Gbureks Geld-Geklimper: Aktien jetzt verfolgen, später kaufen

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Aktien jetzt verfolgen, später kaufen

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Die Anleger haben derzeit nur das Risiko von Aktien im Blick. Grund genug, jetz schon die späteren Chancen auszuloten, auch wenn die Kurse jetzt noch fallen.

Es gibt eine auf die Börse bezogene warnende Metapher, die gerade in diesen Tagen ihre Gültigkeit unter Beweis stellt: Fange nie ein fallendes Messer. Um metaphorisch zu bleiben, sei die Warnung indes gleich ergänzt: Außer das Messer fällt mit dem Griff nach unten, denn wer es dann geschickt auffängt, hat schon so gut wie gewonnen.

Doch was heißt unten? Fundamentalisten, also die Gilde der Bilanzleser und Kennzahlenversteher, behaupten beispielsweise, viele deutsche Aktien seien spottbillig, weil ihre Kurse unter den Buchwerten und ihre Kurs-Gewinn-Verhältnisse nahe den historischen Tiefs stünden. Dagegen behaupten Chartisten, die 200-Tage-Linie habe den Deutschen Aktienindex Dax zu Beginn der jetzigen Abwärtsbewegung so heftig von unten nach oben geschnitten, dass das Dax-Tief längst noch nicht erreicht sei.

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Verkaufszwang drückt die Kurse

Fundamentalisten und Chartisten haben recht, allerdings mit Einschränkungen: Die einen, sofern sie historische und, falls überhaupt verfügbar, aktuelle Daten verwenden. Die anderen, sofern die Regel vom Schnitt der 200-Tage-Linie auch dieses Mal gilt und nicht eine der Ausnahmen zutrifft, wie wir sie in der Vergangenheit hin und wieder erlebt haben. Doch was bedeuten schon fundamentale Werte und charttechnische Regeln, wenn der Verkaufsdruck an der Börse so groß ist, dass vor allem institutionelle Anleger sich ihm nicht entziehen können? Aktuell nichts, später – womöglich schon im vierten Quartal 2011, spätestens im ersten Quartal 2012 – sicher ganz viel.

Wer Liquiditätsprobleme hat, wie jene Anleger, steht unter Verkaufszwang. Diese Notlage könnten andere Anleger, die über viel Cash verfügen und keinerlei Kaufzwang unterliegen, für sich gewinnbringend nutzen. Das tun sie in der Erwartung, dass die Aktienkurse weiter fallen, aber erst in geringem Umfang. Zurzeit dominiert auf der einen Seite der Verkaufszwang; die kurzfristigen Kurserholungen ersticken immer wieder im Keim. Weil es auf der anderen Seite keinen Kaufzwang gibt, wodurch Aktienkäufe in größerem Umfang und über die ganze Breite des Kurszettels ausbleiben, sacken die Aktienkurse weiter nach unten durch. Wir haben es hier also mit einer asymmetrischen Zwangssituation zu tun.

Drei Aktienkategorien im Visier

Was gerade mit den Dax-Aktien geschieht, gilt zwar weitgehend auch für MDax-, SDax-, Euro Stoxx-Aktien und sonstige, aber Allianz, Deutsche Bank, Siemens, BASF, E.on & Co. trifft es besonders hart – und das ausgerechnet wegen der Effizienz der Deutschen Börse. Deren Effizienz wird sich später beim Drehen der Kurse nach oben allerdings auch positiv auswirken. Noch spricht aber wenig dafür, dass es schon so weit ist.

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