Gbureks Geld-Geklimper: Mit Aktien gegen die Enteignung

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Mit Aktien gegen die Enteignung

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Anleger investieren schon länger in alternative Anlagen, wie Wohnimmobilien

Kolumne von Manfred Gburek

Der Bund macht mit null Zinsen für seine Papiere Ernst. Für Anleger höchste Zeit, sich Aktien zuzuwenden.

Das ist der vorläufige Gipfel der Enteignung: Der Bund bietet zum ersten Mal zweijährige Schatzanweisungen an, für die es keine Zinsen gibt, und das bei 2,2 Prozent Inflation in Deutschland und 2,6 Prozent im Euroraum. Macht aus Anlegersicht über den Daumen gepeilt in zwei Jahren real wahlweise 4,4 oder 5,2 Prozent Verlust, finanzmathematisch bis auf die letzte Stelle hinter dem Komma gerechnet sogar noch einen Schnaps mehr. Diesem Enteignungsgipfel werden weitere folgen. Denn Finanzminister Wolfgang Schäuble wäre schlecht beraten, würde er die Flucht der – überwiegend institutionellen – Anleger in vermeintlich sichere Bundespapiere nicht dazu nutzen, seine Kasse aufzufüllen.

Negative Realzinsen, wie man die nach Abzug der Inflationsrate ins Minus rutschenden Renditen gemeinhin nennt, treiben betuchte Bundesbürger nicht erst seit gestern scharenweise in alternative Anlagen, vorzugsweise in Wohnimmobilien. Die Rechnung, die ihnen pfiffige bis windige Makler und Anbieter von Baukrediten aufmachen: Mietrendite 5 bis 6 Prozent minus Inflationsrate 2 bis 3 Prozent, macht unter dem Strich 3 Prozent. Dass Nebenkosten für Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbucheintrag und allzu oft auch Makler anfallen, wird zwar am Rand erwähnt. Aber dass sie sich auf 10 Prozent summieren können und gleich am Anfang zu zahlen sind, was die ganze Rechnung mit der Mietrendite über den Haufen wirft, ist häufig nur eine Nebenbemerkung wert.

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Kopfschütteln über die Dividendenrendite

Nun können sich die meisten Bundesbürger einerseits keine Mietimmobilien leisten, während sie andererseits mit den Zinsen auf ihrem Spar- oder Tagesgeldkonto real nach Abzug der Inflationsrate immer mehr ins Minus rutschen. Das ruft seit geraumer Zeit die Protagonisten von Aktien, speziell von Aktienfonds, auf den Plan. Und weil die Hauptversammlungs-Saison, in der Dividenden ausgeschüttet werden, schwerpunktmäßig auf den April und Mai fällt, haben sie ihr Plädoyer zugunsten von Aktien zuletzt stark auf eine Kennzahl verlagert: Dividendenrendite. Nach dem Motto: Allianz, Daimler, Post, Telekom und viele weitere Unternehmen locken mit Dividendenrenditen von mehr als 5 Prozent; das sei doch Anreiz genug, Geld lieber hier als auf irgendeinem Konto anzulegen oder Bundespapiere zu kaufen.

Diese Überlegung hat durchaus etwas für sich. Aber leider nur etwas, denn sie ist an eine ganze Reihe von Nebenbedingungen geknüpft. Bei der Kennzahl handelt es sich um einen Bruch: Dividende je Aktie mal 100 im Zähler, Aktienkurs im Nenner. Da Aktienkurse stark schwanken, ändert sich auch die Dividendenrendite von Tag zu Tag, ja von Minute zu Minute. Normalanlegern nur schwer vermittelbar und von ihnen deshalb oft mit Kopfschütteln quittiert, aber wahr: je tiefer der Kurs, desto höher die Dividendenrendite.

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