Gbureks Geld-Geklimper: Banken jubeln Kunden unbeliebte Aktien unter

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Banken jubeln Kunden unbeliebte Aktien unter

Kolumne von Manfred Gburek

Ausgerechnet drei Bankprofessoren haben in einer brisanten Studie aufgedeckt, wie Banken zum Nachteil von Wertpapierkunden handeln. Besonders Anleger, die ihrer Bank die Depotverwaltung übertragen haben, sollten jetzt die Initiative ergreifen.

„Banken verkaufen scheinbar solche Aktien, von denen sie sich trennen wollen, an ihre Kunden. Mit Ausbruch der Finanzkrise haben Banken sogar verstärkt Aktien aus ihren Eigenbeständen an ihre Kunden verkauft. Banken stoßen insbesondere illiquide Aktien direkt an Kunden ab. Insbesondere Banken, die ein aktives Vermögensmanagement für Privatkunden betreiben, zeigen dieses Verhalten. Kunden von Banken mit Eigenhandel haben signifikant schlechtere Rendite ihres Aktienportfolios.“

Diese Unternehmen schaffen weltweit am meisten Wert für ihre Aktionäre - Teil I

  • Automobil

    1. Great Wall Motors (China)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 44 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 54%

    2. Kia Motors (Südkorea)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 42 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 6%

    3. Brilliance China (Hongkong)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 41 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -8%

    4. Astra International (Indonesien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 27 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -5%

    5. Hero MotoCop (Indien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 27 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -9%

    6. Hyundai Motor (Südkorea)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 26 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -2%

    7. Tata Motors (Indien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 19 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 0 %

    8. Mahindra & Mahindra (Indien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 19 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²:4 %

    9. Dongfeng Motor (China)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 18% pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 4 %

    10. Fuji Heavy Industries (Japan)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 17 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 105%

    ¹Gesamtertrag aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Dividenden, Aktienrückkauf, Schuldenabbau, höherer Börsenbewertung, 1.1.2008 bis 31.12.2012, zum Teil Rundungsdifferenzen; ³keine Zuordnung, weil im Krisenjahr 2008 Verluste anfielen; Quelle: Boston Consulting

    Zusätzliche Angaben zum Ursprung des Ertragswachstums und relevanten Faktoren gibt es im kostenpflichtigen Dossier "Fünf Jahre Finanzkrise - die Bilanz" unter www.wiwo-shop.de/downloads/dossier-fuenf-jahre-finanzkrise-die-bilanz-36-seiten-p5467.html; die vollständige BCG-Studie gibt es ab dem 17.9.2013 unter www.bcgperspectives.com/

  • Chemie

    1. Mexichem (Mexiko)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 40 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -18%

    2. Croda International (Großbritannien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 36 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 5%

    3. Westlake Chemical (USA)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 36 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 18%

    4. Synthos (Polen)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 36 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 14%

    5. LG Chem (Südkorea)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 31 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -17%

    6. SQM (Chile)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 28 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -15%

    7. Sherwin-Williams (USA)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 24 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 23 %

    8. Victrex (Großbritannien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 22 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 7 %

    9. Eastman Chemical (USA)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 21% pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 6 %

    10. WR Grace (USA)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 20 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 26%

    ¹Gesamtertrag aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Dividenden, Aktienrückkauf, Schuldenabbau, höherer Börsenbewertung, 1.1.2008 bis 31.12.2012, zum Teil Rundungsdifferenzen; ²seit 1.1.2013; ³keine
    Zuordnung, weil im Krisenjahr 2008 Verluste anfielen; Quelle: Boston Consulting
    Zusätzliche Angaben zum Ursprung des Ertragswachstums und relevanten Faktoren gibt es im kostenpflichtigen Dossier "Fünf Jahre Finanzkrise - die Bilanz" unter www.wiwo-shop.de/downloads/dossier-fuenf-jahre-finanzkrise-die-bilanz-36-seiten-p5467.html; die vollständige BCG-Studie gibt es ab dem 17.9.2013 unter www.bcgperspectives.com/

  • Langlebige Konsumgüter

    1. Hering (Brasilien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 69 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -7%

    2. Haier Electonics (China)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 49 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 19%

    3. Shenzhou International (China)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 45 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 48%

    4. Titan Industries (Indien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 30 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 3%

    5. Lululemon Athletica (USA)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 26 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 2%

    6. Ncsoft (Südkorea)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 26 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 5%

    7. PHV (USA)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 25 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 4 %

    8. Carter's (USA)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 24 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 30 %

    9. Hermès (Frankreich)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 23% pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 22 %

    10. Hugo Boss (Deutschland)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 21 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 9%

    ¹Gesamtertrag aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Dividenden, Aktienrückkauf, Schuldenabbau, höherer Börsenbewertung, 1.1.2008 bis 31.12.2012, zum Teil Rundungsdifferenzen; ²seit 1.1.2013; ³keine
    Zuordnung, weil im Krisenjahr 2008 Verluste anfielen; Quelle: Boston Consulting
    Zusätzliche Angaben zum Ursprung des Ertragswachstums und relevanten Faktoren gibt es im kostenpflichtigen Dossier "Fünf Jahre Finanzkrise - die Bilanz" unter www.wiwo-shop.de/downloads/dossier-fuenf-jahre-finanzkrise-die-bilanz-36-seiten-p5467.html; die vollständige BCG-Studie gibt es ab dem 17.9.2013 unter www.bcgperspectives.com/

  • Kurzlebige Konsumgüter, Nahrungs- und Genussmittel

    1. Charoen Pokphand (Thailand)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 55 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -14%

    2. Souza Cruz (Brasilien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 34 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -4%

    3. Natura (Brasilien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 34 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -12%

    4. Arca Continental (Mexiko)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 33 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 9%

    5. AmBev (Brasilien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 32 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -3%

    6. LG Household (Südkorea)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 29 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: -5%

    7. Fomento Economico (Mexiko)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 27 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 8 %

    8. ITC (Indien)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 25 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 20 %

    9. Estee Lauder (USA)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 34% pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 14 %

    10. Grupo Modelo (Mexiko)
    Jährlicher Gesamtertrag 2008 bis 2012¹: 21 % pro Jahr
    bisheriger Ertrag 2013²: 1%

    ¹Gesamtertrag aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Dividenden, Aktienrückkauf, Schuldenabbau, höherer Börsenbewertung, 1.1.2008 bis 31.12.2012, zum Teil Rundungsdifferenzen; ²seit 1.1.2013; ³keine
    Zuordnung, weil im Krisenjahr 2008 Verluste anfielen; Quelle: Boston Consulting
    Zusätzliche Angaben zum Ursprung des Ertragswachstums und relevanten Faktoren gibt es im kostenpflichtigen Dossier "Fünf Jahre Finanzkrise - die Bilanz" unter www.wiwo-shop.de/downloads/dossier-fuenf-jahre-finanzkrise-die-bilanz-36-seiten-p5467.html; die vollständige BCG-Studie gibt es ab dem 17.9.2013 unter www.bcgperspectives.com/

So steht es wortwörtlich nicht etwa in der Wahlkampfschrift der Linkspartei oder im jüngsten Aufklärungsflyer der Verbraucherzentralen, sondern ausgerechnet in einer Studie der drei Bankprofessoren Falko Fecht (Frankfurt School of Finance and Management), Andreas Hackethal und Yigitcan Karabulut (beide von der Goethe Universität in Frankfurt). Die Datenbasis der erst an diesem Dienstag in der Frankfurt School einem kleinen Kreis vorgestellten Studie – sie umfasst die Zeit vom vierten Quartal 2005 bis zum dritten Quartal 2009 - mag ein wenig angestaubt sein, ihr entscheidendes Fazit ist es nicht: „Tatsächlich finden wir eindeutige Belege dafür, dass Banken systematisch Aktien aus dem eigenen Depot in die Depots ihrer Kunden leiten.“

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Da stinkt etwas zum Himmel

Das gilt vor allem für illiquide Aktien, die nur schwer weiter zu verkaufen sind, für Aktien, von denen Banken große Blöcke halten, und für Aktien, die nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008 den Weg in private Depots fanden - „als die Marktliquidität generell deutlich geringer war“, umschreiben die Autoren etwas verschämt die Tatsache, dass Banken die ihnen damals drohenden Schieflagen offenbar geschickt in Verluste ihrer Kunden umwandeln konnten. Und sie setzen noch eins drauf: „Diese Ergebnisse sind mit der Hypothese vereinbar, dass Banken gezielt Aktien aus ihren eigenen Depots in die Depots ihrer Privatkunden leiten, um direkte und indirekte Transaktionskosten einzusparen.“

Drei Fragen an Falko Fecht zur Studie "Is Proprietary Trading Detrimental to Retail Investors?"

  • Welche Banken haben Aktien auf ihre Kunden abgewälzt?

    "In unserer Erhebung sind Banken aus allen Bankengruppen vertreten: Große Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Großbanken - es gibt keine Gruppe, die nicht vorkommt. Wobei viele Genossenschaftsbanken keinen Eigenhandel betreiben, da kommt es natürlich zu keinem Interessenkonflikt."

  • Um welche Aktien handelte es sich?

    "Pennystocks haben wir ganz ausgenommen, da dort die Volatilität viel zu hoch ist. Ansonsten betraf es alle Papiere, die irgendwo gelistet sind, wobei Bluechips oder Dax-Aktien eher selten vertreten waren, sondern überwiegend illiquide Papiere."

  • Sind weitere Analysen geplant?

    "Wir haben vor, das Verhalten der Investmentgesellschaften der Banken zu analysieren. Bis wir uns mit den Daten an die Öffentlichkeit trauen können, wird es aber mindestens ein halbes Jahr bis Jahr dauern. Für die Aktienanalyse haben wir allein drei Jahre gebraucht, um alles auszuwerten und zu überprüfen."

Dass so etwas in einem zivilisierten Staat einschließlich Finanzaufsicht BaFin, die jedes vermeintliche Insiderdelikt penibel verfolgt, überhaupt möglich ist, stinkt zum Himmel. Da hat die Bankenlobby in Berlin und Brüssel wohl ein gehöriges Wort mitzureden. Derweil registriert die BaFin weiter fleißig alle Börsentransaktionen, aus denen sich massenweise Verdachtsmomente zur Benachteiligung von Bankkunden durch die Eigenhandel ableiten ließen. Indes, die dazugehörigen Daten bleiben der Öffentlichkeit verborgen. „Wir können die Banken nicht auf frischer Tat ertappen“, resigniert Falko Fecht, Co-Autor der brisanten Studie.

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