Geldanlage-Ausblick: „Auch 2017 lässt sich an den Märkten Geld verdienen“

Geldanlage-Ausblick: „Auch 2017 lässt sich an den Märkten Geld verdienen“

, aktualisiert 29. November 2016, 17:27 Uhr
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Die Deutsche Asset Management ist durchaus bullish für den Dax.

von Andrea CünnenQuelle:Handelsblatt Online

Ein Dax-Plus von über sechs Prozent, keine große Zinswende und keine Angst vor US-Präsident Donald Trump. Deutschlands größter Vermögensverwalter Deutsche Asset Management ist optimistisch für 2017.

FrankfurtEinen gewissen Stolz kann Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der Deutsche Asset Management (Deutsche AM), nicht verbergen: Vor einem halben Jahr haben er und seine Kollegen mit Ihren Prognosen durchaus richtig gelegen. Die Weltwirtschaft ist weiter gewachsen, der Ölpreis hat sich stabilisiert, die Inflation zog leicht an und Dollar legte zum Euro zu.

Außerdem entwickelten sich US-Aktienmarkt und der breite Index der Schwellenländer-Aktienmärkte besser als der Dax, und Anleihen warfen gute Erträge ab. Das alles traf zu, obwohl die Fondsmanager und Strategen der Vermögensverwalter der Deutschen Bank zwei Ereignisse nicht auf der Agenda hatten: den Brexit und die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.

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Das ist Grund genug, einen Blick auf die ausführlichen Prognosen zu werfen, die Deutschlands größter Asset Manager jetzt vorgestellt hat. Auch 2017 sollte sich an vielen Märkten noch Geld verdienen lassen – wobei es zwischenzeitlich durchaus Markteinbrüche geben könnte.

Voraussetzung für den Anlageerfolg sei allerdings eine sehr gezielte Auswahl von Vermögensverwerten und eine breite Streuung des Portfolios. Die Zeiten, in denen Anleger mit deutschen Bundesanleihen und Anleihen der anderen Euro-Kernländer noch positive Erträge erzielen konnten, sind zunächst vorbei. Die Kurse dieser Bonds könnten 2017 so deutlich fallen, dass die niedrigen Kupons aufgezehrt werden.

Dennoch müssen Anleger Anleihen nicht abschreiben. Die Angst vor einer großen Zinswende hält Bill Chepolis, Europa-Anleihechef, bei der Deutschen AM für überzogen. Vor allem die Renditen der US-Staatsanleihen seien zwar nach der Wahl Trumps deutlich gestiegen, aber: Die Renditen lägen quer über alle Laufzeiten jetzt auf dem Stand vom Dezember 2015 und damit auf einem Niveau, das vor einem Jahr noch viele Investoren als interessant bezeichnet hätten.

Raum für deutlich steigende Renditen gebe es dabei zunächst nicht mehr. Auch die US-Notenbank Fed werde es mit den Zinserhöhungen nicht übertreiben. Die Deutsche AM rechnet mit einer Zinserhöhung im Dezember und zwei weiteren Zinserhöhungen im nächsten Jahr.


Keine Zinswende im Euro-Raum

Die Zinswende im Euro-Raum dürfte nach Meinung der Strategen auch im nächsten Jahr noch nicht kommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde die Leitzinsen unverändert lassen, ihre monatlichen Anleihekäufe von 80 Milliarden Euro über den März hinaus ausweiten – und erst danach die Anleihekäufe langsam reduzieren. „Deutlich höhere Zinsen können wir uns gar nicht leisten“, meint Chepolis und rechnet vor: Ein Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus um einen halben Prozentpunkt würde die Zinskosten der Euro-Länder mittelfristig insgesamt um 48 Milliarden Euro und so knapp ein halbes Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen lassen.

Attraktiv bei Anleihen findet Chepolis vor allem Unternehmensanleihen aus den USA. Auch US-Hochzinsanleihen, also Anleihen von Firmen mit schlechter Bonität, böten noch Potenzial.

Hauptgründe: Die US-Wirtschaft werde weiter moderat wachsen und die höheren Zinsscheine der Anleihen böten einen Puffer gegen mögliche leichte Kursverluste. Das gelte mit Einschränkungen auch für Anleihen der Euro-Randländer, hochverzinsliche Euro-Unternehmensanleihen und auf Dollar oder Euro lautende Anleihen der Schwellenländer.

Dabei sind nicht nur bei Anleihen regelmäßige Einnahmen – sprich Zinserträge – ein wichtiges Thema für das kommende Jahr, ist Christian Hille, Leiter des Bereichs Multi-Assets, überzeugt. Da die Aktienmärkte im nächsten Jahr nicht so deutlich steigen sollten, würden Dividenden immer wichtiger für Investoren. Die Aktienmärkte selbst sollten dabei global im Einklang mit den Gewinnen der Unternehmen um fünf bis sechs Prozent steigen, meint Thomas Schüssler, designierter Co-Chef des weltweiten Aktiengeschäfts bei der Deutsche AM.

Für den Dax und den S&P 500 lässt sich Schüssler sogar zu Punktprognosen hinreißen. Demnach sollte der Dax Ende des Jahres 2017 bei 11.300 Punkten stehen, das entspräche einem Plus von 6,6 Prozent. Den S&P 500 sieht Schüssler bei nur gut plus zwei Prozent bei 2.250 Punkten. Allerdings seien dies nur sehr grobe Angaben, betont Schüssler.


Keine Angst vor Trump

Vom gewählten US-Präsidenten Trump erwartet die Deutsche AM zunächst keinen großen Einfluss mehr auf die Aktien. Bis Trump entscheidende Weichen für die US-Wirtschaft stellen könne, dürfte es bis in den Herbst dauern, meint Chefanlagestratege Kreuzkamp. Dabei könnten mittelfristig Trumps angekündigte Kombination aus Steuersenkung, Deregulierung und Infrastrukturinvestitionen der US-Wirtschaft durchaus positive Impulse geben. Auf der anderen Seite sei die geplante Einschränkung des freien Welthandels auch für US-Unternehmen problematisch.

Eine Abschottung der USA würde nicht nur den Schwellenländern sondern auch den US-Unternehmen schaden, deren Wettbewerbsfähigkeit aufgrund steigender Kosten leiden würde, betont Kreuzkamp. Die bisherige Euphorie der US-Aktienbörsen kann er dabei nicht ganz nachvollziehen. Der US-Amerikaner Chepolis drückt es noch drastischer aus: Die Märkte hätten alle möglichen positiven Effekte der ersten beiden Jahre der Amtszeit von Trump schon jetzt vorweggenommen.

Dabei bleibt die Politik auch im nächsten Jahr die große Unbekannte für die Entwicklung der Märkte. Aufgrund der ungelösten Frage nach dem Brexit und den Wahlen in einigen wichtigen europäischen Ländern wird die Frage nach der Zukunft der Europäischen Union und nach dem Nationalismus und Protektionismus wieder stark im Fokus stehen, betont die Deutsche AM.

Dies habe man bei Anlageentscheidungen auf der Agenda, erklärt Kreuzkamp. Konkret bedeutet das wohl: Sollte schon am 4. Dezember das Verfassungsreferendum in Italien abgelehnt werden, könnte die Deutsche Asset Management ihre Prognosen ändern.

Quelle:  Handelsblatt Online
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