
DüsseldorfDer börsennotierte Online-Shop Getgoods steht in harter Konkurrenz: Amazon ist etabliert, der Dax-Konzern Metro greift mit seinem neuen Online-Ableger Redcoon an. Um in dieser Situation wachsen zu können, will Vorstandschef Markus Rockstädt-Mies jetzt eine Mittelstandsanleihe begeben. Das sagte er Handelsblatt Online.
Zuletzt ist der Anbieter aus Frankfurt an der Oder stark gewachsen: Für das erste Halbjahr meldet Getgoods ein Umsatzplus von 39 Prozent auf 173,4 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebit) stieg von 2,9 Millionen im Vorjahreszeitraum auf fünf Millionen Euro. Als Gewinn standen unter dem Strich 2,8 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2012 plant Rockstädt-Mies 400 Millionen Euro Umsatz. Die Anleihe soll im September bis zu 30 Millionen Euro in die Kasse bringen. Das soll die Liquidität sichern und dabei helfen, Getgoods zu einer bekannten Marke zu machen. Wenn Kunden direkt über die Homepage einkaufen, spart das Provisionen für Shopping-Vergleichs-Seiten.
Rockstädt-Mies will die Anleihe mit sieben bis 7,5 Prozent verzinsen. Zugleich ist das junge Unternehmen an der Börse: 72 Prozent gehören den Gründern, der Rest wird frei gehandelt. Die Aktie ist allerdings weit von ihrem Höchststand vor einem Jahr entfernt. Eine Kapitalerhöhung sei wegen der Verwässerung der bestehenden Aktien für ihn keine Option gewesen, sagte Rockstädt-Mies.
Getgoods ist nach Unternehmensangaben vor vier Jahren als Händler entstanden, der über Ebay und Amazon hauptsächlich Technik vertrieb. Später kamen Online-Shops etwa für Handys dazu. Die zwei wichtigsten Plattformen, Handyshop und Getgoods, erweitern derzeit ihr Sortiment. Spielzeug und Küchengeräte etwa sollen bessere Margen bringen als der umkämpfte Konsumelektronik-Bereich.
Auch andere börsennotierte Internet-Firmen planen Anleihen. So hat die Finanzaufsicht BaFin am Mittwoch den Anleiheprospekt von Travel24 gebilligt.



















