Fünf-Jahres-Analyse: Was für die Ertragsperlen der Börse spricht

Fünf-Jahres-Analyse: Was für die Ertragsperlen der Börse spricht

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Die Börsenkurse sind in den vergangenen 18 Monaten dynamisch gestiegen. Für Anleger ist es nun umso wichtiger, auf die langfristig erfolgreichen Aktien zu setzen - vorrangig von Unternehmen, die seit Jahren einen hohen Gesamtertrag für Anleger erwirtschaften.

Nicht die heißesten Aktien bringen an der Börse den Erfolg, sondern die renditestärksten Titel über Jahre. Die Boston Consulting Group hat nun die ausführliche Analyse der Ertragsperlen veröffentlicht.

Das Zauberwort gibt es auch als Buchstabenkürzel. TSR ist es, was alle Investoren an der Börse wollen. Dahinter verbirgt sich der "total shareholder return", der Gesamtertrag für den Aktionär. Der setzt sich aus der Steigerung des Aktienkurses und der Ausschüttung des Unternehmens an seine Aktionäre zusammen. Für Anleger, die nicht auf das schnelle Geld, sondern auf stetig überdurchschnittliche Erträge setzen sollen, hat die Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG) die besten Aktien herausgefiltert. Für die WirtschaftsWoche hatte BCG die wichtigsten Ergebnisse nebst Ranking der rentabelsten Aktien vorab analysiert. Nun ist unter www.bcgperspectives.com die komplette englischsprachige Analyse abrufbar. Nach Registrierung sind dort alle Ergebnisse unter "Unlocking New Sources vo Value Creation" inklusive des kompletten Rankings einsehbar.

Der TSR-Ansatz von BCG ist dabei weit ausgefeilter als die simple Betrachtung von Kursplus und Dividende. Von 9000 Unternehmen wurden zunächst nur jene betrachtet, die mindestens seit dem Jahresbeginn 2008 durchgängig an einer der großen Weltbörsen notiert waren und mindestens ein Viertel ihrer Aktien darüber handeln lassen. Anschließend wurden die Aktien in 25 Branchen unterteilt und für jede Branche eine Untergrenze bei der Börsenbewertung definiert. So konnten die kleinsten Aktien jeder Branche von der Liste getilgt werden. Übrig blieben schließlich 1616 Aktien für die Auswertung.

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Die Unternehmensberatung Boston Consulting hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die weltweit besten Aktien ermittelt, darunter Apple, Kia Motors, der Tierfutteranbieter PetSmart und der brasilianische Getränkekonzern AmBev. Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Die Analyse betrachtet den TSR für die Zeit von Anfang 2008 bis Ende 2012. Der TSR von Januar bis Mai 2013 wurde gesondert erfasst. Darüber hinaus wurde der Gesamtertrag für Aktionäre in sechs Kriterien unterteilt, die für ihn ursächlich waren.

  1. Umsatzwachstum
  2. Entwicklung der Gewinnmarge
  3. Entwicklung der Börsenbewertung
  4. Dividendenrendite
  5. Änderungen der Zahl der Aktien
  6. Änderungen der Nettoverschuldung

Im Vergleich der untersuchten 25 Industriezweige schneiden einige Branchen überdurchschnittlich ab, trotz der teilweise erheblichen Unterschiede zwischen den analysierten Unternehmen. So brachten Aktien von Einzelhandel und Herstellern kurzlebiger Konsumgüter zwischen 2008 und 2012 den Aktionären im Durchschnitt elf Prozent Gesamtertrag. haltbare Konsumgüter und Kleidung zehn Prozent, Gesundheitsdienstleister acht Prozent und Pharmaunternehmen sieben Prozent pro Jahr. In anderen Branchen war der Gesamtertrag in den fünf Jahren hingegen negativ: bei Reise und Touristik minus ein Prozent, Bau und Versicherungen je minus zwei Prozent und in der Metallbranche sogar minus acht Prozent. Auch innerhalb der Top-Branchen fördert die Analyse eine erhebliche Bandbreite zutage. Bei den Einzelhandelsaktien etwa reichte der Gesamtertrag für Anleger von -15 Prozent bis zu +58 Prozent.

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Die Aussichten für die Aktienmärkte bewertet die BCG-Studie mit Vorbehalten optimistisch. Einerseits seien die Bewertungen an der Börse noch immer nicht so hoch wie vor Beginn der Krise. Zudem gebe es andere langfristige Faktoren, die den Trend zu einer Umschichtung von Cash in Aktien weiter unterstützen und so den Aktienmarkt anfeuern. Ein solcher Trend sei der kommende Ruhestand für die Babyboomer-Generation. In den nächsten fünf Jahren könnte diese inzwischen wohlhabende Generation zunehmend Investmentchancen am Aktienmarkt suchen, um ihr Kapital zu erhalten oder weiterzugeben. Davon würden den BCG-Experten vor allem jene Unternehmensaktien profitieren, die geringes Risiko mit attraktiven Kapitalgewinnen kombinieren können.

Weiteres Aufwärtspotenzial geht von den immensen Bargeldreserven der Unternehmen aus. So hätten etwa die Unternehmen im breiten US-Aktienindex S&P 500 ihre Cash-Bestände von 800 Milliarden Dollar auf mehr als 1,3 Billionen Dollar erhöht. Grund dafür seien vor allem die seit 2009 deutlich gestiegenen Gewinnmargen, die seit 2010 regelmäßig bei 16 Prozent oder darüber liegen. Die Analysten sehen in den hohen Reserven auch ein Ziel für Steuererhöhungen durch den Staat oder Investoren, die Unternehmen übernehmen oder zerschlagen wollen. Daher könnten Unternehmen dazu übergehen, ihr Bargeld zu verteilen - etwa in Form von höheren Ausschüttungen an die Aktionäre, Aktienrückkaufprogramme oder Investitionen in neue Wachstumsfelder. Das würde für weiter steigende Aktienkurse und einen wachsenden Gesamtertrag für Aktionäre sorgen.

Bei allem Optimismus gibt es jedoch eine wesentliche Einschränkung: Die beschriebenen Effekte verblassen, sollten die Zinsen in absehbarer Zeit wieder steigen.

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