Geldanlage: Wie Anleger von der Jahresend-Rally profitieren

Geldanlage: Wie Anleger von der Jahresend-Rally profitieren

, aktualisiert 11. Dezember 2011, 13:47 Uhr
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Kursfeuerwerk: Zum Ende des Jahres geht es an den Börsen meistens aufwärts.

von Matthias von ArnimQuelle:Handelsblatt Online

Das Beste kommt zum Schluss: Von Dezember bis Ende Februar entwickeln sich die Kurse deutscher Aktien meistens außergewöhnlich gut. Mit den passenden Produkten auf den Dax können Anleger an der Rally teilhaben.

DüsseldorfEs soll erfolgreiche Trader geben, die nur im Dezember und Januar einsteigen und ihr Kapital für den Rest des Jahres verzinst anlegen. Vielleicht ist das nur ein gut erfundenes Gerücht. Fakt ist aber, dass in den letzten Tagen eines Jahres, bevor zum Jahreswechsel die Korken knallen, an der Börse eine Art Schlussspurt zu beobachten ist, der sogar manchmal bis in den Februar des neuen Jahres hineinreicht.

Der Grund dafür liegt nicht zuletzt in der Anlagepolitik vieler Investmentfonds-Gesellschaften, die in den letzten Wochen vor Jahresultimo durch kurssteigernde Zusatzkäufe ihre Performance noch ein letztes Mal „nach oben pflegen“, wie der Profi sagt. Die entsprechenden Aktien werden im Januar in der Regel aber nicht sofort wieder verkauft, sondern bleiben in der jungen Jahresanfangs-Stimmung in der Hoffnung im Depot, das neue Jahr möge besser werden als das abgelaufene.

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Es könnte sich also lohnen, gerade jetzt an der Börse einzusteigen und auf die oft zitierte „Jahresendrally“ zu hoffen. Denn es gibt noch ein weiteres Indiz dafür, dass speziell dieser Winter noch positive Überraschungen bereithalten könnte.

Politik und Gerüchte geben diesmal die Richtung vor

„Wir haben das Börsengeschehen der vergangenen 60 Jahre untersucht, und dabei festgestellt, dass der Dezember oft gerade dann besonders gut war, wenn die elf Monate zuvor maue Stimmung an den Börsen herrschte“, sagt Jörg Scherer, Analyst bei HSBC Trinkaus. Scherers Untersuchung zufolge kam es seit 1950 in insgesamt 21 Jahren bis Anfang Dezember an den Börsen zu einer negativen Wertentwicklung. Aber nicht einmal in jedem fünften Fall folgte einem schlechten Auftakt in den ersten elf Monaten nochmals ein schlechter Dezember.

Bemerkenswert sei zudem die überdurchschnittliche Dezember-Performance in den zuvor schlechten Jahren. „In zuvor schwachen Aktienjahren haben Anleger also überproportionale Chancen auf überproportionale Gewinne in den letzten Wochen des Jahres“, so Scherers Fazit.


Mit Rabatten und Boni in die Weihnachtszeit

Auch aus charttechnischer Sicht ist die aktuelle Situation interessant: „Sollte dem Dax ein nachhaltiger Sprung über 6100 Punkte gelingen, wird der Abwärtstrend durchbrochen, der bereits seit Juli intakt ist. Das könnte die Basis für weitere Kursgewinne sein“, sagt Jörg Scherer, der allerdings auch auf Risiken hinweist: „Die Kursbewegungen an den Börsen werden seit Monaten signifikant von politischen Entscheidungen und Gerüchten beeinflusst. Unerwartete Wendungen aus dieser Richtung sollten Anleger immer mit einkalkulieren und entsprechend schnell reagieren“, warnt Scherer.

Wie schnell das gehen kann, zeigt die jüngste Meldung der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P), wonach Deutschland und andere Euro-Länder der Verlust ihres Top-Ratings drohen konnte. Das schickte Dax und Euro Stoxx 50 direkt auf Talfahrt.

Mit Rabatt und Bonus in die Weihnachtszeit

Die Risiken der derzeit mitunter höchst sprunghaften Aktienmärkte sollten sich Anleger also zwar immer vergegenwärtigen. Doch die aktuelle Situation bietet die Chance, mit passenden Zertifikaten rechtzeitig in die Jahresendrally einzusteigen. „Die hohen Volatilitäten und niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass insbesondere Anlagezertifikate mit einer kurzen Restlaufzeit von nur wenigen Wochen oder Monaten ansehnliche Renditechancen bergen“, sagt Heiko Weyand von HSBC Trinkaus.

Konkret: Der von der Deutschen Börse berechnete Volatilitätsindex VDax New, der die Schwankungsbreite des Dax misst, pendelt bereits seit vier Monaten in einer Bandbreite zwischen 30 und 50 Punkten. Im langjährigen Durchschnitt bewegt sich der Index normalerweise bei moderaten 24 Prozent.

Für Discount- und Bonuszertifikate bedeutet die aktuell hohe Volatilität, dass die Papiere verhältnismäßig preiswert zu haben sind und entsprechend höhere Renditechancen bieten. „Denn je höher die implizite Volatilität eines Basiswertes, desto günstiger sind die entsprechenden Discount- und Bonus-Papiere auf diesen Wert“, erklärt Heiko Weyand.
Anleger, die mit ihrer Investition nur kurzfristig agieren wollen, können einen zusätzlichen Spar-, und damit Rendite-Effekt erzielen, indem sie Zertifikate mit kurzer Restlaufzeit wählen und diese bis zum Laufzeitende halten. So sparen sie sich die Verkaufsgebühren, die bei nur einstelligen Prozentgewinnen innerhalb eines sehr begrenzten Zeitraums durchaus eine Rolle spielen können.


Was zählt, ist die Rendite

Ein Beispiel für ein Papier, mit dem Investoren über die Weihnachtszeit bis Karneval ordentliche Renditen einfahren können, ist ein Capped Bonuszertifikat von BNP Paribas (WKN: BP1M3S). Sofern der Kurs des Dax bis zum Laufzeitende im Januar 2012 nicht unter 5200 Punkte fällt, werden 63 Euro ausgezahlt. Derzeit kostet das Zertifikat bei einem Dax-Stand von 6080 Punkten nur 60,67 Euro. Das Zertifikat hat bei einem Bezugsverhältnis von 0,01 also sogar ein leichtes Abgeld. Die Bonus-Rendite liegt bei fast vier Prozent. 3,9 Prozent klingen nur auf den ersten Blick nicht viel, bedeuten aber bei nur zwei Monaten Restlaufzeit unter dem Strich eine Jahresrendite von mehr als 29 Prozent. Der Abstand zur Barriere ist dabei moderat.

Der Dax kann bis zu 14,5 Prozent verlieren, ohne dass das Renditeziel verfehlt wird. Einen etwas großzügigeren Risikopuffer von 26 Prozent bei etwas weniger Rendite bietet ein Capped Bonuszertifikat auf den Dax von der Deutschen Bank (WKN: DE1SG2). Die Bonus-Rendite per annum liegt hier bei 16 Prozent. Die Laufzeit endet Mitte Februar.

Großzügiger Puffer möglich

Ähnliche Erträge wie bei Capped Bonus-Papieren sind auch mit kurzlaufenden Discountzertifikaten möglich, zum Beispiel mit einem Discountzertifikat von Barclays auf den Deutschen Aktienindex (WKN: BC1VPG) mit einem Cap von 6100 Punkten und einer Restlaufzeit bis Ende Januar kommenden Jahres. Bei einem aktuellen Preis von rund 58 Euro ist mit dem Papier eine maximale jährliche Rendite von 38,5 Prozent möglich – vorausgesetzt, der Kurs des Dax gibt bis dahin nicht mehr als 4,3 Prozent nach. Etwas mehr Spielraum nach unten bietet ein Discountzertifikat von Goldman Sachs (WKN: GS365J) mit einem Cap von 5500 Dax-Punkten und einem Rabatt von zwölf Prozent auf den aktuellen Dax-Stand. Auch mit diesem etwas großzügigen Risikopuffer sind immerhin noch zweistellige Jahresrenditen möglich: Ein Gewinn von rund drei Prozent bis zum Laufzeitende am 13. Februar 2012 würden eine Rendite per annum von mehr als 16 Prozent bedeuten.

Rabatt ohne Beschränkung

Dass Discount- und Bonuszertifikate mit Cap derzeit relativ preiswert zu haben sind, liegt an ihrer Konstruktion: Ein Großteil des Discounts wird dadurch erzielt, dass die Emittenten Call-Optionen auf den Dax verkaufen und damit die Gewinnchance über den Cap hinaus beschneiden.


Der andere Weg zum Rabatt

Doch es gibt auch einen anderen Weg zum Rabatt, und den führt seit einigen Monaten die Royal Bank of Scotland (RBS) mit ihren Uncapped Discountzertifikaten vor, unter anderem auch auf den Dax (WKN: AA3DZ4). Der Name des Produkts und der Vergleich mit klassischen Discountzertifikaten, den die RBS in ihrer Produktwerbung heranzieht, verschleiern leider etwas, um was es dabei wirklich geht. Denn Uncapped Discountzertifikate haben eigentlich kaum etwas mit Discountzertifikaten zu tun – außer, dass sie etwas preiswerter verkauft werden als der Basiswert, der dem jeweiligen Zertifikat zugrunde liegt.

Die Papiere sind vielmehr Indexzertifikate mit Laufzeitbeschränkung. Der Rabatt resultiert nicht wie bei Discountzertifikaten aus dem Verkauf von Call-Optionen, sondern schlichtweg aus der vergleichsweise schwachen Bonität des Emittenten RBS. Die Logik dahinter: Je geringer die Bonität eines Schuldners, desto mehr muss dieser an Zinsvorteil oder Preisabschlag bieten, um am Markt sein Produkt verkaufen zu können.

Mehr Risiko bedeutet mehr Rendite und umgekehrt. Einen Teil dieses Preisunterschieds bietet die RBS nun den Käufern ihrer Uncapped Discountzertifikate als Rabatt an. Wer statt eines Rabatts Zinsausschüttungen bevorzugt, greift zum Schwesterprodukt, einem Kupon-Zertifikat (WKN: AA3D49). Der Deal für den Anleger lautet in beiden Fällen: „Er kauft ein Produkt, dass auf jeden Fall besser performt als der Dax, und zwar deshalb, weil er sich das höhere Emittentenrisiko als Rabatt oder bar auszahlen lässt“, erklärt Kemal Bagci von der Royal Bank of Scotland.

Das Zertifikat ist unter dem Strich also ein Indexzertifikat mit einem kleinen Extra-Bonus obendrauf, derzeit sind es rund drei Prozent per annum. Startet der Dax in den kommenden Wochen eine kurze Rally, sind Anleger mit diesem Zertifikat eins zu eins zuzüglich einem kleinen Renditeaufschlag dabei.

Schlussspurt mit Sprint

Eine Möglichkeit, überproportional von einer kurzfristigen Dax-Rally zu profitieren, bietet derzeit ein Sprintzertifikat von Goldman Sachs (WKN: GS7Q9Z). Am Laufzeitende im Januar 2012 werden Kursstände des Dax zwischen 5960 und 6315 Punkten für den Anleger verdoppelt. Das bedeutet bei einem Bezugsverhältnis von eins zu hundert, dass beispielsweise bei einem Dax-Stand von 6160 Punkten dem Anleger 63,60 Euro ausbezahlt werden, nämlich 59,60 Euro plus zweimal zwei Euro. Maximal ist eine Auszahlung von 66,70 Euro möglich (59,60 plus zweimal die Differenz zwischen 59,60 und 63,15). Aktuell kostet das Papier 61,16 Euro. So ist ein maximaler Ertrag von rund neun Prozent oder 105 Prozent per annum innerhalb von eineinhalb Monaten möglich.

Interessant beim aktuellen Dax-Stand knapp oberhalb von 6000 Punkten: Unterhalb von 5960 Punkten entspricht das Risiko dieses Sprintzertifikats dem Risiko eines normalen Indexzertifikats. So lockt ein zweifacher Gewinn-Hebel bei einem etwa einfachen Verlust-Risiko.

Fazit: Sollte sich in diesem Jahr die Erfahrung bewahrheiten, dass mauen ersten elf Börsenmonaten oftmals ein guter Dezember folgt, können Anleger mit den passenden Discount-, Bonus- oder Sprintzertifikaten überdurchschnittliche Renditen erzielen. Investoren sollten jedoch nicht übermütig werden: Derzeit wirbeln Europas Politiker das Börsengeschehen durch ihre Entscheidungen immer wieder gehörig durcheinander. Negative wie positive Überraschungen sind daher nicht nur ausgeschlossen, sondern fast programmiert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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