Gbureks Geld-Geklimper: Das Geheimnis steigender Aktienkurse

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Das Geheimnis steigender Aktienkurse

Kolumne von Manfred Gburek

Aktien verkörpern bekanntlich Substanz und Ertrag. Beide zusammen treiben die Kurse. Eine weitere Komponente sorgt dafür, dass es dabei bleibt: der Glaube der Börsianer.

Die deutschen Aktienkurse sind seit Anfang Juni, gemessen am Dax, um mehr als 20 Prozent gestiegen. Als einer der Kurstreiber, der vor allem von Anlageprofis stark beachtet wird, gilt die Dividendenrendite. Die der meisten Dax-Aktien übertrifft die Durchschnittsrendite der Bundesanleihen.

Was nur wenigen Anlegern bekannt ist: So war es schon einmal zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Das lag damals an den extrem niedrigen Aktienkursen - die Dividendenrendite bemisst sich bekanntlich nach dem einfachen mathematischen Bruch: Dividende je Aktie mal 100 im Zähler und das Ergebnis daraus geteilt durch den Aktienkurs im Nenner.

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Nun wird wohl niemand behaupten, dass wir es aktuell mit besonders niedrigen Aktienkursen zu tun haben. Es können also nicht sie sein, die aus einem niedrigen Nenner heraus für hohe Dividendenrenditen sorgen, sondern dafür sorgen die hohen Dividenden im Zähler. Getreu dem in früheren Jahrzehnten bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geltenden Postulat: Aktien müssen höher rentieren als Anleihen, weil sie Risikopapiere sind. Dieses Postulat wurde seit den 50er Jahren im Zuge des Aufwärtstrends der Aktienkurse nach und nach verworfen und durch ein anderes Postulat ersetzt, das auf das Gegenteil hinauslief: Aktien dürfen niedriger rentieren als Anleihen, weil sie neben Dividenden als zweite Ertragskomponente auch Kursgewinne abwerfen.

10 Tipps für Börseneinsteiger

  • Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse

    Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

  • Gier ist nicht immer gut

    Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.

  • Nur kaufen, was man versteht

    Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.

  • Bankgebühren beachten

    Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

  • Auf die Mischung achten

    Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

  • Mischung bei Fonds und Zertifikaten

    Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

  • Regelmäßige Überprüfung

    Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

  • Qualität hinterfragen

    Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.

  • Verluste begrenzen

    Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.

  • Einen kühlen Kopf bewahren

    Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Der Glaube der Anleger versetzt Kurse

Denkt man dieses Postulat zu Ende, läuft es darauf hinaus, dass die jetzigen Aktienkurse noch Luft nach oben haben müssten. Denn davon ausgehend, dass Aktien im Trend steigen und so eine zweite Ertragskomponente enthalten, erscheinen sie trotz des bisherigen Kursanstiegs weiterhin preiswert, jedenfalls im Vergleich zu den niedriger rentierenden Anleihen.

Diese Überlegung basiert indes auf der Prämisse, dass es mit dem Kursanstieg im Trend weiter klappt und dass die Mehrheit der Börsianer daran glaubt – schließlich geht es ja um eine zukünftige Entwicklung, und die kann niemand vorhersehen.

Da drängt sich die Frage auf: Kann der Glaube der Anlegermehrheit, wenn schon nicht Berge, dann doch wenigstens Kurse versetzen? Ja, das kann er. Erstes Beispiel: Zu Beginn der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es an der Wall Street die „nifty fifty“, 50 schmucke (nifty) Aktien mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen jenseits von Gut und Börse, wie Avon Products, Coca-Cola, Eastman Kodak, McDonald's, Polaroid oder Xerox. Die hohen Gewinnmultiplikatoren galten als Qualitätsmerkmal, und irgendwann glaubte die Masse der Anleger daran.

Zweites, viel extremeres Beispiel: Um die Jahrtausendwende konnten die Geschäftsmodelle der meisten Internetbuden nicht schräg genug sein, um Anleger aus Anlass von Börsengängen zu abenteuerlichen Kursen magisch anzuziehen. Die Börse, speziell Neuer Markt und Nasdaq, degenerierte da sogar zum Spielcasino.

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