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Kommentar Gastkommentar: Der Euro führt zu sozialen Unruhen

von Martin Mack

In den Peripherie-Ländern der Eurozone manifestiert sich eine gefährliche „No-future“-Perspektive und Aktien schützen nicht automatisch vor Inflation, sagt der Hamburger Vermögensverwalter Martin Mack.

15. Platz

Die Commerzbank-Aktie liegt wie Blei in vielen Depots. Viel Freude hatten die Aktionäre in den vergangenen Monaten und Jahren nicht mit den Papieren. Auch die Kursgewinne der vergangenen Wochen ändern daran wenig. Trotzdem oder gerade deshalb gehört die Commerzbank zu den beliebtesten Basiswerten der Zertifikate-Anleger. Mit einem Volumen von 13,5 Millionen Euro wurden an der Stuttgarter Börse Commerzbank Faktor 4x Short DAXF Indizes ge- und verkauft. Das reicht für Platz 15 der beliebtesten Basiswerte, die im September an der Stuttgarter Börse gehandelt wurden.

Quelle: Börse Stuttgart

Bild: dpa

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Im September wurde Finanzmarkt-Geschichte geschrieben - wieder einmal! Nach fünf Jahren Dauerkrise und unzähligen in Euphemismen verpackten Gelddruckprogrammen erfüllten die wichtigsten Notenbanken dieser Welt den noch immer „gestörten“ Märkten und der von Beginn an gestörten Politik deren größten Wunsch. Das Zauberwort für die (vermeintliche) Lösung aller Probleme wurde jetzt ausgesprochen: Unbegrenzt!

Zuerst verkündete Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), dass die EZB zukünftig bereit stehe, über das neu geschaffene „geldpolitische“ OMT-Programm (Outright Monetary Transactions) im Zweifelsfall unlimitiert Staatsanleihen europäischer Krisenstaaten zu kaufen, um so das Überleben des Euro unter allen Umständen zu garantieren. Nur wenige Tage später startete dann auch Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank Fed, das schon lange von den Marktteilnehmer geforderte „QE3“-Programm.

Platz 7: David Tepper

Eigenkapital: 5,5 Milliarden Dollar
Für Tepper war 2012 bislang ein sehr erfolgreiches Jahr. Sein Palomino Fonds kletterte um 13,3 Prozent nach oben im ersten Halbjahr, nachdem er 2011 um 5,09 Prozent gesunken war. Der frühere Goldman-Sachs-Händler entschloss sich 1993, auf eigene Faust Appaloosa Management zu gründen. Zuvor hatte sich der gebürtige Pittsburgher vergeblich nach einem Partner umgesehen. Appaloosa managt derzeit 12 Milliarden Dollar.

2009 machte der in New Jersey lebende Tepper einen der legendärsten Trades in der Geschichte. Er verdiente 7 Milliarden, indem sein Hedgefonds Anteile von kriselnden Banken aufkaufte, darunter die Bank of America. In 2011 riss Tepper das Sagaponack Standhaus ab, welches er der Ex-Frau des ehemaligen Gouverneurs Jon Corzine erst 2010 für 43 Millionen Dollar abgekauft hatte. Tepper hält eine Minderheit an den Pittsburgh Steelers.

Bild: Creative Commons-Lizenz

In dessen Rahmen werden nun zeitlich unbegrenzt für monatlich frisch gedruckte 40 Milliarden Dollar amerikanische Hypothekenpapiere auf die Bilanz der Fed genommen. Ja, und wenn schon EZB und Fed nun die Notenpressen unbegrenzt auf Hochtouren laufen lassen wollen, lässt sich auch die Erfinderin des „Quantitative Easing“, die Bank of Japan, nicht zweimal bitten, auch ihren Teil - über das postwendend auf 80 Billionen Yen erhöhte Anleihenkaufprogramm - zur eröffneten Gelddruck-Olympiade der Notenbanken beizusteuern.

Die Aktienmärkte reagierten auf die Erfüllungspolitik der Notenbanken im Gefühl einer nun niemals versiegenden Liquidität mit weiteren Kursgewinnen, während Gold gegenüber dem Euro im September sogar einen neuen Höchststand erreichte, beziehungsweise der Euro gegenüber Gold auf historisches Tief fiel.

Platz 10 der US-Börsenriesen

Mit Konsumartikeln wie Windeln schafft der US-Konzern Procter & Gamble gerade so in die Spitzenliga der größten amerikanischen Aktiengesellschaften. Zum weit verzweigten Sortiment zählen aber etwa auch Rasierer, Waschmittel und Pflegeprodukte.

Börsenwert: 184 Milliarden US-Dollar (Stand: 20. August 2012)

Bild: dapd

Die unkritische Euphorie der Aktieninvestoren - Liquidität gleich steigende Kurse - ist jedoch ziemlich undifferenziert. Denn von einem Mangel an Liquidität konnte auch vor den konzertierten Notenbank-Maßnahmen nicht die Rede sein. Wer heute aus Furcht vor Inflation Aktien kauft, sollte bedenken, dass Unternehmensgewinne in einem inflationären Umfeld nicht automatisch steigen müssen, sondern angesichts des damit verbundenen extrem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes auch „völlig überraschend“ einbrechen können. Und dass die Aktienmärkte selbst in einem Umfeld galoppierender Inflation nicht einmal nominal steigen müssen, belegen die 1970er Jahre nur all zu eindrucksvoll!

Auf Sicht der nächsten Monate droht den Aktienmärkten von der konjunkturellen Seite erheblich mehr Gegenwind als bisher. Das globale wirtschaftliche Umfeld hat sich deutlich eintrübt. Anders als 2008 verfügen Politik und Notenbanken heute aber nicht mehr über ähnlich große Spielräume, eine sich abzeichnende Rezession mit gigantischen Interventionen verhindern zu können.   

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.10.2012, 12:23 UhrSiggi40

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Eurolaender-muessen-sich-trennen/story/27124507

    «Die Euroländer müssen sich trennen»
    Für Heiner Flassbeck ist der Euro nicht mehr zu retten. Aus Sorge um die politische Integration empfiehlt der UNO-Ökonom den Ausstieg aus der Währungsunion.

    Bis dato ist 1:1 alles eingetreten, was Wirtschaftswissenschaftler und Ökonomen bereits vor der Euroeinführung kritisierten. Der Euro, der Spaltpilz Europas, wurde entgegen jeglichem ökonomischem Sachverstand und Logik eingeführt. Er war lediglich ein politisches Projekt, das Frankreich für die Zustimmung zur deutschen Einheit forderte, weil es sich vor der Wirtschaftskraft eines vereinten Deutschlands fürchtete.
    .... Jetzt sind wir gleich doppelt bestraft - mit dem Euro und der deutschen Einheit. Der Euro hat uns bis dato mind. 1000 Milliarden gekoste t und jeden Tag werden es mehr, und die deutsche Einheit sogar 2000 Milliarden Teuro, auf einen nach oben offenen Fakelaki-Skala, ohne einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen.

    Die Milliarden der Solidarpaktmittel werden schon seit Jahren nicht mehr für den dafür vorgesehenen, vertraglich vereinbarten Zweck verwendet, sondern illegal für den privaten Konsum abgezweigt.

    Milliardengrab Aufschwung Ost. Report über die Geldverschwendung in den neuen Bundesländern, Spiegel Nr. 7, 13. Februar 1995.
    Wo genau das Geld geblieben ist, wieviel davon mit hoher krimineller Energie umgeleitet wurde auf private Konten, wieviel einfach durch überhöhte Kosten oder mangelnde Rechnungsführung, völlig legal, verschleudert wurde, weiß so recht niemand.
    "Ein Drittel der Mittel", schätzt Rechnungshofpräsident Schröder, sei vermutlich "ohne jede Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden" ausgegeben worden. "10% oder mehr" des gesamten Fördergeldes, rechnet der Finanzexperte, könnten womöglich ganz "versandet und versickert" sein.
    Die PIIG(F)S sind also nur sehr lernfähig, von unseren eigenen Griechen, direkt vor unserer Haustüre.

  • 15.10.2012, 11:16 UhrValentin

    All die Folgen die namhafte Ökonomen vor Einführung des Euro aufgezeigt haben sind eingetreten. Anstatt jetzt die Fehler zu korrigieren fährt die (nicht lernfähige )Politik den "Karren" weiter in den Graben. Die Steuerzahler werden belastet,die Sparer schleichend enteignet, nachfolgenden Generationen eine Hypothek aufgebürdet die diese nicht schultern können. Vor Einführung des Euro haben die Länder der EU f r e i w i l l i g am Einigungsprozeß gearbeitet u. mit seit Jahrhunderten entstandene Mentalität und Wirtschaftskultur gewirtschaftet. Mit dem Euro wurde ihen eine Zwangsjacke verpasst. Jetzt sagen ihnen andere was sie zu tun haben, was die Menschen wie eine "Besatzungsmacht" empfinden.Wut und Haß entstehen.Alls das was vor dem Euro erreicht wurde kann ganz schnell verloren gehen. Noch nie in der Geschichte haben sich Völker eine "Besatzungsmacht" lange gefallen lassen. Der Euro ist zum Spaltpilz geworden.

  • 15.10.2012, 10:16 Uhrwulff

    Der Crash kommt.
    Natürlich werden die Aktien dramatisch fallen, angesichts der kommenden Finanz- und Wirtschaftskatastrophen.

    Lt.Handelsblatt haben die DAX-Aktienbesitzer in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 8,8% Zuwachs pro Jahr erhalten.

    Wenn man die wahre Inflation herausrechnet, ergibt sich ein beträchtlicher Wertverlust.

    Dagegen haben schlaue Goldkäufer 31,4% Rendite p.a. erhalten und noch intelligentere Silberkäufer sagenhafte 42,8 % Rendite erzielt.

    Edelmetallbesitzer können selbst die schlimmste Inflation überstehen, denn nicht die Edelmetalle verlieren ihren Wert, sondern das billionenfach neugedruckte, ungedeckte Papier-Scheingeld.

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