Geldanlage: Mäßiger Kursauftrieb erwartet

Geldanlage: Welche Aktien von Obamas Gesundheitsreform profitieren

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Mäßiger Kursauftrieb erwartet

Ein Arzt während der Behandlung Quelle: dapd
Falls die Refo0rm abgelehnt wird, würden besonders Managed-Care-Modelle gewinnen. Sie müssten dann nicht jeden freiwillig Versicherten mit den vollen Leistungen bedienen. Quelle: dapd

Umfragen unter US-Juristen und an der Wall Street lassen erwarten, dass die obersten Richter das Reformwerk bestätigen werden. Dieses Ergebnis scheint in den Kursen des US-Gesundheitssektors bereits berücksichtigt, daher dürfte der Kursauftrieb für Aktien von Unternehmen, die von dem Gesetz profitieren, eher mäßig bleiben. Sarah James, Analystin für den US-Gesundheitssektor bei Wedbush Securities, sagt denn auch, die Kurssteigerungen der Aktien von kommerziellen Versicherern wie Aetna und Medicaid-Dienstleistern wie Centene würden sich in einer Größenordnung von maximal drei Prozent bewegen. Die Reform würde den in diesen Sparten tätigen Unternehmen neue zahlende Patienten zuführen, geschätzte 18 Millionen jährlich allein bei Medicaid-Einrichtungen.

Aus den gleichen Gründen würden wahrscheinlich auch die Aktienkurse großer Pharmakonzerne wie Merck und Pfizer und Klinikbetreibern wie HCA Holdings moderat steigen. Weitaus spannendere Chancen für Anleger bieten sich aber, falls der eher unerwartete Fall eintritt und der Oberste Gerichtshof das gesamte Gesetzespaket oder Teile davon als verfassungswidrig erklärt.

Managed-Care-Aktien könnten um 25 Prozent steigen

Börse Die Gewinner der Obama-Gesundheitsreform

Reform-Profiteur: Aetna

Branche: Versicherer

ISIN/ Symbol: US00817y1082

Kurs (Euro): 34,13

KGV(1) 2012: 8,3

(1): Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des für 2012 geschätzten Gewinns; Quelle: Bloomberg, Barrons

Enorm profitieren könnten dann vor allem die Anbieter im Rahmen sogenannter Managed-Care-Modelle. Diese sind vertraglich verpflichtet, ihre freiwilligen Mitglieder mit ambulanten, stationären und zum Teil auch zahnärztlichen Leistungen zu versorgen. Sie wären dann nicht mehr gesetzlich verpflichtet, alle Hilfesuchenden zu behandeln, theoretisch einschließlich jener Leute, die die Versicherung noch schnell in der Ambulanz auf dem Weg in die Klinik abschließen. Und eine Unmenge kostspieliger neuer Bestimmungen für Managed-Care-Anbieter, die 2014 und 2015 nach und nach in Kraft treten sollen, wären mit einem Schlag vom Tisch.

Die Aktien von einigen Managed-Care-Anbietern könnten um fast 25 Prozent steigen. Credit-Suisse-Analyst Charles Boorady zufolge könnte etwa die Aktie von Well Point, einer der größten Managed-Care-Gesellschaften im US-Krankenkassenverband, um 75 Prozent auf 118 Dollar klettern. Derzeit notiert die Aktie zum 8,7-Fachen des für das nächste Jahr erwarteten Gewinns, verglichen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 9,7 in der Branche insgesamt und von 12,2 am breiten US-Aktienmarkt.

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