Gbureks Geld-Geklimper: Mit Aktien ins Schlaraffenland

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Mit Aktien ins Schlaraffenland

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Griechenland und die Eurorettung. Seit geraumer Zeit arbeiten mehrere Denkfabriken an Lösungen zur Bewältigung dieses Dilemmas aus wechselseitiger Staatsschulden- und Bankensolvenzkrise

Kolumne von Manfred Gburek

Wiederholt sich die Geschichte, ist die Zeit für günstige Aktienkäufe bald gekommen. Sogar die Krise der Euroländer kann bewältigt werden.

Seit Tagen nimmt Griechenland in den Medien wieder einen Raum ein, als gehe es bei der Euro-Rettung nur darum, welche griechische Partei die für den 17. Juni angesetzte nächste Wahl gewinnt. Tatsächlich gilt es jedoch, die Gläubiger des kleinen Landes, darunter viele europäische Banken und natürlich auch Länder wie die Bundesrepublik, vor einem größeren Schaden zu bewahren. Das Dilemma ist ja bekannt: Wir haben es hier mit einer besonders schlimmen wechselseitigen Staatsschulden- und Bankensolvenzkrise zu tun.

Deshalb arbeiten seit geraumer Zeit mehrere Denkfabriken an Lösungen zur Bewältigung dieses Dilemmas. Eine davon, publiziert von der Vermögensverwaltung PSM in Grünwald, wurde zuletzt kaum von der Öffentlichkeit beachtet, obwohl sie ihren Charme hat: die unbefristete vollständige Rückzahlungsgarantie der Europäischen Zentralbank für alle Staatsanleihen schwacher Euroländer. Hintergrund: Die bisherigen Rettungsmaßnahmen haben zu keinem Schuldenabbau geführt. Deshalb sei die EZB früher oder später gezwungen, entweder massiv Staatsanleihen aufzukaufen oder – viel effektiver – die erwähnte Rückzahlungsgarantie zu geben und dafür einen festen Zinssatz von beispielsweise drei Prozent zu verlangen. Die Wirkung könnte dann ähnlich positiv sein wie die deutsche Garantie für Bankeinlagen im Jahr 2008.

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Der Haken an der Sache

Die Folgen wären: 1. sofortige Stabilisierung des Euroraums, 2. Wiederherstellung des Vertrauens in den Euro wie auch in die Banken, 3. frisches Geld für schwache Euroländer zu relativ niedrigen Zinsen, 4. Wachstumsimpulse gerade dort.

Wo ist der Haken? In den Nebenbedingungen: Zum einen müssten die Euroländer sich verpflichten, ihre Ausgaben in den Griff zu bekommen. Zum anderen müsste die EZB dafür sorgen, dass alle Neuemissionen von Staatsanleihen des Euroraums drei Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts nicht überschreiten (außer sie würden für die Rückzahlung von Altschulden eingesetzt). Obendrein sollten neue Schulden nur für sinnvolle Investitionen verwendet werden, zum Beispiel in Bildung, Forschung und Entwicklung, Infrastrukturprojekte, regenerative Energien u.a.

Typisch Denkfabrik: Akademiker erfinden ein Modell, überlassen dessen wegen der strengen Nebenbedingungen schwierige Realisierung aber entweder den Politikern oder – wie in diesem Fall – einer übergeordneten Institution. Könnte man jedenfalls meinen. Doch hier handelt es sich nicht um ein reines Gedankenbündel mit wenig Aussicht auf Durchsetzung, sondern um Teile eines Plans, den unter anderem Bundeskanzlerin Merkel ebenso seit längerer Zeit verfolgt wie Frankreichs neuer Staatspräsident Hollande. Jetzt gilt es allerdings, noch die größten Schuldensünder der Eurozone ins Boot zu nehmen und mit EZB-Präsident Draghi wechselseitig zu kommunizieren.

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