Gbureks Geld-Geklimper: Auf dem Weg in die Transferunion

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Auf dem Weg in die Transferunion

Kolumne von Manfred Gburek

Die Börsen übertreiben mal wieder nach oben. Das liegt am vielen Geld, das im Umlauf ist. Derweil türmen sich Probleme mit dem Euro auf. Deutschland wird für die meisten der anderen Euroländer zahlen.

Am vergangenen Dienstag und dann noch einmal am Mittwoch schossen die deutschen Aktienkurse wie von Geisterhand bewegt nach oben, die amerikanischen – gemessen am Kursindex Dow Jones – erreichten sogar einen absoluten Rekordstand. Und worüber diskutierte eine illustre Runde im Frankfurter Commerzbank-Hochhaus am Dienstagabend? Über die ausweglose Verschuldung der Euroländer und ob Euroland bald abgebrannt ist. Als Fazit kam dann heraus, was Mitdiskutant Kurt Joachim Lauk, Präsident des Wirtschaftsrats der CDU, mit diesem Satz zusammenfasste: „Wir haben in Europa einen Schuldenstand, den man nie und nimmer zurückführen kann.“

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Doch davon wollen Börsianer zurzeit offenbar nichts wissen. Stattdessen freuen sie sich über den reichlich Geld spendenden EZB-Chef Mario Draghi, über den potenziellen Chef von Japans Notenbank Haruhiko Kuroda, der bereits ganz viel frisches Geld versprochen hat, und über den amerikanischen Geldzauberer Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, der die Geldmaschine auf Hochtouren laufen lässt. Und wenn der mal zur Abwechslung nichts von sich hören lässt, kommt den Börsianern seine Vizechefin Janet Yellen entgegen: Sie ließ am Montag vorsorglich ein paar Worte fallen, wonach an ein Ende der Hochgeschwindigkeit des Geldes nicht zu denken sei, und man dankte es ihr mit Rekordkursen.

Der Fluch der niedrigen Zinsen

Zweifellos schöpfen Börsianer aus all dem viel Phantasie, um die Aktienkurse weiter hochzutreiben. Obendrein erzeugen sie Kaufstimmung mit Argumenten, die ihnen gerade zupass kommen. Das ist im Hinblick auf die extrem expansive Geldpolitik von Japans Notenbank noch halbwegs zu verstehen, jedenfalls wenn es um die steigenden Kurse japanischer Aktien geht. Doch bei den drei folgenden in letzter Zeit vorgebrachten Argumenten hat offenbar schon der Verstand ausgesetzt: 1. Ein Ende der lockeren Geldpolitik in Europa und in den USA komme nicht infrage, weil Alternativen fehlen. 2. China plane in diesem Jahr 7,5 Prozent Wachstum, mehr als von Anlegern erwartet. 3. Die Stimmung der Wirtschaft im Euroraum sei im Februar nicht so schlimm gewesen wie von Anlegern befürchtet.

Über das erste Argument kann man streiten, über das zweite und dritte nicht, denn beide stammen aus der untersten Schublade von Daueroptimisten. Die lockere Geldpolitik geht bekanntlich mit niedrigen Zinsen einher. Nur, wer hat von denen wirklich etwas? In erster Linie Staaten, die sich immer höher verschulden. Außerdem Banken, die entweder selbst oder über Hedgefonds den Kredithebel zur Gewinnmaximierung so hoch wie möglich ansetzen. Darüber hinaus sonstige unvorsichtige Investoren einschließlich Bauherren, die hohe Kredite aufnehmen, weil die halt gerade so billig sind.

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