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Geldanlage: Was Top-Anlageexperten jetzt raten

von Hauke Reimer und Stefan Hajek

Top-Anlageprofis und -Ökonomen wie Jens Ehrhardt und Bert Flossbach sehen schwere Zeiten für Anleger anbrechen. Welche Strategie sie Privatanlegern jetzt empfehlen, wo Ihr Geld jetzt noch sicher ist.

Euro-Streitgespräch Quelle: Oliver Rüther für WirtschaftsWoche
Euro-Streitgespräch Quelle: Oliver Rüther für WirtschaftsWoche
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Was sollen Anleger also tun? In Sachwerte flüchten? Oder deutsche Staatsanleihen kaufen, um bei einem eventuellen Euro-Bruch auf der richtigen Seite zu stehen?

Ehrhardt: Es gibt in so einer verfahrenen Situation leider keine einfachen Lösungen. Unsere Antwort ist – auch wenn es keiner mehr hören will – Diversifikation. Wir streuen das Vermögen auf viele Anlageklassen. Denn man muss sich heute einfach eingestehen, dass es keine ultimativ sichere Anlageklasse mehr gibt. Staatsanleihen zum Beispiel galten bis vor wenigen Jahren noch als genau das. Heute rechnen auf dem Markt fast alle mit einer oder mehreren Pleiten in den kommenden Jahren. Auch Immobilien oder Gold könnten irgendwann unattraktiv werden, aus Gründen, die heute noch nicht erkennbar sind.

Thosten Polleit Quelle: Oliver Rüther für WirtschaftsWoche
Thosten Polleit Quelle: Oliver Rüther für WirtschaftsWoche

Flossbach: Korrekt. Deswegen ist aber nicht nur Streuung, sondern auch Flexibilität so immens wichtig. In einer so unübersichtlichen Situation sollte man sich nie mit einem Großteil seines Vermögens an eine oder wenige Anlageformen ketten. Vor allem nicht, wenn sie im Zweifel schwierig zu veräußern sind, etwa Immobilien. Man muss zumindest mit einem Teil seines Geldes flexibel bleiben.

Aber die Immobilienpreise steigen.

Flossbach: Natürlich sind Immobilien im Prinzip Profiteure eines Wertverfalls von Papiergeld. Ich habe nichts gegen eine selbst genutzte Wohnung oder Oma ihr klein Häuschen. Aber in teure, größtenteils auf Kredit finanzierte Kapitalanlage-Immos sollte kein allzugroßer Teil des Vermögens investiert sein. Denn sie sind eben auch, wie der Name schon sagt: immobil.

Warum soll das ein Nachteil sein?

Flossbach: Die Nachfrage könnte lokal leiden, wegen der demografischen Entwicklung, zum Beispiel.

Dann fallen beim Kauf hohe Nebenkosten an, der Verkauf ist mitunter extrem langwierig. Nicht zuletzt unterliegen Immobilen dem möglichen Zugriff des Staates.

Fürchten Sie neue Immobiliensteuern? Oder gar Zwangshypotheken?

Flossbach: Letztere vielleicht nicht. Aber das Abschöpfen von Immobiliengewinnen ist ein Prozess, der längst begonnen hat. Viele Städte und Gemeinden haben die Grundsteuern kräftig erhöht, und die Bundesländer erhöhen gerade die Grunderwerbsteuern von 3,5 auf 5,0 Prozent.

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16 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.10.2011, 23:47 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    @Zero: Ziemlich unlogisch. Wieso sollte eine "Währungsreform" in Deutschland mit einem Schuldenschnitt einhergehen? Höchstens bei ausländischen (PiiGS-)Staatsanleihen. Welcher deutsche Privatanleger hat denn solche schon? Eine Anleihe von bMW, Siemens, etc. sehe ich da nicht als ausfallgefährdet an; selbst bundanleihen nicht. Und noch mal: bevor diese Anleihen bei null Marktwert sind, sind es die Aktien dieser Gesellschaften schon lange vorher. Und das glaubt doch keiner, gerade die betreffenden Finanzgurus nicht.

    Was Pimco anbetrifft gilt dasselbe: Wer kauft schon US-Staatsanleihen zu einem so niedrigen Zins? Höchstens totale ignoranten und/oder Hasenfüße. "Gold" ist eine heiße Wette auf inflation. ich habe dargelegt, wieso ich sie nicht sehe. Polleit erzählt ziemlichen Unsinn diesbezüglich und befeuert eine blase, die in sich zusammenfallen wird. Aber noch mal: Als Anleger aus PiiGS-Ländern würde ich mir in ihrem Sinne Gedanken machen, aber nicht als deutscher Anleger.

    Aus lauter Panik sollte man das Kind nicht mit dem bade ausschütten. Coolness ist der beste Anlageberater! Eine D-Mark-Einführung würde dem deutschen Anleger nutzen. Die Exportindustrie müßte sich zwar stärker anstrengen. Tut ihr aber ganz tut, indem sie die Kreativität fördert. importwaren (Rohstoffe!) würden deutlich billiger werden. inflation komm raus, du bist umzingelt, könnte man rufen...Der so oft von anderen Euro-Staaten beklagte deutsche Handelsüberschuß würde übrigens auch ganz automatisch sinken, ohne bürokratischen EU-Unsinn!

  • 26.10.2011, 23:18 UhrAnonymer Benutzer: Zero

    @Profit: Angesichts der Schuldenberge, die hierzulande über Jahrzehnte aufgetürmt wurden, wird die Währungsreform mit einem Haircut einhergehen. Zudem zerlegt es die PiiGS-bonds, die massiv abwerten werden und in den Lebensversicherungen stecken. Wenn dann auch noch eine Großbank umfällt oder eine Derivate-bombe vom Kaliber "Lehman brothers" hochgeht, haben wir den Salat.

    PiMCO, der größte Anleiheninvestor dieser Welt, hat keine US-Staatsanleihen mehr (ist sogar short und hat entsprechende CDS) und investiert massiv in Gold. Diese Situation kann man auch auf die PiiGS-bonds übertragen, die von der EZb, EFSF und später ESM aufgekauft werden. Wer glaubt er könne seine Ersparnisse innerhalb des fiat-money-Systems retten, wird in naher Zukunft noch sein blaues Wunder erleben.

    Es nützt mir nichts wenn ich eine tolle nominale und prozentuale Rendite in EUR erziele, dann aber blöderweise feststellen muss, dass ich für 1 Mio. EUR nur noch ein brot kaufen kann.

  • 26.10.2011, 20:54 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    @Jo: bei allem Respekt vor ihren Vorschlägen. Aber: Eine "Währungsreform" wäre doch für Deutsche Anleger gar nicht das Schlechteste. Über Nacht würde der "Deutsche Euro" (wieder) zu einer "Deutschen Mark". Dies hat nichts mit inflation, sondern viel mit Abkopplung von PiiGS zu tun. Gold spielt dabei überhaupt keine Rolle. Die neue D-Mark wird - obwohl auch aus "Polleit-Papier" - enorm gefragt sein. Wetten?

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