Geldanlage: Billige China-Aktien an Frankfurts Börse

Geldanlage: Billige China-Aktien an Frankfurts Börse

Bild vergrößern

Chinesische Unternehmen wie der Sportausrüster Ming Le Sports werden ihr Aktien nicht los: Mitte Mai konnte Ming Le Sports nur ein Drittel der geplanten Aktien unters Volk bringen

von Hauke Reimer

Seit 2007 sind 35 chinesische Unternehmen in Frankfurt an die Börse gegangen. Die Aktien sind extrem billig – vorausgesetzt, die Zahlen der Analysten stimmen.

Erste Liga ist es nicht, was sich in Frankfurt so an chinesischen Unternehmen an der Börse tummelt. Die meisten sind klein, aber immerhin aus soliden Branchen – kein Internet-Hype, keine wackligen Finanzgeschäfte, sondern Armaturen, Müllverbrennung, Fischhandel und Handtaschen.

Niedrige Bewertung

Anzeige

Die Bewertung der Unternehmen, die vom Konsumhunger der Chinesen profitieren sollen, ist lächerlich niedrig. Einstellige Kurs-Gewinn-Verhältnisse sind die Regel, solche unter fünf nicht selten. Das gilt aber nur, wenn man den Prognosen von Unternehmen und Analysten vertraut. Vielen Investoren fehlt hier aber der Glaube. China ist weit, und die wenigen Analysten, die diese Werte beobachten, sitzen zumeist bei Banken, die die Unternehmen an die Börse gebracht haben oder diese, gegen Gebühren, dort betreuen.

35 Unternehmen aus China zog es seit 2007 nach Frankfurt. Für Anleger, die nicht flott Gewinne mitgenommen haben, waren die meisten ein schlechtes Geschäft. Selbst die zehn im regulierten Prime Standard notierten Werte stehen im Minus (siehe Tabelle).

Wie viel chinesische Aktien seit ihrem Börsengang in Frankfurt verloren haben*
Börsengang  amUnternehmen/BrancheVerlust (in Prozent)
15.5.2012Haikui Seafood/Meeresfrüchte–4,0
9.12.2012Ultrasonic/Schuhe–2,9
13.7.2011Youbisheng Green/Altpapier–10,0
1.7.2011China Spec. Glass/Spezialglas–62,2
10.6.2011United Power/Generatoren–66,1
11.4.2011Powerland/Handtaschen–58,5
10.3.2010Joyou/Armaturen–39,7
1.10.2009Vtion Wireless/Mobilfunk–63,7
16.11.2007Asian Bamboo/Agrar–54,1
6.7.2007ZhongDe Waste/Müllverbr.–89,9

*gerechnet vom Emissionskurs

Quelle: Deutsche Börse, Thomson Reuters 

Neue Aktien gibt es dennoch, aber die Unternehmen werden sie kaum los. Der Fischverarbeiter Haikui Seafood etwa brachte Mitte Mai nur gut ein Fünftel der geplant 1,7 Millionen Aktien unters Volk, der Sportausrüster Ming Le Sports nur ein Drittel, trotz verlängerter Zeichnungsfrist für seine Aktien. Das Unternehmen, dessen Logo dreist vom Nike-Symbol „Swoosh“ abgekupfert wurde, hatte deswegen Ärger mit dem US-Sportausrüster. Chinas Markenamt entschied 2005 aber zugunsten von Ming Le.

Weitere Links zum Thema

Fehlendes Vertrauen der Investoren

Investoren mangelt es vor allem an Vertrauen. Viel Porzellan zerschlagen hat die in Toronto notierte Sino Forest, deren Kurs 2011 crashte, nachdem rauskam, dass das Unternehmen in China viel zu hohe Waldflächen ausgewiesen hatte. Der Sino-Absturz zog auch Frankfurt mit runter. Anleger stört es, dass Großaktionäre der Chinesen oft in Offshore-Zentren residieren, fern jeder Börsenaufsicht. Die Firmen sind zwar oft deutsche Aktiengesellschaften, das Geschäft aber steckt in chinesischen Firmen, gerne wird auch noch eine Holding zwischengeschaltet. Wer soll solche Gebilde kontrollieren?

„Ich habe tatsächlich mal zwei Leute nach China geschickt“, berichtet der Analyse-Chef einer Frankfurter Bank. Die schauten sich die Fabriken an und waren beeindruckt. „Die Unternehmen wachsen und verdienen Geld, aber wer garantiert mir, dass das Geld tatsächlich bei der AG und den Aktionären ankommt?“ Wer die Aktien kauft, wettet auf die Seriosität von Management und Großaktionären. Einen Blick wert könnte daher Chinas Armaturen-Marktführer Joyou sein. 2011 ist dort der Armaturenanbieter Grohe eingestiegen. Grohe bot 13,50 Euro je Aktie, heute kostet das Papier nur noch gut die Hälfte.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%