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kolumne Gbureks Geld-Geklimper: Gewinne mit der Schaukelbörse

Kolumne von Manfred Gburek

Während überforderte Politiker den Euro zu retten versuchen, pendeln die Aktienkurse munter hin und her. Daraus ergeben sich für Anleger mehr Chancen als Risiken.

Ein Blick auf die Monitore an der Frankfurter Wertpapierbörse: Aktienkurse sind derzeit ein Auf und Ab. Quelle: dpa
Ein Blick auf die Monitore an der Frankfurter Wertpapierbörse: Aktienkurse sind derzeit ein Auf und Ab. Quelle: dpa

„Das Finanzwesen befindet sich heute in dem primitiven Zustand, der die Naturgeschichte vor drei Jahrhunderten kennzeichnete.“ Dieses Zitat aus dem Jahre 2004 stammt von einem renommierten Mathematiker mit wirtschaftswissenschaftlichen Ambitionen: Benoit B. Mandelbrot.

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Das folgende Zitat aus der vergangenen Woche stammt vom Fondsmanager Klaus Kaldemorgen: „Wenn man sich den Rettungsschirm EFSF ansieht, muss man leider beklagen, dass jeder Kaninchenzüchterverein eine ordentlichere Satzung hat. Da sehe ich eine Gefahr, mit der die Politiker in Europa überfordert sind.“

Und nun versuchen ausgerechnet diese überforderten Politiker, den primitiven Zustand des Finanzwesens mal eben zu ändern, indem sie EFSF, ESM, Eurobonds, Fiskalpakt, Bankenunion – und wie die Metaphern zur vermeintlichen Euro-Rettung sonst noch heißen mögen – uns geschüttelt oder gerührt servieren. „Wenn die Notenbanken wieder ein Kaninchen aus dem Hut zaubern, schießen die Märkte plötzlich hoch“, resümiert Kaldemorgen mit Blick auf die Aktienkurse. „Wer sich nur auf gute Unternehmenszahlen konzentriert, verliert schnell den Anschluss.“ Wie auch immer, Grund genug, Aktien verstärkt ins Visier zu nehmen.

Chancen mit Aktien

Schaukelbörse, so bezeichnen Anleger eine Entwicklung, die wir nun fast täglich erleben. Sie lässt allerhand widersprüchliche Interpretationen zu. Zum Beispiel: Euro im Vergleich zum Dollar runter = gut für den Export, also könnten die Aktienkurse steigen. Fazit: Aktien kaufen.

Alternativ: Die Schwäche des Euro ist ein Indiz für dessen Ende = Chaos an den Finanzmärkten, die Aktienkurse drohen zu fallen. Fazit: Aktien verkaufen. Oder: Anstieg der Renditen von Bundesanleihen = Abstieg der Anleihenkurse und Suche der Anleger nach Auswegen, darunter in erster Linie Aktien. Fazit: Aktien kaufen. Alternativ: Steigende Anleihenrenditen waren schon oft Vorboten fallender Aktienkurse. Fazit: Aktien verkaufen.

Schaukelbörsen bergen Risiken, falls Anleger in einer bestimmten Bandbreite oben kaufen und, nach einem Kursrückschlag nervös geworden, mit Verlust verkaufen. Sie bieten aber vor allem auch Chancen, wenn Anleger umgekehrt handeln. Wobei die Chancen überwiegen, sofern man sich auf Aktien konzentriert, die zumindest auf Sicht von zwei bis drei Jahren Kursgewinne versprechen, auch wenn man kurzfristig in einer Bandbreite oben kauft, sich also mit dem Timing verspekuliert. Positive Beispiele aus dem Dax: Deutsche Post, Fresenius einschließlich Tochter FMC, SAP, Siemens.

Aus dem MDax: Bilfinger, Deutsche Wohnen, Fraport, GSW, Springer. Auslandsaktien: Amazon, IBM, Nestlé, Nikon, Roche.

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