Geldanlage: Festgeld für Centfuchser

Geldanlage: Festgeld für Centfuchser

, aktualisiert 14. September 2016, 14:29 Uhr
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Jede Menge Cent: Wer über einen Vermittler ein Festgeld-Konto abschließt, bekommt noch etwas höhere Zinserträge.

von Anke RezmerQuelle:Handelsblatt Online

Wer in der Nullzinswelt Erträge mit Festgeld erzielen will, muss gewisse Risiken akzeptieren. Über Online-Vermittler gibt es meist ein bisschen höhere Zinsen.

FrankfurtGroße Ansprüche darf nicht stellen, wer sein Geld aufs Konto legt. Wenn Sparer ihr Kapital partout fernab der Schwankungen der Kapitalmärkte für eine absehbare Zeit parken wollen, können sie ihr Kapital nur noch bei wenigen Anbietern erhalten und noch einen Mini-Ertrag verbuchen. Und dafür müssen sie auch noch bestimmte Risiken eingehen. „Sparer müssen abwägen“, erklärt Sigrid Herbst von der Frankfurter FMH-Finanzberatung, die regelmäßig Zinskonditionen von Kreditinstituten beobachtet. Es gebe noch erkennbare Zinsen für Festgeld etwa über ein oder auch drei Jahre, aber eben nahezu nicht mehr bei der Sparkasse oder der Volksbank um die Ecke (siehe Tabellen).

Für Festgeld über zwölf Monate gibt es in der Spitze 1,1 Prozent Zinsen. Die estnische Bigbank zahlt nach der Übersicht von FMH aktuell den höchsten Zins. Es folgen drei weitere Banken – die schwedische Klarna-Bank, die Töchter der russischen Sberbank in Österreich Deniz Bank und Sberbank Direct – mit einem Prozent für Jahresfestgeld.

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Mit solchen Angeboten können Sparer ihr Kapital real, also nach Inflation und Steuern, gerade erhalten. Die Teuerungsrate für Deutschland betrug zuletzt 0,4 Prozent. In der Regel gelingt das aber nicht mehr mit Jahresfestgeld: Nach Berechnungen von FMH bekommen Sparer im Durchschnitt nur noch 0,27 Prozent im Jahr für 12-Monatsfestgeld – so wenig Zinsen gab es noch nie.

Allerdings müssen Anleger, wenn sie den Banken mit diesen Spitzenzinsen ihr Geld anvertrauen, mit einem begrenzten Einlagenschutz leben. Bei den Banken sind jeweils 100.000 Euro pro Sparer nach dem gesetzlichen EU-Einlagenschutz abgesichert. Und im Fall einer Pleite eines solchen Geldhauses müssten die Sparer ihr Recht im Land der Bank einklagen. Das kostet Mühe und kann dauern.

Daher müssten Sparer überlegen, ob sie dieses Risiko tragen wollten, meint Herbst. Verbraucherschützer wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg raten davon ab. Denn Geld, das Sparer auf Konten parken, sei in den meisten Fällen eben kein Spekulationskapital, sondern Reserven, die für Notsituationen zurückgelegt oder zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt würden. Auch Herbst von FMH räumt ein: Den einzigen Notgroschen sollten Sparer vielleicht nicht gerade in einem Land anlegen, in dem es aufwändig sein dürfte, ihr Recht einzuklagen.

Über Vermittler gibt es noch ein wenig höhere Zinsen

Anbieter, die einer freiwilligen deutschen Einlagensicherung angehören, zahlen derzeit bis zu 0,9 Prozent für Festgeld über zwölf Monate. Ganz oben liegt hier die Firmenkreditbank Abcbank. Das ist immer noch deutlich mehr als der Durchschnitt der Anbieter zahlt.

Wer sein Geld für drei Jahre festlegen möchte, bekommt noch ein wenig mehr: Bei der Big Bank und die Sberbank Direct bekommen Sparer 1,3 Prozent jährlich. Ihr Geld liegt dann aber auch drei Jahre fest. Falls die Zinsen doch wieder steigen sollten, wird das Angebot unattraktiver.

Wer auf jeden Cent Ertrag schaut, findet auch noch Banken, die mehr zahlen. Bei Online-Vermittlern wie Savedo oder Weltsparen sind zum Beispiel derzeit Zinssätze für Jahresfestgeld von bis 1,65 Prozent drin. Diese Zins-Plattformen vermitteln Spargeld an ausländische Institute, die keine Vertretung in Deutschland haben. Ganz oben stehen Banken aus Ländern mit einer schwächeren Bonität wie Bulgarien, Kroatien oder Portugal. „Jeder muss für sich entscheiden, ob ihm die Zinsdifferenz dies wert ist oder er dabei eine schlaflose Nacht haben könnte“, meint Herbst.

In Euro und Cent ist die Differenz zwischen diesen Angeboten und denen der Institute mit deutscher Einlagensicherung allerdings relativ gering: Für 10.000 angelegte Euro bekäme ein Sparer beim besten Angebot über eine Zinsplattform gerade mal 75 Euro mehr für 12 Monate – das sind 20 Cent pro Tag.

Verbraucherschützer raten unterm Strich, bei einem deutschen Anbieter nach akzeptablen Zinsen zu schauen, etwa bei einer Direktbank. Hier zu Lande gelten die Chancen noch am größten, im Fall einer Bankpleite das Ersparte in absehbarer Zeit zurück zu bekommen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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