Geldanlage: Putin hat das bessere Blatt auf der Hand

Geldanlage: Putin hat das bessere Blatt auf der Hand

von Frank Doll

Europa kann sich keine Sanktionen gegenüber Russland leisten. Das fragile europäische Bankensystem macht die EU politisch handlungsunfähig. Wann der richtige Zeitpunkt zum Kauf russischer Aktien kommt.

Nur noch knapp jeder zehnte Investor rechnet innerhalb der nächsten zwölf Monate mit dem Austritt mindestens eines Landes aus dem Euro. Das geht hervor aus dem so genannten Euro Break-up Index (EBI) des Analysehauses Sentix. Dieser fiel zuletzt zurück auf 9,8 Prozent und damit erstmals unter die Schwelle von zehn Prozent. Seinen bisherigen Höchststand erreichte der EBI im Juli 2012 mit 73 Prozent.

Ein Wirtschaftskrieg mit Russland könnte die derzeit sorglose Einschätzung der Anleger sehr schnell ändern. Schließlich sind europäische Banken stark in Russland engagiert. Wie immer ganz vorne mit dabei sind die französischen Banken. Laut Statistiken der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hielten französische Institute gegenüber russischen Schuldnern Ende 2013 Forderungen von mehr als 50 Milliarden Dollar. Dagegen verblasst das Engagement der traditionell stark in Russland engagierten deutschen Banken mit weniger als 20 Milliarden Dollar. Deutsche Banken hatten ihre Ausleihungen im vierten Quartal um 18 Prozent zurückgefahren. Größter Schwachpunkt aber sind die schwer angeschlagenen italienischen Banken. Für sie stehen in Russland knapp 30 Milliarden Dollar auf dem Spiel. Das ist ein Prozent aller Vermögenswerte italienischer Banken - die mit Abstand höchste Quote unter den europäischen Bankensystemen. Auf dem zweiten Platz landet Frankreich mit 0,6 Prozent. Deutschland kommt auf etwa 0,2 Prozent. Entgegen der allgemeinen Tendenz haben die italienischen Banken ihr Engagement in Russland im vierten Quartal 2013 gar noch weiter ausgebaut.

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Ukraine Kalter Krieg, überhitzte Börsen

Die sich von Tag zu Tag zuspitzende Krise in der Ukraine juckt an den Finanzmärkten niemanden – noch nicht.

Auf die Finanzmärkte hatte die Eskalation in der Ukraine bislang kaum Auswirkungen. Quelle: REUTERS

Die aktuelle Situation erinnert an die Lage in Griechenland 2010. Dort hatten damals die französischen Banken mit ihren griechischen Tochtergesellschaften und Forderungen im Volumen von rund 70 Milliarden Dollar die höchsten Risiken am Hals. Den Ausstieg ermöglichte ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) über das Securities Markets Program (SMP). Die EZB nahm griechische Anleihen auf die eigene Bilanz und verteilte die Risiken so auf die gesamte Eurozone. Es war der erste große Sündenfall der EZB in der Euro-Krise. Nur geht das nicht mit russischen Anleihen.

Eine zunehmende Konfrontation des Westens mit Russland bringt deshalb automatisch das Systemrisiko an die Finanzmärkte zurück. Insgesamt beliefen sich die Auslandsschulden Russlands laut Statistiken der russischen Zentralbank Ende 2013 auf 732 Milliarden Dollar. Das waren 200 Milliarden Dollar mehr als noch vor zwei Jahren und allein 160 Milliarden Dollar davon entfielen auf russische Unternehmen und Banken.

Besonders exponiert ist die französische Großbank Société Générale (SG) über ihre 99,4-prozentige Tochtergesellschaft Rosbank, der mit Netto-Vermögenswerten von 22 Milliarden Dollar neuntgrößten Bank Russlands. Noch im April hatte die SG der vom Oligarchen Wladimir Potanin kontrollierten Holding Interros ein siebenprozentiges Aktienpaket an Rosbank abgekauft. „Société Générale´s commitment to Russia is part of a long-term vision“, ließ die zweitgrößte französische Bank dazu verlauten. Russlands Staatspräsident Wladimir Putin hatte zu diesem Zeitpunkt die Krim bereits annektiert. Die Ost-Ukraine wird aller Voraussicht nach der Krim folgen. Der für die Finanzmärkte entscheidende Termin ist der 18. Mai. An diesem Tag wird in einem zweiten Referendum endgültig über einen Anschluss der Ost-Ukraine an Russland entschieden.

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