Geldanlage-Plattform: Savedo startet Festgeld mit Aktien-Wette

Geldanlage-Plattform: Savedo startet Festgeld mit Aktien-Wette

, aktualisiert 08. März 2017, 11:25 Uhr
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Am 8. März hat die Plattform Festgeld Plus freigeschaltet.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Herkömmliche Festgeldkonten sind der Anlageplattform Savedo nicht mehr genug. Mit „Festgeld Plus“ startet sie am Mittwoch ein Angebot mit höheren Renditechancen – die Anleger wetten dabei auf vier Aktien.

FrankfurtDie Geldanlage-Plattform Savedo erweitert ihr Geschäftsmodell. Neben Tages- und Festgeldkonten gibt es ab sofort auch das sogenannte Festgeld Plus. Das Angebot ist eine Kombination aus einem Festgeldkonto und einer Wette auf die Kursentwicklung einzelner Aktien. Die Plattform will damit Kunden erreichen, die zwar ein großes Sicherheitsbedürfnis haben, aber dennoch die Chance auf höhere Zinsen nutzen möchten. Wenn es gut läuft, können die Anleger nach einem Jahr rund drei Prozent Zinsen bekommen. Läuft es schlecht, bekommen sie gar keine Rendite.

Die Kombination aus einem Festgeld- und einem Aktien-Produkt ist nicht neu. Aktuell gibt es beispielsweise bei der Comdirect das Angebot „Fest & Fonds“, bei der Targobank „Rendite-Plus“ und die Volkswagen Financial Services wirbt mit „Kombi-Invest“. Bei diesen Produkten investiert der Anleger die eine Hälfte seines Anlagebetrags in Festgeld oder Sparbriefe. Die andere Hälfte legt er in Fonds an. Für das Festgeld bekommt er sechs bis zwölf Monate lang einen vergleichsweise hohen Zins. Beim Fondsanteil sind je nach Marktentwicklung aber auch Verluste möglich. Verbraucherschützer bewerten solche Kombinationen häufig kritisch. Sie bemängeln insbesondere die Gebühren, die auf der Fondseite anfallen.

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Das neue Angebot von Savedo ist anders aufgebaut. Hier wird der Anlagebetrag als Festgeld mit einjähriger Laufzeit angelegt. Wie viel Rendite der Anleger bekommt, hängt davon ab, wie sich ein Bündel aus vier Aktienwerten entwickelt. Zur Wahl stehen zum einen die „liquidesten Werte des Dax“ – namentlich SAP, Siemens, Bayer und BASF. Zum anderen gibt es das Bündel „Luxusautomarken“, zu denen Tesla, BMW, Ferrari und Porsche gezählt werden. Im ersten Fall gibt es entweder eine Rendite von 3,15 oder von null Prozent. Im zweiten Fall sind es 2,75 oder der aktuelle Durchschnittszins deutscher Tagesgeldkonten. Damit der Anleger den hohen Zinssatz erreicht, müssen die Kurse jeweils aller vier Aktien nach einem Jahr gleichgeblieben oder gestiegen sein. Ist nur der Kurs mindestens eines Papiers gesunken, wird die Null- oder Mini-Rendite fällig.

Die möglichen Auszahlungsoptionen sind den potentiellen Anlegern also im Vorfeld genau bekannt. Das Angebot kann daher als transparent gewertet werden. Den klassischen Empfehlungen für ein Investment in Aktien genügt es jedoch nicht, da der Anlagebetrag stets möglichst breit über viele Aktien gestreut werden sollte.

Tatsächlich werden beim Angebot von Savedo aber gar keine Aktien gekauft. Björn Jüngerkes, Geschäftsführer bei Savedo, erklärt das so: Das Produkt sei in Zusammenarbeit mit der portugiesischen Partnerbank Banco de Investimento Global (BIG) entwickelt worden. „Die BIG kauft keine Aktien, sondern tätigt im Hintergrund Optionsgeschäfte, die von der eigentlichen Kundeneinlage unabhängig sind“, erklärt Jüngerkes. Somit könne sie sie Rendite zahlen. Jüngerkes bewirbt Festgeld Plus als „attraktive Alternative für Anleger, die kein Risiko eingehen wollen“ und als „Beimischung“. Je nach Nachfrage der Kunden würden noch weitere Varianten mit anderen Aktienkörben geplant.


Tages- und Festgeldkonten über Plattformen zu eröffnen, wird in Deutschland immer beliebter, denn Banken im europäischen Ausland bieten häufig höhere Zinsen als die heimischen Institute – die sogar begonnen haben, Strafzinsen von den Anlegern zu verlangen. Die Internet-Plattformen Savedo, Weltsparen und Zinspilot haben insgesamt schon mehrere Milliarden Euro vermittelt. Die Zinssätze liegen aber nur selten über 1,5 Prozent. Savedo hat sein Geschäftsmodell bereits im vergangenen Herbst um den Handel mit Edelmetallen ergänzt. Die anderen Plattformen konzentrieren sich bisher auf Tages- und Festgeldangebote – teils mit flexibler Kündigungsfrist, teils in Fremdwährungen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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