Geldanlage: Chancen und Risiken der Dax-30-Werte

Geldanlage: Chancen und Risiken der Dax-30-Werte

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16 Prozent hatte der Dax seit Jahresanfang zugelegt. So stark startete die Börse zuletzt, als noch Willy Brandt Bundeskanzler war.

von Christof Schürmann

Es war der rasanteste Jahresstart aller Zeiten, den der Dax Anfang 2012 hinlegte. Treiber Nummer eins: das billige Geld der Notenbanken. Doch das birgt Gefahren. Die Geschäfte der Unternehmen laufen nicht alle rund. Bei welchen Aktien Anleger dabeibleiben, welche Papiere verkauft werden sollten, wo sich auch Zertifikate lohnen.

Schuldenkrise, Konjunkturflaute – das alles ficht die deutschen Unternehmenslenker nicht mehr an. Als am Donnerstag der ifo-Index, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, nicht nur den vierten Monat in Folge gestiegen war, sondern deutlich bessere Perspektiven für die deutsche Wirtschaft signalisierte, rieben sich Experten die Augen. „Das ist ein fulminanter Anstieg, der in dieser Größenordnung nicht zu erwarten war“, gab Christian Melzer, Konjunkturexperte der Dekabank, die Jubelstimmung unter den Volkswirten wieder. Börsianer aber zögerten. Der Dax knickte nach den ifo-Zahlen um 100 auf 6800 Punkte ein.

Diagramm: Starker Jahresauftakt

Diagramm: Starker Jahresauftakt (zum Vergrößern bitte klicken)

Ist also womöglich schon alles Positive drin in den aktuellen Kursen?

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16 Prozent hatte der Dax seit Jahresanfang zugelegt. So stark lief die Börse zu Jahresbeginn zuletzt, als Willy Brandt Bundeskanzler war und Mittelfeld-Ass Lothar Kobluhn von Rot-Weiß Oberhausen sich anschickte, vor einem gewissen Gerd Müller Torschützenkönig der Fußballbundesliga zu werden, nämlich 1971.

Neun Wochen in Folge wie von Mitte Dezember 2011 bis Mitte Februar legte der Dax vor knapp 14 Jahren zu. „Liquidität, Konjunkturtrend und vernünftige Bewertungen. In den letzten Monaten waren alle drei Faktoren auf der ,richtigen‘ Seite“, so erklärt Hans Peterson, Chef-Stratege der SEB Bank, den Aufschwung.

Im Durchschnitt ein starkes Ergebnis, von dem aber längst nicht alle im Dax engagierten Anleger profitieren. Daimler-Aktionäre etwa freuen sich über ein Drittel Kurszuwachs, Merck-Anleger über ein leichtes Plus, die von Fresenius Medical Care liegen seit Jahresbeginn dagegen nur auf der Nulllinie.

Diagramm: Nicht alle über einen Kamm Quelle: Bloomberg

Diagramm: Nicht alle über einen Kamm (zum Vergrößern bitte klicken)

Bild: Bloomberg

Die Differenz zwischen starken, mittelmäßigen und schwachen Performern im Dax ist 2012 so ausgeprägt wie selten. Das dürfte auch für die kommenden Monate gelten.

Unangenehme Überraschung schlummert in mancher Dax-Bilanz

Erst knapp die Hälfte der 30 Dax-Unternehmen hat bisher Zahlen für das letzte Quartal und das Geschäftsjahr 2011 vorgelegt. Die Jahresbilanzen, die echte Rechenschaft, wie es um die Unternehmen bestellt ist, folgen zum größten Teil erst im März.

Schon jetzt aber gibt es erste Fingerzeige. Und die sind nicht unisono positiv. Beim Lkw-Bauer MAN etwa drittelte sich der Jahresüberschuss 2011 auf nur noch 247 Millionen Euro. Die Deutsche Bank rutschte vor Steuern im vierten Quartal in die roten Zahlen – und verfehlte die Analystenprognosen mal eben um 1,6 Milliarden Euro. Auch ThyssenKrupp, dessen neues Geschäftsjahr bereits am 1. Oktober begonnen hatte, legte tiefrote Zahlen vor: Je Aktie schrieb der Stahlkonzern im Schlussquartal 2011 30 Cent Verlust – nach 29 Cent Gewinn im Vorjahreszeitraum. Vergangenen Mittwoch enttäuschte der Gesundheitskonzern Fresenius mit der Umsatzprognose für 2012, während zeitgleich die Tochter Fresenius Medical Care auch nur so eben die Schätzungen traf. Die Telekom schockte am Donnerstag mit einem Jahresüberschuss 2011, der um mehr als 80 Prozent unter den Analystenprognosen lag. Wenig besser die Allianz, deren Jahresnettogewinn um mehr als 40 Prozent absackte. Und selbst beim erfolgsverwöhnten Autobauer VW wird gebremst: Man sei zwar „erfreulich ins neue Jahr gestartet, aber 2012 wird herausfordernd“, dämpfte Vertriebsvorstand Christian Klingler die Euphorie.

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