenbetrag ein

, aktualisiert 20. Februar 2017, 11:19 Uhr
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Der Frankfurter Robo-Advisor starte die zweite Finanzierungsrunde.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Der Robo-Advisor Ginmon hat seine zweite Finanzierungsrunde gestartet. Schon jetzt stehe fest, dass dabei ein zweistelliger Millionenbetrag zusammen kommt. Zu den Unterstützern zählt erneut Passion Capital aus London.

FrankfurtIn den deutschen Markt für digitale Vermögensverwaltung kommt Bewegung. Das zeigt nicht nur die steigende Anzahl der sogenannten Robo-Advisors, sondern auch das Interesse der Kapitalgeber. Wie das Handelsblatt erfuhr, hat der Frankfurter Anbieter Ginmon gerade eine Finanzierungsrunde gestartet, bei der Kapital im zweistelligen Millionenbereich eingesammelt werden soll. Ginmon-Gründer Lars Reiner ist optimistisch: „Wir haben verbindliche Zusagen, unter anderem von Passion Capital, und können schon jetzt bestätigen, dass wir dieses Mal eine achtstellige Summe bekommen“, sagt er.

In Deutschland gibt es aktuell etwa zwei Dutzend Robo-Advisors. Ihr Konzept: Sie stellen den Anlegern ein breit gestreutes Portfolio zusammen, das meist aus kostengünstigen ETFs (Exchange Traded Funds) besteht, die die Wertentwicklung von Börsenindizes abbilden. Teils verfolgen sie einen passiven Ansatz, bei dem sie das Depot regelmäßig nur soweit anpassen, dass die gewählte Aufteilung zwischen den ETFs aufrechterhalten wird – sogenanntes Rebalancing. Teils setzen sie auf eine aktive Strategie und reagieren auf die aktuellen Entwicklungen an den Märkten.

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Daneben lassen sie sich im Wesentlichen in Anlagevermittler und Vermögensverwalter einteilen. Bei den Vermittlern bekommt der Kunde eine Hilfestellung, um seinen Risikotyp zu ermitteln, und muss sich dann eigenverantwortlich für eine Portfoliovariante entscheiden. Bei Vermögensverwaltern beantwortet der Kunde zunächst umfangreiche Fragen zu seiner Anlageerfahrung, seiner Risikoneigung und seinen Vermögensverhältnissen und erteilt dem Anbieter dann ein Mandat zur Vermögensverwaltung. Ginmon zählt zu den Anlagevermittlern, ebenso wie zum Beispiel Growney und Visual Vest. Zu den Vermögensverwaltern gehören etwa Vaamo, Scalable Capital, Whitebox, Liqid und Quiron.


In Deutschland steckt die Robo-Advisor-Branche in den Kinderschuhen

Hinter den meisten Angeboten stehen Finanz-Start-ups, Banken tun sich damit häufig noch schwer. Überhaupt steckt die Branche in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Wie erfolgreich das Modell sein kann, zeigt aber der Blick in die USA: Dort verwaltet Wealthfront bereits fünf Milliarden Dollar und Betterment sogar 7,3 Milliarden Dollar. In Deutschland hat bisher Scalable Capital mit zuletzt 140 Millionen Euro das größte verwaltete Vermögen gemeldet. Ginmon hat die 100 Millionen Euro ebenfalls schon im Blick. „Mithilfe des neuen Kapitals werden wir schnell aufschließen“, sagt Ginmon-Chef Reiner.

Anfang 2015 hat der Robo-Advisor sein Angebot gestartet, im vergangenen Jahr hat er die erste Finanzierungsrunde in Höhe eines „niedrigen siebenstelligen Betrags“ abgeschlossen. Schon damals war der Londoner Risikokapitalgeber Passion Capital beteiligt. „Wir freuen uns besonders darüber, dass wir nicht nur Geld bekommen, sondern die Investoren, auch ein breites Netzwerk und viel Know-How zur Verfügung stellen“, sagt Reiner. Bisher haben sich Investoren im Bereich der digitalen Vermögensverwaltung eher zurückgehalten. Laut einer Studie der Comdirect, die auf Daten von Barkow Consulting beruht, sind seit 2012 gerade mal neun Prozent des Risikokapitals in diesen Bereich geflossen. Den weitaus größeren Anteil bekamen mit 27 Prozent Fintechs aus dem Bereich Finanzierung.

Bisher sei Ginmon mit vergleichsweise wenig Geld ausgekommen. Als Grund dafür nennt Reiner niedrige Akquise-Kosten. „Mit dem neuen Geld wollen wir nicht prassen, aber es wird uns helfen, unsere Portfoliotechnologie weiter zu verbessern und neue Kunden zu gewinnen“, so der Gründer, der zuvor im Investmentbanking und Privatkundengeschäft gearbeitet hat. „Bisher haben wir uns vor allem darauf konzentriert, Vertrauen aufzubauen. 2017 soll das Jahr des großen Wachstums werden.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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