Getauschte Staatsanleihen: Griechenland-Anleihen profitieren von Rating-Plus

Getauschte Staatsanleihen: Griechenland-Anleihen profitieren von Rating-Plus

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Anleger strafen auch die neuen Griechenland-Anleihen ab

Nach dem Anleihentausch haben Investoren neue Griechenland-Papiere zunächst abgestoßen. Eine bessere Note der Rating-Agentur Fitch hilft ihnen etwas auf die Sprünge, aber die Anleger bleiben skeptisch..

Nach der historischen Milliarden-Umschuldung in Griechenland hat Fitch als erste Rating-Agentur die Kreditwürdigkeit des Landes heraufgestuft. Fitch versah die neuen Staatsanleihen des Landes mit der Note „B-“ und einem stabilen Ausblick. Zuvor hatte Fitch die alten Staatsanleihen Griechenlands mit einem „beschränkten Zahlungsausfall“ bewertet, was für die am Markt verbliebenen, alten Griechenland-Anleihen auch weiterhin gilt. Nach der Heraufstufung sanken die Renditen der neuen Griechenland-Anleihen. Die Kurse der 10-jährigen Bonds stiegen innerhalb einer Woche um 11,7 Prozent, die 30-jährigen Anleihen um 4,8 Prozent.

Das eigentlich erfreuliche an dem neuen Fitch-Rating für Griechenland ist der stabile Ausblick. Das Risiko kurzfristiger Zahlungsschwierigkeiten sei durch den Schuldenschnitt gesunken, schrieb Fitch in der Begründung. Zwar sehe sich Griechenland noch immer großen wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber. Für die kommenden zwölf bis 24 Monate bewerte Fitch den Schuldendienst für die neuen Anleihen jedoch als relativ sicher.

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"B-" ist immer noch eine schlechte Note

Die Einschränkung "relativ" ist allerdings nicht ohne: Fitch sieht weiter ein hohes Risiko, dass Griechenland auch die neuen Anleihen nicht bedienen kann, weil es noch immer sehr hoch verschuldet ist und die Wirtschaft tief in der Rezession steckt. Die Ratingagentur erhöhte die Bonitätsnote Griechenlands damit erstmals seit 2003. Das Land wurde von den drei großen Rating-Agenturen - neben Fitch sind dies Standard & Poor's und Moody's - seit Ausbruch der Schuldenkrise 2009 ein ums andere Mal heruntergestuft. Schon kurzfristig drohe laut Fitch mit den im April oder Mai anstehenden Parlamentswahlen Ungemach, weil der Reformwille einer neuen Regierung ungewiss sei.

Mit dem einem massiven Anleihentausch hat Griechenland den Schuldenerlass gestern in die Realität umgesetzt. Wie das Finanzministerium in Athen mitteilte, wurden Anleihen der Privatinvestoren im Wert von 177,2 Milliarden Euro umgetauscht. Der Tausch betreffe Anleihen, die unter griechisches Recht fielen. Die betroffenen Papiere wurden dabei durch jeweils 24 neue Papiere ersetzt, die zusammen nur noch weniger als die Hälfte ihres ursprünglichen nominellen Wertes haben.

20 neue Griechen-Bonds

Private Gläubiger, die eine der nun umgetauschten griechischen Staatsanleihen hatten, bekamen stattdessen 20 neue Griechen-Bonds in ihr Depot gelegt – mit unterschiedlich langen Laufzeiten und deutlich niedrigeren Zinskupons. Hinzu kommen drei EFSF-Papiere – also Anleihen des temporären Euro-Rettungsschirms – sowie eine Anleihe, deren Zinsentwicklung an die Entwicklung des griechischen Bruttoinlandsprodukts gekoppelt ist. Gemessen am Nominalwert der eingetauschten alten Anleihen waren die neuen Papiere nominell weniger als ein Viertel wert.

Griechenland Privatanleger zahlen drauf

Der Anleihentausch ist abgewickelt. Kreditversicherungen zahlen für die Verluste der Gläubiger - der Verlierer ist mal wieder der Privatanleger.

Euro-Münze auf Europa-Fahne Quelle: dpa

Kein Wunder, dass die neuen Hellenen-Bonds von einigen Investoren am ersten Tag gleich wieder abgestoßen wurden, was deren Kurs drückte und die Renditen für das Papier mit elf Jahren Laufzeit gleich wieder auf 19 Prozent klettern ließ. Die 30-jährige Anleihe erreichte eine Rendite von immer noch 13 Prozent. Was der Markt damit ausdrückt, ist klar: Griechenland ist noch längst nicht über den Berg, die Pleiterisiken immer noch groß. Bevor sich Griechenland aus eigener Kraft wieder am Kapitalmarkt Geld leihen kann, muss das Land seine Schulden deutlich abbauen. Ein drittes Hilfspaket für Griechenland sei ebenso wenig auszuschließen, wie eine damit verbundene erneute Beteiligung privater Gläubiger, sagte DZ-Bank-Analyst Christian Lenk.

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