Gbureks Geld-Geklimper: Was weiter für Aktien spricht

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Was weiter für Aktien spricht

Kolumne von Manfred Gburek

Schlechte Nachrichten sind gut für Aktienkäufe. Schnäppchenjäger dürften in den nächsten Monaten noch einmal günstig zum Zuge kommen.

Aktienkurse nehmen die Entwicklung der Unternehmensgewinne um sechs bis neun Monate vorweg, daran ändert sich auch durch die Banken-, Schulden- und Eurokrise nichts. Geld ist ja reichlich vorhanden; und weil es seinen Weg nicht mehr unbedingt zu den Bundesanleihen sucht wie noch bis vor einem halben Jahr, verspricht es sich zunehmend über den Aktienmarkt zu ergießen. Das jedoch nicht ungezielt und schon gar nicht euphorisch, sondern selektiv.

Deutsche Bank, Commerzbank sowieso, Lufthansa und Thyssen bleiben dann halt auf der Strecke, während die auch in Krisenzeiten als vergleichsweise stabil geltenden Aktien von Fresenius, Henkel oder Linde nach jedem zwischenzeitlichen Rücksetzer immer wieder Käufer finden.

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Nach gängigen Bewertungskriterien, wie Dividendenrendite, Kurs-Gewinn- und Kurs-Buchwert-Verhältnis, sind deutsche Aktien im internationalen Vergleich insgesamt recht preiswert. Also spricht viel dafür, dass das viele an den Kapitalmärkten fluktuierende Geld besonders ihnen zugute kommt. Wobei zunehmend Zykliker wie BASF, Bayer und Siemens in den Vordergrund rücken dürften. Geradezu als Fundgrube wird sich beim nächsten Aufwärtsschub dann auch der aus 50 Aktien bestehende MDax erweisen.

250 Milliarden Euro stehen auf dem Spiel

Die Aktienkurse müssen auf dem Weg nach oben indes so manches Hindernis überwinden. Zum Beispiel kippte der Internationale Währungsfonds vor seinem jetzigen Jahrestreffen in Tokio Wasser in den Wein der Optimisten, indem er seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft leicht nach unten korrigierte. Und manche Auguren werden nicht müde, vorherzusagen, in Europa würden sich schon bald japanische Verhältnisse bemerkbar machen.

Also eine sehr lange anhaltende schleppende bis rückläufige Wirtschaftsentwicklung trotz expansiver Geldpolitik. Dass in Japan bis 1990 eine gigantische Immobilien- und Aktienspekulation vorausgegangen war, wie sie die Welt während der vergangenen Jahrzehnte kein zweites Mal – auch nicht zuletzt in den USA und in Spanien – erlebt hat, wird dabei einfach ausgeklammert.

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Natürlich werden die Aktienkurse auf dem Weg aufwärts auch in den kommenden Monaten immer wieder unterbrochen. Ein wichtiger Anlass wird die von den Börsianern bisher viel zu wenig beachtete Refinanzierung von Gewerbeimmobilien sein, auf der am Mittwoch zu Ende gegangenen Immobilienmesse Expo Real eines der brisantesten Themen.

Die Firma Ernst & Young hat ermittelt, dass 250 Milliarden Euro zur Debatte stehen. Schlimm daran ist, dass durch das Zusammentreffen von Problemimmobilien und -krediten eine Eigendynamik entsteht, die noch so manchen Schuldner zu Fall bringen wird, und zwar schwerpunktmäßig schon 2013. Schlimm ist auch, dass auf Seiten der Banken besonders dicke Brocken wie Hypo Real Estate und zuletzt die Commerzbank-Tochter Eurohypo aus dem Geschäft mit der gewerblichen Immobilienfinanzierung verschwinden.

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