Geldanlage: Aktien für den nächsten Crash

Geldanlage: Aktien für den nächsten Crash

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Ein Broker in Mumbai, Indien

von Stefan Hajek

Notenbanken drosseln die Geldzufuhr, China bremst, die US-Konjunktur droht zu kippen – doch Anleger und Analysten rechnen noch mit dicken Gewinnsteigerungen der Unternehmen. Das kann nicht gut gehen. Welche Dax-Werte gefährdet sind.

Volker Kuhnwaldt ist wieder da. Der ehemalige Star-Fondsmanager am Neuen Markt, dessen Anhänger 2000 ganze Turnhallen füllten, wagt sich wieder aus der Deckung: „Asien Absolut“, heißt sein neuer Fonds, der in „asiatische Aktien mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial“ investieren will. „Großartige Investment-Möglichkeiten“ sieht Kuhnwaldt. Die Kombination „Asien“ und „Kuhnwaldt“ aber weckt ungute Erinnerungen. Das letzte Mal, als der zuvor mit einem Internet-Fonds erfolgreiche Manager Anleger für Asien zu begeistern suchte, ging es schief. Sein Fonds Nordasia.com sammelte Anfang 2000 in wenigen Wochen fünf Milliarden Mark ein – und stürzte dann um 90 Prozent ab.

Der Nordasia.com kam viel zu spät – auf dem Höhepunkt des Internet-Booms. Wenn Kuhnwaldt ausgerechnet jetzt wieder für asiatische Wachstumsaktien trommelt, lädt das zu Vergleichen ein: „2000 brauchte jedes Unternehmen eine Internet-Story, um seine Aktien zu verkaufen, so wie heute jedes eine China-Geschichte braucht“, sagt Albert Edwards, Chefstratege der Société Générale. „China ist die größte Erwartungsblase aller Zeiten, schlimmer als die Internet-Blase 2000.“ Auch wenn das vermutlich übertrieben ist – die Anzeichen mehren sich, dass die Börse in diesem Jahr eine ausgedehnte Sommerpause einlegen könnte:

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Warnsignale

Indikatoren, mit deren Hilfe Volkswirte künftiges Wachstum vorhersagen, sind über dem Zenit. Der Earlybird-Frühindikator etwa verbuchte im Mai den vierten Rückgang in Folge. Vor allem die US-Konjunktur sendet wieder negative Signale. Insbesondere der schwache Arbeitsmarkt belastet. Die USA sind weit von einem selbsttragenden Aufschwung entfernt. Die Zinsen steigen. Europäische Zentralbank und die Notenbanken der Schwellenländer sind auf eine restriktive Geldpolitik eingeschwenkt, nachdem sie 2008 und 2009 die Märkte noch mit Geld geflutet hatten. Noch ist viel Liquidität im System, doch mit Verzögerung wird die Bremspolitik den Finanzmärkten Brennstoff entziehen und die Kreditvergabe und damit das Wirtschaftswachstum bremsen. Mehr als die Hälfte der Menschheit, vor allem die konsumfreudigen Bewohner der Schwellenländer, lebt bereits in einem Land mit steigenden Zinsen und strengerer Kreditvergabe.

Die Gewinnmargen sind auf einem historischen Hoch: Viele Firmen verdienen mehr als 2008, dem bisherigen Spitzenjahr. Das lässt zwar die Bewertung der Aktien nach Kriterien wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) günstig erscheinen, legt aber die Latte für weitere Kursgewinne hoch: Fraglich ist, wie die Unternehmen ihre Gewinne noch weiter steigern sollen, nachdem sie ihre Kostenprogramme durchgezogen und von zweieinhalb Jahren Wachstum profitiert haben.Die Investmentbanken geben Gas: Die Zahl der Börsengänge (IPOs), Fusionen und Übernahmen steigt. Zuletzt konnten auch große Unternehmen fast mühelos bei Investoren untergebracht werden; die Preise waren stattlich, wie das IPO des Rohstoffhändlers Glencore zeigt. Internet-Unternehmen wie LinkedIn erzielen hohe Preise für neue Aktien. Für Anleger ein Warnsignal: Börsengänge lassen sich erst teuer am Markt platzieren, wenn das „Umfeld günstig ist“, wie Investmentbanker sagen. Sie meinen: wenn der Markt oben ist. „Im letzten Drittel einer Hausse kommen mehr Unternehmen an die Börse als in den beiden ersten Dritteln zusammen“, sagt Frank Ebach, Chef der Kölner Niederlassung der BHF-Bank.

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