Gbureks Geld-Geklimper: Der Umgang mit echten und falschen Blasen

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Der Umgang mit echten und falschen Blasen

Kolumne von Manfred Gburek

Wenn es um Geld ging, waren die vergangenen Jahrzehnte reich an geplatzten Blasen. Bald folgt die Fortsetzung. Dafür brauchen Anleger schon jetzt starke Nerven und viel Geduld. 

Fragt man heute Anleger, an welchen Märkten es eine Preisblase gibt, tippen die meisten auf deutsche Wohnimmobilien, chronische Goldhasser auf Edelmetalle und die wenigsten auf Staatsanleihen. Wie es zu dieser Reihenfolge in der Wahrnehmung kommt, wird bei den  Besonderheiten der drei Anlageklassen deutlich: Vom Anstieg der Wohnungsmieten und -preise seit etwa zwei Jahren ist ein großer Teil der Bundesbürger unmittelbar betroffen und deshalb  sensibilisiert, ein kleiner Teil – Vermieter, sonstige Eigentümer, Makler – begünstigt. Der Anstieg der Edelmetallpreise bleibt für das Gros der Anleger unbegreiflich; also ärgern sie sich, bisher nicht dabeigewesen zu sein, und glauben weiter an eine Blase. Dass die Kurse der meisten Staatsanleihen eine Blase bilden, registrieren die wenigsten, weil sie keine besitzen. Dabei erweist sich die Blasenbildung gerade hier als besonders markant und aufschlussreich.

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Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Die Sprache der Börsianer ist, nachdem Begriffe wie Crash oder Blase in den vergangenen Jahren doch arg strapaziert wurden, seit einigen Tagen um eine weitere Metapher reicher: „Schuldenwand“, als Warnung in die Welt hinausposaunt von Kaushik Basu, seines Zeichens Chefvolkswirt der Weltbank. Sein Fazit: „Wir werden eine weitere große Erschütterung der Weltwirtschaft in den Jahren 2014 und 2015 bekommen.“

Die Staatsschuldenblase wird platzen

Das ist so eine Sache mit offiziellen Warnungen supranationaler Instanzen wie der Weltbank: Entweder handelt es sich um ernst gemeinte Prognosen, dann lohnt zur Prüfung der Glaubwürdigkeit ein Blick in die lange Liste der Prämissen. Oder mit den Warnungen geht der Appell an andere – internationale, regionale oder nationale – Instanzen einher, endlich etwas zu unternehmen, damit die Welt nicht untergeht. Was da zu unternehmen sei, soll am Ende natürlich denen nutzen, die es fordern.

Im vorliegenden Fall ist es ganz einfach: Verwenden wir den treffenderen Begriff Staatsschuldenblase statt Schuldenwand, dann kann eine Prognose als sicher gelten, nämlich dass sie platzen wird. Ob 2014 oder 2015, vielleicht schon 2013 oder erst nach 2015, ob mit einem einzigen lauten Knall oder wie ein Knallfrosch, sei dahingestellt. Platzen wird sie auf jeden Fall, das zeigt die Exponentialkurve, anhand der sich die Entwicklung der Staatsschulden in der westlichen Hemisphäre besonders gut verfolgen lässt.

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