Gastkommentar: Der Euro führt zu sozialen Unruhen

KommentarGastkommentar: Der Euro führt zu sozialen Unruhen

In den Peripherie-Ländern der Eurozone manifestiert sich eine gefährliche „No-future“-Perspektive und Aktien schützen nicht automatisch vor Inflation, sagt der Hamburger Vermögensverwalter Martin Mack.

Im September wurde Finanzmarkt-Geschichte geschrieben - wieder einmal! Nach fünf Jahren Dauerkrise und unzähligen in Euphemismen verpackten Gelddruckprogrammen erfüllten die wichtigsten Notenbanken dieser Welt den noch immer „gestörten“ Märkten und der von Beginn an gestörten Politik deren größten Wunsch. Das Zauberwort für die (vermeintliche) Lösung aller Probleme wurde jetzt ausgesprochen: Unbegrenzt!

Zuerst verkündete Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), dass die EZB zukünftig bereit stehe, über das neu geschaffene „geldpolitische“ OMT-Programm (Outright Monetary Transactions) im Zweifelsfall unlimitiert Staatsanleihen europäischer Krisenstaaten zu kaufen, um so das Überleben des Euro unter allen Umständen zu garantieren. Nur wenige Tage später startete dann auch Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank Fed, das schon lange von den Marktteilnehmer geforderte „QE3“-Programm.

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In dessen Rahmen werden nun zeitlich unbegrenzt für monatlich frisch gedruckte 40 Milliarden Dollar amerikanische Hypothekenpapiere auf die Bilanz der Fed genommen. Ja, und wenn schon EZB und Fed nun die Notenpressen unbegrenzt auf Hochtouren laufen lassen wollen, lässt sich auch die Erfinderin des „Quantitative Easing“, die Bank of Japan, nicht zweimal bitten, auch ihren Teil - über das postwendend auf 80 Billionen Yen erhöhte Anleihenkaufprogramm - zur eröffneten Gelddruck-Olympiade der Notenbanken beizusteuern.

Die Aktienmärkte reagierten auf die Erfüllungspolitik der Notenbanken im Gefühl einer nun niemals versiegenden Liquidität mit weiteren Kursgewinnen, während Gold gegenüber dem Euro im September sogar einen neuen Höchststand erreichte, beziehungsweise der Euro gegenüber Gold auf historisches Tief fiel.

Die unkritische Euphorie der Aktieninvestoren - Liquidität gleich steigende Kurse - ist jedoch ziemlich undifferenziert. Denn von einem Mangel an Liquidität konnte auch vor den konzertierten Notenbank-Maßnahmen nicht die Rede sein. Wer heute aus Furcht vor Inflation Aktien kauft, sollte bedenken, dass Unternehmensgewinne in einem inflationären Umfeld nicht automatisch steigen müssen, sondern angesichts des damit verbundenen extrem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes auch „völlig überraschend“ einbrechen können. Und dass die Aktienmärkte selbst in einem Umfeld galoppierender Inflation nicht einmal nominal steigen müssen, belegen die 1970er Jahre nur all zu eindrucksvoll!

Auf Sicht der nächsten Monate droht den Aktienmärkten von der konjunkturellen Seite erheblich mehr Gegenwind als bisher. Das globale wirtschaftliche Umfeld hat sich deutlich eintrübt. Anders als 2008 verfügen Politik und Notenbanken heute aber nicht mehr über ähnlich große Spielräume, eine sich abzeichnende Rezession mit gigantischen Interventionen verhindern zu können.   

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