ThemaAktien & Börse

alles zum Thema
_

kolumne Gbureks Geld-Geklimper: Die Logik der Börse

Kolumne von Manfred Gburek

Wer Geld in Aktien anlegt, sollte opportunistisch vorgehen. Eine große Chance auf Kursgewinne besteht in Käufen nach der relativen Stärke. Der Trick dabei: von der Arbeit anderer profitieren.

DAX Quelle: REUTERS
Wer die deutsche Börse intensiver verfolgt, entdeckt zum Beispiel unter den Dax-Werten eine stark differenzierte Entwicklung Quelle: REUTERS

Die Auftragseingänge deutscher Unternehmen gehen zurück, der ganzen Eurozone droht eine Rezession, und trotzdem sind die deutschen Aktienkurse zuletzt beachtlich gestiegen. Wie reimt sich das zusammen? Eine auf den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte beruhende Antwort lautet: Seit der ersten deutschen Nachkriegsrezession im Jahr 1967 fiel praktisch jede von ihnen mit steigenden Aktienkursen zusammen. Dagegen ließe sich zwar einwenden, bis 1998 habe es weder den Euro noch die Globalisierung im heutigen Ausmaß gegeben, demzufolge auch keine Eurokrise und keine globalen Domino-Effekte, dieses Mal sei also alles ganz anders. Aber mit dem Anderssein kann man immer argumentieren, auch unter umgekehrten Vorzeichen wie einst aus Anlass der Technologieblase, die dann – gar nicht anders als die Blasen zuvor – einfach platzte.

Anzeige

Dennoch setzt sich immer wieder die Logik der Börse durch, die zunächst einfach nur darin besteht, dass Aktienkurse ungeachtet einer drohenden Rezession steigen, weil überreichlich Geld vorhanden ist, sei es – wie früher – zur Abwendung der Rezession, sei es – wie jetzt – darüber hinaus zusätzlich auch zur Eurorettung. Später, wenn die fundamentalen Daten zur Konjunktur und speziell zur Ertragsentwicklung der Unternehmen ins Positive drehen, wird der Anstieg der Aktienkurse in der Regel bestätigt.

Commerzbank (aktueller Kurs: 1,26 Euro)

Die teilverstaatlichen Bank erzielte in den vergangenen zwölf Monaten 49 Cent Verlust pro Aktie. Das Jahr 2012 soll sie Schätzungen zufolge mit 23 Cent Gewinn je Aktie abschließen, 2013 könnten sogar 30 Cent drin sein.

Bild: dpa

Relativ starke Aktien

Aus den hier beschriebenen Zusammenhängen ergibt sich zwangsläufig, dass der Anstieg der Aktienkurse hin und wieder eine Pause braucht und sogar von heftigen Kursrückschlägen unterbrochen werden kann, dass die Optimisten vorübergehend von Zweifeln geplagt werden und die Pessimisten dann für einige Zeit die Oberhand gewinnen. So ist die Börse halt. Früher bezeichnete man eine solche Entwicklung treffend als Liquiditätshausse, der üblicherweise nach einem halben oder Dreivierteljahr die Fundamentalhausse folgte. Dieses Mal wird es ähnlich sein, wegen der Globalisierungseffekte und der Eurokrise allerdings unter heftigeren Kursschwankungen.

Wer die deutsche Börse intensiver verfolgt, entdeckt zum Beispiel unter den Dax-Werten eine stark differenzierte Entwicklung. Welchen Aktien kann man zutrauen, trotz vorübergehender Kursdellen auf Sicht von etwa einem Jahr besser abzuschneiden als andere? Die Antwort ergibt sich aus der relativen Stärke, also aus der im Vergleich zu anderen Aktien viel besseren Kursentwicklung, in diesem Fall bezogen auf die Zeit von Anfang Mai bis Anfang August. Während dieses Zeitraums gab es zunächst einen einmonatigen Kursrückgang, dem ein starker zweimonatiger Kursanstieg folgte. Die fünf Favoriten vom Kurstief Anfang Juni (nur VW Ende Juni) bis Anfang August waren in Reihenfolge nach der Höhe des Kursanstiegs: K+S, Bayer, E.on, HeidelbergCement, VW Vorzugsaktien.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 09.08.2012, 10:49 Uhrraentnaer

    Das ist ja alles richtig. Aber klein, klein in alten Branchen. Hr. Gburek hat auch schon mal Big gedacht: Welche Branche ist jahrzehntelang durch die Hölle gegangen und beginnt sich gerade wieder zu erholen? Wer diesen Höllenritt überlebt hat, ist gerade dabei zu erstarken. Die Kurse zeigen ihr zyklisches Potential noch nicht mal im Ansatz. Na, welche Ten-Bagger-Branche ist das?
    Gold-und Silberminen! Nur: Geduld.

Alle Kommentare lesen

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Es kann bis 9000 gehen
Es kann bis 9000 gehen

Die Rally läuft, und sich dagegen zu stemmen, ist gefährlich. Mindestens ein kräftiger Schub sollte noch kommen – nach...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.