Geldanlage: Welche Aktien von Obamas Gesundheitsreform profitieren

Geldanlage: Welche Aktien von Obamas Gesundheitsreform profitieren

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Die als "Obamacare" bezeichnete Reform des Gesundheitswesens hat nicht nur Folgen für Versicherte. Auch Aktionäre und Versicherer sind betroffen.

Das Oberste Gericht der USA entscheidet über Barack Obamas Gesundheitsreform. Das Urteil dürfte Kurse bewegen. Gewinner-Aktien wird es aber auch bei einem Scheitern der Reform geben.

Beim Obersten Gerichtshof der USA steht der Kern des wichtigsten innenpolitischen Projekts von Präsident Barack Obama auf dem Prüfstand. Die mit Spannung erwartete Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit des landläufig als „Obamacare“ bezeichneten Reformwerks wird auch an den Börsen mit großem Interesse verfolgt, hat die Reform doch weitreichende Folgen für Versicherer, Pharmakonzerne und Klinikbetreiber.

Die Amerikaner geben jährlich fast 2,7 Billionen Dollar für medizinische Behandlung aus. Damit entfällt auf den US-Gesundheitssektor ein Anteil von 18 Prozent am amerikanischen Bruttoinlandsprodukt und von zwölf Prozent am Standard & Poor’s 500-Index. Die Entscheidung wird also auch in US-Anlageportfolios deutliche Spuren hinterlassen.

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Erwartet wird die Entscheidung derzeit in der Woche vom 25. Juni, also zu Ende der laufenden Sitzungsperiode des Obersten Gerichtshofs. Unabhängig davon, ob das Gesetzeswerk die Prüfung durch den Supreme Court unbeschadet übersteht oder ganz oder teilweise gekippt wird – zunächst könnte das Urteil dem US-Gesundheitssektor kurzfristig Auftrieb geben, weil es die derzeit herrschende Unsicherheit aus der Welt schaffen würde. Bald danach aber dürften die Aktienkurse der Unternehmen getrennte Wege gehen. Einige Aktien werden Prügel beziehen, die Kurse anderer werden nach oben ziehen – und einige auch relativ unbewegt bleiben. Wenn der Supreme Court Obamas Mammutreform ohne Abstriche bestätigt, dürften vor allem kommerzielle Versicherer und die für das staatliche Gesundheitsprogramm Medicaid tätigen Unternehmen profitieren.

Neun Richter entschieden über das Schicksal von Aktien

Der Hintergrund: Das neunköpfige Richtergremium – fünf unter republikanischen und vier unter demokratischen Präsidenten auf Lebenszeit ernannte Top-Juristen – muss über zwei entscheidende verfassungsrechtliche Fragen und einen wichtigen rechtlichen Punkt entscheiden.

  • Die zentrale Frage ist die Verfassungsmäßigkeit der von der Regierung geforderten Versicherungspflicht für jeden Bürger ab 2014. Die Anhänger von Präsident Obamas Gesundheitsreform vertreten die Ansicht, der Plan wäre ohne Pflichtversicherung für alle Amerikaner finanziell löchrig. Mittellose Trittbrettfahrer und Schnorrer würden im Krankheitsfall so wie bisher die Dienste der Notaufnahmen der Kliniken gratis in Anspruch nehmen und dadurch die Kosten für die Versicherten zu stark in die Höhe treiben. Die Kritiker hingegen finden, die Regierung könne freie Bürger nicht unter Strafandrohung zwingen, ein Produkt zu kaufen – oder jungen, gesunden Menschen die Kosten für Alte und Kranke aufbrummen.
  • Der zweite verfassungsrechtlich brisante Punkt ist die Frage, ob der Zentralstaat das Recht hat, das Gesundheitswesen auch in den Bundesstaaten so zu regulieren, dass alle Menschen im Fall einer Erkrankung abgesichert sind. Die Ausweitung von Medicaid, dem staatlichen Gesundheitsprogramm für Geringverdiener unter 65, auf rund 16 Millionen Menschen, könnte die Bundesstaaten nämlich zwingen, Steuern anzuheben, um die zusätzlichen Kosten decken zu können. Ein solcher Zwang könnte als verfassungswidrig eingestuft werden.
  • Schließlich muss der Oberste Gerichtshof auch noch entscheiden, ob alle übrigen Abschnitte des 2700 Seiten starken Gesetzeswerkes rechtlich halten oder fallen müssten, wenn eines oder beide der Herzstücke der Reform gekippt würden.
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