Gbureks Geld-Geklimper: Bei Aktien braut sich einiges zusammen

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Bei Aktien braut sich einiges zusammen

Kolumne von Manfred Gburek

Die Krim-Krise ist nur einer von mehreren Auslösern fallender Aktienkurse. Besonders die zum Jahresende anstehende Bankenunion dürfte schon bald zusätzlich negativ auf die Börsenstimmung drücken.

Gestatten Sie mir bitte als Erstes ein zeitgemäßes Zitat aus meinem neuen Buch Ach du liebes Geld! "Die meisten Aktien aus Dax, Dow Jones & Co. dürften allein schon deshalb gefährdet sein, weil die fundamentale Bestätigung der bisher überwiegend von der Liquidität getriebenen Kursgewinne vielfach auf sich warten lässt." Jetzt wird die Gefahr noch größer, weil die Krim-Krise neben unabsehbaren politischen Folgen auch eine Schwächung der Konjunktur nach sich zu ziehen droht. Und dass diese nicht allein auf Europa beschränkt bleiben wird, ergibt sich allein schon aus einem seit Jahrzehnten bewährten Indikator, dem Kupferpreis: Er fällt wie vom Blitz getroffen.
Anlass genug, den Dingen auf den Grund zu gehen. Warum die Krim-Krise mit all ihren Facetten erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen wird, liegt auf der Hand: Die Zusammenarbeit der europäischen und speziell der deutschen mit der russischen Wirtschaft ist seit dem Mauerfall vor fast einem Vierteljahrhundert immer enger geworden. Daran werden nicht allein Fußballfans erinnert, wenn der Bundesligaclub Schalke 04 in Trikots mit der Gazprom-Aufschrift kickt. Sogar ein Großteil der Dax-Konzerne ist in Russland engagiert. Keine Frage, Putins unberechenbare Politik drückt erst an der Börse und kurz darauf in den europäischen Konzernzentralen auf die Stimmung.

Wenn es nur dabei bliebe. Doch nun wird immer deutlicher, dass der eingangs zitierte Satz seine Berechtigung hat: Fondsmanager und andere Großanleger beginnen zu grübeln, wie sie sich möglichst unbeschadet von Aktien trennen, deren Kurse zuvor mehr durch die überreichliche Liquidität als durch steigende Unternehmensgewinne nach oben getrieben wurden. Wer zuerst verkauft, kann im Regelfall trotz des jetzigen Kursrückgangs immer noch beachtliche Gewinne mitnehmen oder hält zumindest den Schaden in Grenzen. Den Letzten beißen die Hunde.
Dieses Fazit ergibt sich, wenn man den Hintergrund ein wenig ausleuchtet: Die Liquidität, sprich Geld, ist während der vergangenen fünf Jahre auf beiden Seiten des Atlantiks zunehmend in Wertpapiere – erst Anleihen, dann Aktien – und in Immobilien statt in Sachinvestitionen wie Fabriken oder Infrastruktur geflossen. Vor allem 2012 und 2013 war das niedrige Zinsniveau allzu verlockend. Es reizte zu Kursabenteuern mit Aktien wie BMW und VW, erst recht zur Teilnahme am Hype mit Facebook und Tesla. Die Börse als Spielcasino, und die Konzerne machten mit, vor allem die amerikanischen: Indem sie ihre prall gefüllten Kassen zu Aktienrückkäufen nutzten, was die Kurse weiter in die Höhe trieb. In einer derart aufgeheizten Atmosphäre bedarf es üblicherweise nur eines einzigen Anstoßes, um Groß- und Kleinanleger zu Aktienverkäufen zu bewegen. Die Krim-Krise ist so ein Anstoß.

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