LSE will weiter an Zusammenschluss mit Deutscher Börse arbeiten

Fusion mit Deutscher Börse: LSE will weiter an Zusammenschluss arbeiten

, aktualisiert 03. März 2017, 12:16 Uhr
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Die London Stock Exchange (LSE) weigert sich, die Vorgaben der EU-Wettbewerbshüter für eine Fusion zu erfüllen.

Die geplante Fusion der Deutschen Börse und der London Stock Exchange (LSE) scheint kaum noch möglich. Dennoch will die LSE den Zusammenschluss nicht aufgeben.

Die Londoner Börse LSE will ihre Pläne für eine Fusion mit der Deutschen Börse noch nicht aufgeben. Man habe der EU-Kommission Vorschläge für Zugeständnisse gemacht, sagte Vorstandschef Xavier Rolet am Freitag in London. "Es ist jetzt an ihr, darüber nachzudenken." Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde habe bis zum 3. April Zeit zu entscheiden.

Allerdings ist die Fusion praktisch vom Tisch, nachdem sich die London Stock Exchange (LSE) geweigert hat, die italienische Anleihen-Plattform MTS wie von der EU gefordert zu verkaufen. "Das hat uns in eine sehr schwierige Situation gebracht", sagte der Franzose. Selbst wenn die LSE wollte, hätte sich die MTS wohl nicht verkaufen lassen. Warum, führte Rolet nicht aus. Als wahrscheinlichster Käufer galt der französische Rivale Euronext.

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Im Umfeld der Deutschen Börse war der Verdacht geäußert worden, die Briten hätten den Zusammenschluss platzen lassen, weil sie nicht bereit seien, London als vereinbarten Sitz der gemeinsamen Holding aufzugeben. Der LSE-Chef betonte am Freitag mehrfach, man habe "unglaublich hart dafür gekämpft, die Fusion sicherzustellen". Forderungen deutscher Politiker und Regulierer, die Holding in Frankfurt und damit innerhalb der Europäischen Union anzusiedeln statt in der Metropole des EU-Austrittskandidaten Großbritannien, erteilte Rolet aber erneut eine Absage: "Das ist als Fusion unter Gleichen konstruiert und nicht dazu, die Kräfteverhältnisse zu verschieben. Das ist kein Projekt, das von Nationalismus getrieben ist."

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Carsten Kengeter, CEO der Deutschen Börse. Quelle: REUTERS

Einen "Plan B" zur Fusion mit der Deutschen Börse habe die LSE nicht, sagte Rolet. Grundsätzlich werde der Börsenbetreiber aber die Strategie fortsetzen, aus eigener Kraft zu wachsen, sehe aber auch weiterhin Chancen für "wertsteigernde Zukäufe".

Nur einmal ließ sich Rolet auf eine Aussage ein, wie es ohne eine Fusion mit der Deutschen Börse weitergehen würde: Er werde dann seinen Ruhestand wohl verschieben, sagte der 57-Jährige. "Dann stehen wir wieder ganz am Anfang. Ich bin zurück an meinem Platz und arbeite mit meinen Kollegen daran, sicherzustellen, dass dieses Unternehmen weiterhin erfolgreich ist." Chef der fusionierten Börse sollte Rolets Deutsche-Börse-Kollege Carsten Kengeter werden, gegen den wegen eines Insiderhandels-Verdachts ermittelt wird. Rolet wollte sich dazu nicht äußern.

Operativ läuft es bei der LSE rund. Die Einnahmen lagen mit 1,66 Milliarden Pfund (rund 1,9 Milliarden Euro) um 17 Prozent über Vorjahr und leicht über den Erwartungen von Analysten. Alle Sparten hätten zum Wachstum beigetragen, sagte Rolet. Noch stärker als die Erlöse wuchs der bereinigte Gewinn vor Steuern und zwar um 21 Prozent auf 623 Millionen Pfund. Die Aktionäre sollen für das vergangene Jahr insgesamt 43,2 Pence Dividende je Aktie bekommen, 20 Prozent mehr als für 2015.

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